Zwei Quitten am Baum

Quitten: Hart im Biss, köstlich im Geschmack!

Zwischen Ende September und November ist Quittenzeit! Die aromatischen Früchte schmecken als Marmelade, Sirup oder im Kuchen total lecker, geben aber auch herzhaften Gerichten wie Gulasch oder Eintopf eine fruchtige Note, wenn man erst einmal den Flaum von der Schale entfernt hat.

Harte Apfel-Quitte und weiche Birnen-Quitte

Zum Rohverzehr eignen sich die heimischen Quittenfrüchte nicht. Im reifen Zustand sind sie sehr hart und körnig und ihre Gerbstoffe verursachen ein bitteres, pelziges Gefühl im Mund. Erst durch Hitzeeinwirkung werden Quittenfrüchte zum Geschmackserlebnis, da sich dann das köstliche Aroma entfaltet. Auch wird das Fruchtfleisch durch Kochen, Dämpfen oder Backen weich und saftig. Dann können sie entweder zu Saft, Gelee, Tortenbelag oder Quittenmark verarbeitet werden. Besonders interessant sind herzhafte Gerichte mit Quitten, etwa zu Hähnchen oder aus dem Wok.

Zu den bekanntesten Sorten hierzulande gehören die etwas weichere und geschmacklich mildere Birnenquitte und die härtere Apfelquitte. Den jeweiligen Namen verdanken sie dabei ihren Formen. Apfelquitten eignen sich vor allem für die Herstellung von Gelees und Marmeladen, Birnenquitten hingegen für Kompott, Mus, Säfte und Backwaren.

Vielseitige Verwendung in der Küche

Wer meint, Quitten lassen sich nur zu Marmelade oder Gelee verarbeiten, irrt gewaltig. Nachfolgend eine Auswahl an Rezepten für süße und herzhafte Geschmäcker:

  • Süße Köstlichkeiten
    Quittenmus – ähnlich wie Apfelmus, pur oder mit Zimt verfeinert
    Quittenkompott – lecker zu Milchreis, Grießbrei, Joghurt oder Vanilleeis 
    Quitten im Ofen – mit Honig, Zimt und Nüssen gebacken
    Quittenkuchen – zum Beispiel als Streuselkuchen, Rührkuchen oder Tarte
    Quitten-Crumble -mit knusprigen Streuseln und am besten warm serviert
    Quittenbrot – Konfekt aus eingekochtem Quittenmus
    Quittencreme – fruchtiges Desserts mit besonderem Aroma
    Quittensorbet – erfrischend und leicht säuerlich
    Quittensaft – pur, als Schorle oder Grundlage für Gelee
    Quittensirup – für Getränke, Desserts oder zum Verfeinern von Saucen
    Quittenlikör – eine Möglichkeit, das Aroma der Früchte haltbar zu machen
     
  • Herzhafte Gerichte
    Quitten-Chutney – hervorragend zu Käse und Fleisch
    Quitten-Senf – eine besondere Begleitung zu Käse und Wurst
    Quitten zu Wild, Schweinebraten, Ente und Gans – angenehme fruchtige Note
    Herzhafte Quiche mit Quitten – kombiniert mit Ziegenkäse, Walnüssen und Thymian
    Salat mit Quitten und Käsewürfel – gebratene oder karamellisierte Quitten passen wunderbar zu Blattsalaten
    Couscous oder Bulgur mit Quitten – zusammen mit Nüssen, Kräutern und orientalischen Gewürzen

Pektin wirkt sich günstig auf die Verdauung aus

Quitten enthalten viel Pektin. Pektin ist ein Ballaststoff, der die Verdauung anregt und sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Auch bei bakteriellen Durchfallerkrankungen, bei denen der Körper durch den häufigen, dünnflüssigen Stuhl wichtige Mineralstoffe und Flüssigkeit verliert, erweisen sich Quitten als hilfreich. Das Pektin quillt im Darm auf, kann so die Flüssigkeit und die von den Bakterien gebildeten Giftstoffe binden und den dünnen Stuhl wieder eindicken.

Auch enthalten die Früchte viel Vitamin C und Kalium.

Wo bekommt man Quitten her?

Im Supermarkt findet man die Früchte leider so gut wie nie. Mehr Glück hat man während der Saison auf Wochenmärkten oder in Bauernhofläden. Eine weitere Möglichkeit ist, einfach mal freundlich in der Nachbarschaft zu fragen, ob jemand einen Quittenbaum hat und ob man ein paar Früchte ernten darf. Die kostenlose Web-App MundraubÖffnet sich in einem neuen Fenster verzeichnet herrenlose Obstbäume und ermuntert zum Ernten. Auch Kleinanzeigen-Portale sind ein guter Tipp zum Suchen und Anbieten von Obst.  

Quitten ernten und lagern

Anders als Äpfel, fallen Quitten nicht einfach vom Baum, sondern müssen vom Zweig abgedreht werden. Geerntet werden die Früchte je nach Sorte von Ende September bis November, auf jeden Fall vor dem ersten Frost. Der richtige Zeitpunkt zum Ernten der Früchte ist, wenn sie sich gelb verfärben und einen Flaum auf der Schale haben. Zudem verströmen die Früchte dann einen feinen Geruch.

Die Haltbarkeit der Früchte hängt von der richtigen Lagertemperatur ab. Da Quitten es kühl mögen, ist ein gut belüftetet Keller mit zwei bis acht Grad Celsius ideal für ihre Aufbewahrung. Da Quitten druckempfindlich sind, werden sie in flachen, breiten Behältern gelegt. Auf diese Weise lassen sich gesunde, unbeschädigte Quitten etwa zwei bis drei Monate lang lagern. Bei zu langer Lagerung kann das Fruchtfleisch braun werden.
Quitten werden am besten mit etwas Abstand von anderen Früchten aufbewahrt, da sich sonst ihr Aroma auf das benachbarte Obst übertragen kann.

Der Flaum muss weg, aber nicht die Schale

Etwas mühselig ist das Verarbeiten der Quitten, denn die Früchte sind von einem weichen Flaum überzogen, der die Frucht vor Austrocknung schützt.  umgeben. Da der Flaum viele ätherische Öle enthält, die einen bitteren Geschmack erzeugen können, sollte er entfernt werden. Am besten reibt man die Früchte vor dem Schälen mit einem groben Küchen- oder Frotteetuch ab. Mit Wasser bekommt man den Flaum nicht ab.

Da das Fruchtfleisch der Quitten relativ hart ist, werden sie am besten mit einem großen, scharfen Messer zerkleinert. Geschält werden muss die Quitte übrigens nicht. Lediglich das Kerngehäuse kann weggeschnitten werden.

Tipp: Die geputzten ganzen Quitten 30 Minuten kochen und dann über Nacht in ihrem Sud einweichen lassen. Am nächsten Tag sind die Früchte weicher und lassen sich ganz einfach zerkleinern. (fra/Sie)

Stand: September 2026

  • 1 Kilogramm Quitten
  • 225 Gramm Honig
  • eine unbehandelte Zitrone
  • ein Teelöffel Zimt
  • Kokosraspeln
  • Hagelzucker
  • Schokoladenkuvertüre
  • Wasser

Die Quitten mit einem Küchentuch vom Flaum befreien und in grobe Stücke schneiden. Dann in einem großen Topf mit Wasser für 45 Minuten kochen. Das Wasser abgießen und die Quitten zu Mus pürieren. Die Zitronen auspressen und den Saft, den Honig und den Zimt zum Mus geben und gut umrühren. Danach das Ganze noch einmal kurz aufkochen und weitere 45 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen. Wenn die Mischung dickflüssig ist, wird sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gegossen, gleichmäßig verstrichen und für einige Tage bei Zimmertemperatur getrocknet. Wenn das Brot an der Oberfläche nicht mehr zu klebrig ist, kann es umgedreht werden, sodass auch die andere Seite trocknen kann. Ist es fertig getrocknet und löst sich leicht vom Backpapier, kann es in kleine Rauten geschnitten werden. Wer es eilig hat, kann das Backblech mit der Fruchtmasse in den Backofen schieben und bei niedriger Temperatur und leicht geöffneter Tür trocknen lassen.

Wer mag, taucht die eine Seite der Raute noch in flüssige Schokoladenkuvertüre oder wendet die Rautenstücke in Hagelzucker oder Kokosraspeln.

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