Verschiedene Nüsse in Schalen

Cashews & Co.: von wegen taube Nuss!

Manche Nüsse wachsen im heimischen Garten, andere kommen von weit her ins Supermarktregal. Und nicht jede Nuss ist auch wirklich eine. Hier verraten wir, was es mit den verschiedenen Sorten auf sich hat.

Nüsse gehören für viele zum gemütlichen Fernsehabend oder ins Müsli. Während Haselnüsse und Walnüsse auch in Europa wachsen, stammen Erdnüsse, Cashews oder Macadamianüsse aus deutlich wärmeren Regionen. Welche Nüsse wachsen bei uns – und welche müssen lange Transportwege zurücklegen?

Runde Haselnüsse, längliche Erdnüsse und Walnüsse mit ihrer runzeligen Schale kennt jeder. Doch es gibt noch viele andere Nussarten. Wem neben dem Geschmack auch Regionalität wichtig ist, achtet darauf, woher die Nüsse kommen.

Schon gewusst?

Nicht alles, was wir im Alltag „Nuss“ nennen, ist botanisch betrachtet tatsächlich eine Nuss. Erdnüsse gehören zu den Hülsenfrüchten, Mandeln, Pistazien und Kokosnüsse zu den Steinfrüchten und Pinienkerne sowie Paranüsse zu den Samen. Auch Cashewkerne sind botanisch keine echten Nüsse. Haselnüsse und Pekannüsse gehören dagegen tatsächlich zu den Nüssen. Im Lebensmittelhandel werden diese verschiedenen Früchte und Samen trotzdem meist gemeinsam als „Nüsse“ bzw. Nussprodukte betrachtet.

Nüsse aus Deutschland und Südeuropa

Haselnüsse

Je nach Sorte haben Haselnüsse eine rundliche oder längliche Form. Bei ganzen Haselnüssen ist ein kleiner Hohlraum im Inneren vorhanden. Neben geschälten ganzen Nüssen werden Haselnüsse auch in verschiedenen Zerkleinerungsformen wie gemahlen, gehackt, gehobelt angeboten. In den deutschen Handel kommen vor allem Haselnüsse aus der Türkei, manchmal auch aus Kalifornien.

Mandeln

Dank ihres feinen Aromas werden süße Mandeln beim Backen und Kochen häufig verwendet. Auch pur oder in Nussmischungen werden sie gerne genascht. Vorsicht ist bei Bittermandeln geboten. Diese unterscheiden sich von den üblichen Süßmandeln vor allem durch ihren Gehalt an Amygdalin. Beim Kauen kann daraus giftige Blausäure entstehen. Rohe Bittermandeln sollten deshalb nicht verzehrt werden. Sie werden unter anderem zur Herstellung von Aromen verwendet.

Klimabedingt wachsen in Europa Mandeln überwiegend in den Ländern des Mittelmeerraumes, in Deutschland gibt es ein kleineres Anbaugebiet in Rheinland-Pfalz. Außerhalb Europas liegt das weltweit größte Anbaugebiet in Kalifornien.

Walnüsse

Walnüsse haben als Snack, im Müsli oder beim Backen ganzjährig Saison. Sie gibt es ganz mit Schale, als Hälften oder als Stücke im Handel. Für den deutschen Markt spielen vor allem Importe aus den USA und Frankreich eine wichtige Rolle.

Esskastanien

Esskastanien kommen meist als Maronen in den Handel. Ihr Aroma und ihre weiche Konsistenz erlangen sie erst durch Rösten oder Kochen. Frische Maronen sind bei uns in den Herbst- und Wintermonaten erhältlich, die hauptsächlich aus Italien, Frankreich, Spanien und der Türkei kommen.

Pistazien

Typisch für Pistazien ist die etwas aufgesprungene Schale. Der hellgrüne Kern mit seinem milden Aroma ist eine beliebte Knabberei, die meist geröstet und gesalzen gegessen wird. Pistazien werden in Europa überwiegend in der Türkei, Griechenland und Spanien angebaut. Weltweit betrachtet ernten Iran und Kalifornien die meisten Pistazien.

Pinienkerne

In der mediterranen Küche sind diese Kerne eine beliebte Zutat, sodass sie oft in Pestos, Salaten oder Reisgerichten zu finden sind. Auch Kuchen und Gebäck wird durch ihr Aroma verfeinert. Dabei entfaltet sich der mandelähnliche Geschmack der kleinen Kerne erst so richtig durch das Rösten. Pinienkerne sind teuer, da die Zapfen überwiegend von wild wachsenden Pinien von Hand geerntet werden. Im europäischen Mittelmeerraum sind bekannte Lieferländer Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und die Türkei. Außerhalb Europas werden Pinienkerne in den USA und Mexiko sowie im asiatischen Raum gewonnen.

Regional ist möglich – aber noch selten

Gerade Walnüsse und Haselnüsse wachsen auch in Deutschland. Der heimische Anbau spielt im Lebensmittelhandel bisher allerdings nur eine geringe Rolle. Wer regionale Nüsse kaufen möchte, findet sie eher auf Wochenmärkten, bei Direktvermarktern oder in Hofläden. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Herkunftsangabe: „abgepackt in Deutschland“ bedeutet nicht automatisch, dass die Nüsse auch in Deutschland angebaut wurden.

Nüsse aus tropischen und subtropischen Gebieten

Erdnüsse

Geröstete und gesalzene Erdnüsse dürfen bei keiner Party oder einem gemütlichen Fernsehabend fehlen. Ungeröstet sind sie oft dem Studentenfutter oder anderen Nussmischungen beigefügt. Werden Erdnüsse mit Schale gekauft, lässt sich die Schale leicht mit den Fingern entfernen. In einer Erdnussschale sind meist zwei Erdnüsse, seltener nur eine, gewachsen. Sie kommen vor allem aus Argentinien, USA, China und Indien.

Cashewkerne

Beliebt ist diese Nusssorte mit ihrer typischen Nierenform vor allem wegen ihres besonders feinen und leicht süßlichen Geschmackes. Zu kaufen gibt es sie unbehandelt oder geröstet und gesalzen. Cashewkerne sind die Früchte des Kaschuapfels. Um den Kern zu erhalten, muss die Nuss mit der festen ledrigen Schale zweimal erhitzt werden. Cashewkerne kommen überwiegend aus Indien, Brasilien, Indonesien und Argentinien.

Macadamianüsse

Diese leicht süßlich schmeckenden Nüsse werden unbehandelt, geröstet und teilweise auch gesalzen angeboten. Vom Aussehen her ähneln sie großen Haselnüssen. Sie kommen nur geschält in den Handel, da diese Nusssorte die härteste Schale von allen Nüssen aufweist und deshalb maschinell geknackt werden muss. Die Macadamianuss stammt aus Australien.

Kokosnüsse

Von der Kokosnuss kennen die meisten Verbraucher das Fruchtfleisch in geraspelter Form, das für Süß- und Backwaren verwendet wird. Besonders beliebt sind Kokosmakronen. Aus dem Fruchtfleisch lässt sich auch Kokosfett gewinnen, das sich gut zum Anbraten bei höheren Temperaturen eignet. Eine Kokosnuss enthält bis zu einem Liter Kokoswasser, das in den Anbauländern auch als Trinkwasserersatz dient.
Kokosnüsse kommen vor allem aus dem asiatischen Raum wie Indonesien, den Philippinen, Indien und Sri Lanka, aber auch aus Brasilien und Mexiko.

Paranüsse

Charakteristisch für diese Nüsse ist ihre dreikantige Form. Etwa 25-40 Nüsse sind in einer stacheligen Kapsel des Yuviabaumes enthalten. Zu kaufen gibt es sie ungeschält, geschält und poliert. Paranüsse im Handel kommen fast nur aus Brasilien.

Pekannüsse

Auch wenn sie optisch eher an Eicheln erinnern, sind sie aber mit den Walnüssen verwandt. Ihr Kern ist jedoch geschmacklich milder. Da die Nussschale relativ dünn ist, kann sie ohne Nussknacker geöffnet werden. Nach Deutschland werden sie vor allem aus den USA, aber auch aus Brasilien und Australien importiert.

Nüsse sind gesund

Nüsse verbinden das Leckere mit dem Nützlichen, denn sie schmecken nicht nur gut, sondern sind auch prall gefüllt mit wertvollen Inhaltsstoffen. So enthalten Nüsse reichlich Eiweiß mit einer relativ hohen biologischen Wertigkeit. Dies bedeutet, dass der Körper das Eiweiß gut verwerten kann. Nüsse punkten auch mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, die wichtig für die Blutgefäße sind und einen positiven Effekt auf die Herzgesundheit haben können. Weiterhin sind viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe enthalten.

Da die Nährstoffe in den Nüssen in so konzentrierter Form vorkommen, braucht man für eine ausgewogene Ernährung gar nicht so viel davon zu essen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Tag etwa 25 Gramm Nüsse – dies entspricht etwa eine kleine Handvoll. Am besten eignen sich naturbelassene oder ungesalzene Nüsse. Gesalzene und stark gewürzte Varianten können deutlich mehr Salz enthalten.

Aufgepasst jedoch bei Paranüssen: Aufgrund der radioaktiven Belastung sollten hier pro Tag nur maximal zwei verzehrt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Kindern, Jugendlichen, Schwangeren und Stillenden auf das Essen von Paranüssen besser gänzlich zu verzichten.

Wer gegen Nüsse allergisch ist, sollte vorsichtig sein. Ein Verzehr von Nüssen kann bereits bei kleinen Mengen die Gesundheit gefährden. Da eine Nussallergie auch nur für einzelne Nussarten vorhanden sein kann, ist ärztlicherseits abzuklären, welche Nüsse möglicherweise doch vertragen werden. (sie/fra)

Stand: September 2026

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