Zuständigkeitsbereich
Groß-Gerau
Parley am See
Seeweg 1
64569 Nauheim
Personalschulung
• Aktuelle Nachweise darüber, dass eine Schulung/Unterweisung im Bereich der Lebensmittelhygiene durchgeführt wurde, konnten wiederholt nicht für das gesamte Personal, das mit Lebensmitteln umgeht, eingesehen werden. Es war daher nicht auszuschließen, dass das Personal keine Kenntnis von einem adäquaten Umgang mit leichtverderblichen Lebensmitteln hatte, wodurch die Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung der behandelten Lebensmittel bestand.
Kennzeichnung
• Es fehlten wiederholt die Fuß- oder Endnoten zur Erläuterung der Allergene und Zusatzstoffe, auf die bei den Lebensmitteln in der Speise- und Getränkekarte bzw. im Preisverzeichnis hingewiesen wurde. Bspw. wurden Kaffeespezialitäten mit der Zusatzstoffnummer 11 (als „geschwärzt“) gekennzeichnet und die Kennzeichnung von Koffein fehlte gänzlich. Bei Wein fehlte die erforderliche Kennzeichnung ebenfalls gänzlich. Die Getränke „Spritz & Sparklings“ wurden teilweise nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet.
Eiscafé
• Die Sahnemaschine (Sahneautomat) war am Auslass durch die ältere Sahnereste verunreinigt.
• Die Eiswürfelmaschine war im Innenraum an den Lamellen verunreinigt.
Theke/Tresen
• Es wurde ein Schabenbefall festgestellt. Die in der Betriebsstätte hergestellten, verarbeiteten und in den Verkehr gebrachten Lebensmittel waren einer Kontaminationsgefahr ausgesetzt. Bspw. wurde unterhalb der Theke in den Schränken eine tote und eine lebendige Schabe gesichtet.
• Der Bereich, in dem der Milchbehälter des Kaffeevollautomaten stand, war verunreinigt und wies schwarzschimmelähnliche Anhaftungen auf. Zudem waren Tür und Türdichtung durch ältere, angetrocknete Milchreste verunreinigt. Der Milchschlauch sowie das Behältnis, aus dem die Milch abgepumpt wurde, war der Kontaminationsgefahr durch Schimmelsporen ausgesetzt.
• Wiederholt wurden Lebensmittel in den Verkehr gebracht, bei denen die vom Hersteller auf der Packung angegebene Höchsttemperatur überschritten wurde. Bspw. standen mehrere Dessertsoßen auf dem Thekentresen, welche bereits geöffnet waren. Diese wurden nicht wie angegeben nach dem Öffnen bei 3 bis 5 Grad Celsius, sondern bei Raumtemperatur aufbewahrt. Zudem wiesen mehrere Dessertsoßen ein weit überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum (02/26 und 04/26) auf. Durch die nicht ordnungsgemäß gekühlte Lagerung waren die Lebensmittel einer nachteiligen Beeinflussung ausgesetzt.
Lager
• Im hinteren Lager, in dem Lebensmittel sowie zahlreiche Bedarfsgegenstände lagerten, wurde ein erhebliches Aufkommen an Fruchtliegen festgestellt. Die Lebensmittel, insb. jene, die nicht verschlossen waren (Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten), waren einer Kontaminationsgefahr durch den Fruchtfliegenbefall ausgesetzt.
• Die Aufschnittmaschine wies eine mangelnde Reinigung auf. Altschmutzanhaftungen waren ersichtlich. Lebensmittel, welche mit der Aufschnittmaschine in Berührung kommen, waren der Kontaminationsgefahr ausgesetzt.
Küche
• Der Innenraum des großen Kühlschrankes war verunreinigt. Insbesondere an den Gittereinlegeböden waren ältere Lebensmittelanhaftungen ersichtlich.
• Das Lüftungsgitter des großen Kühlschrankes war verunreinigt. Staubanhaftungen waren ersichtlich. Unmittelbar davor standen mehrere Soßenflaschen, eine davon ohne den erforderlichen Deckel. Durch die Luftzirkulation wurden die Lebensmittel sowie Behältnisse der nachteiligen Beeinflussung/Kontamination durch Staubanhaftungen ausgesetzt.
• Das Mikrowellengerät war im Innenbereich wiederholt massiv verunreinigt. Augenscheinlich wurde beim Erhitzen von Produkten keine Gloche/Abdeckung verwendet. Zahlreiche ältere Lebensmittelanhaftungen waren ersichtlich. Die Lebensmittel, welche darin erhitzt wurden, waren der Kontaminationsgefahr durch die Schmutzanhaftungen und ältere Lebensmittelrest ausgesetzt.
• Mehrere Bratpfannen, welche unterhalb des Herdes lagerten, wiesen im Innenbereich Verunreinigungen auf. Die Kontaminationsgefahr für die zubereiteten Lebensmittel wurde begünstigt.
Spülbereich
• Die Geschirrspülmaschine war wiederholt im Innenbereich verunreinigt. Randbereiche sowie der Spülarm waren durch braune Altschmutzanhaftungen verunreinigt. Die Bedarfsgegenstände, welche darin gereinigt wurden, wurden der Kontaminationsgefahr ausgesetzt. Eine hygienische Reinigung der Bedarfsgegenstände konnte nicht gewährleistet werden.
• Es wurde ein erhebliches Aufkommen an Fluginsekten festgestellt. Die in der Betriebsstätte hergestellten, verarbeiteten und in den Verkehr gebrachten Lebensmittel waren einer Kontaminationsgefahr durch die Fluginsekten ausgesetzt.
• Mehrere Bedarfsgegenstände, welche unmittelbar mit Lebensmitteln in Berührung kommen, waren wiederholt verunreinigt. Die Lebensmittel waren der Kontaminationsgefahr durch die Verunreinigungen sowie durch Partikelablösungen ausgesetzt. Bspw. wies eine Küchenreibe orangefarbene Schmutz- und Staubanhaftungen auf. Ein Kunststoffschneidebrett wies zahlreiche Schnittfurchen auf; die Oberfläche war nicht mehr leicht zu reinigen und Kunststoffteilchen lösten sich bereits ab.
• Die Mischdüse der Armatur der Spüle für Arbeitsgeräte und Ausrüstungen war wiederholt verkalkt und wies bräunliche Schmutzanhaftungen auf.
• Der Geschirrkorb der Geschirrspülmaschine war massiv verunreinigt. Die Oberfläche zeigte dunkle Schmutzanhaftungen auf. Bedarfsgegenstände, welche darauf abgestellt wurden, waren der Kontaminationsgefahr ausgesetzt.
Kühlzelle
• Es wurden Rohstoffe bzw. Zutaten so gelagert, dass eine Kontamination nicht ausgeschlossen werden konnte. Bspw. wurden mehrere Bäckerkisten mit Briochebrötchen im Kühlhaus im Regal gelagert. Die Kisten wiesen eine massiv mangelnde Reinigung auf. Dunkle Schmutzanhaftungen waren ersichtlich. Die Kisten wurden aufeinandergestapelt gelagert. Die Brötchen, welche in der unteren Kiste lagerten, lagen lose auf einer Folie. Von oben wurden die Briochebrötchen nicht geschützt. Der verschmutzte Korb befand sich unmittelbar darüber. Die Lebensmittel waren der Kontaminationsgefahr durch die Schmutzanhaftungen des Korbes ausgesetzt.
• Das Kühlaggregat im Kühlhaus war beschädigt bzw. undicht. Auf dem Regal, welches darunter stand, wurde bereits ein Gastronormeinsatz aufgestellt, um das Wasser aufzufangen. Stellenweise sammelte sich auch auf dem Regal Wasser an. Darauf lag ein großer, in Silberfolie eingewickelter Schinkenblock (augenscheinlich nicht dicht verschlossen). Der Schinkenblock wurde von außen durch das Wasser kontaminiert. Des Weiteren waren die in den unteren Etagen gelagerten Lebensmittel der Kontaminationsgefahr durch das Kondenswasser ausgesetzt.