Was ist überhaupt ein Bot?
Ein Bot ist ein Computerprogramm, das bestimmte Aufgaben automatisiert ausführt. Der Begriff leitet sich vom englischen „robot“ ab. Bots können durchaus nützlich sein: Sie beantworten Fragen im Kundenservice, verschicken automatisch Informationen oder unterstützen bei der Moderation von Online-Plattformen. Auch Unternehmen und Behörden setzen automatisierte Systeme ein, um Anfragen schneller zu bearbeiten.
Problematisch wird es, wenn Bots eingesetzt werden, um Menschen zu täuschen, massenhaft Nachrichten zu verbreiten oder die öffentliche Meinung zu beeinflussen. In sozialen Netzwerken können sogenannte Social Bots getarnt als scheinbar menschliche Accounts beispielsweise Beiträge veröffentlichen, kommentieren, teilen oder anderen Accounts folgen. Sie können dabei den Eindruck erwecken, dass hinter den Aktivitäten viele echte Menschen stehen. Auch Betrüger nutzen automatisierte Systeme, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin, dass Social Bots und Fake-Accounts schwer von echten Personen zu unterscheiden sein können.
Wenn Bots dank KI menschlicher wirken
Die Unterscheidung zwischen Mensch und Bot wird durch künstliche Intelligenz noch schwieriger. Klassische Bots arbeiten häufig nach festgelegten Regeln. KI-gestützte Systeme können dagegen flexibler auf Inhalte und Fragen reagieren und selbst Texte oder andere Inhalte erzeugen.Automatisierte Accounts können dadurch individueller und überzeugender wirken.
Auch Betrüger können sich diese Möglichkeiten zunutze machen. KI hilft beispielsweise dabei, persönliche Informationen zusammenzutragen und daraus glaubwürdige Nachrichten zu formulieren. Auch Bilder, Stimmen und Videos lassen sich inzwischen täuschend echt erzeugen oder manipulieren. Die Polizei warnt deshalb regelmäßig vor Deepfakes und KI-gestützten Betrugsversuchen.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Nicht nur ein ungewöhnliches Profil oder eine auffällige Formulierung kann auf einen Bot hindeuten. Auch überzeugend wirkende Nachrichten, Bilder oder Stimmen sind kein sicherer Beweis dafür, dass tatsächlich ein Mensch dahintersteckt.
Woran erkenne ich einen verdächtigen Account?
Einen sicheren Test gibt es leider nicht. Einzelne Merkmale beweisen nicht, dass hinter einem Account ein Bot oder Betrüger steckt. Mehrere Auffälligkeiten zusammen können aber Anlass sein, genauer hinzusehen.
Achten Sie besonders auf diese sechs Punkte:
- Ungewöhnliches Profil: Das Konto ist neu, enthält kaum persönliche Informationen oder verwendet ein auffälliges bzw. möglicherweise kopiertes Profilbild.
- Auffällig viele Beiträge: Der Account veröffentlicht sehr viele ähnliche Beiträge oder verbreitet immer wieder dieselben Links und Botschaften.
- Plötzliche Veränderungen: Bei einem bekannten Account verändert sich das Verhalten plötzlich oder Nachrichten passen nicht zur bisherigen Kommunikation. Die Verbraucherzentrale warnt beispielsweise vor kopierten Facebook-Profilen, über die anschließend Kontakte angeschrieben und zu Zahlungen, der Herausgabe von Codes oder dem Besuch fragwürdiger Webseiten aufgefordert werden.
- Unerwartete Kontaktaufnahme: Sie werden ohne erkennbaren Anlass angeschrieben und anschließend zu einem Klick, einer Zahlung oder der Herausgabe persönlicher Daten aufgefordert.
- Zeitdruck und Druck: Die Nachricht soll Sie dazu bringen, schnell zu handeln – etwa mit Aussagen wie „Sofort handeln“ oder „Konto gesperrt“.
- Erst prüfen, dann klicken: Links in unerwarteten Nachrichten sollten nicht unüberlegt geöffnet werden.
Wichtig: Persönliche Daten, Passwörter oder Sicherheitscodes gehören nicht in die Hände unbekannter Personen Auch ein scheinbar echtes Profil kann gefälscht oder übernommen worden sein. Im Zweifel sollten Sie die Person über einen bereits bekannten Kommunikationsweg kontaktieren – etwa telefonisch – und fragen Sie nach, warum die Person die Daten von Ihnen benötigt.
Nicht nur auf das Profil schauen – die Information überprüfen
Wer wissen möchte, ob eine Nachricht oder ein Beitrag glaubwürdig ist, sollte sich nicht allein auf den Account verlassen.
Hilfreich sind drei einfache Schritte:
Erstens: Quelle prüfen.
Wer hat die Information ursprünglich veröffentlicht? Gibt es eine nachvollziehbare Quelle?
Zweitens: Gegencheck machen.
Findet sich die Nachricht auch bei seriösen Medien, Behörden oder anderen unabhängigen Quellen?
Drittens: Nicht sofort reagieren.
Je stärker eine Nachricht Angst, Empörung oder Zeitdruck erzeugt, desto wichtiger ist es eine kurze Pause einzulegen.
Gerade bei politischen oder gesellschaftlich wichtigen Themen können automatisierte Accounts und KI-generierte Inhalte dazu beitragen, Falschinformationen schnell zu verbreiten. Das BSI weist darauf hin, dass KI die Produktion und Verbreitung von Desinformation erleichtern kann.
Hier gibt es weitere Informationen zum Thema „ Fake News entlarven – So schützen Sie sich vor falschen Nachrichten im Netz“.
Ist das Blaue Häkchen vertrauensvoll?
Ein blaues Häkchen neben einem Profil kann auf den ersten Blick Vertrauen schaffen. Es ist aber kein sicherer Beweis dafür, dass hinter dem Account tatsächlich die angegebene Person steckt.
Bei Plattformen wie X hat sich die Bedeutung des blauen Häkchens verändert. Dort ist es heute grundsätzlich mit einem kostenpflichtigen Premium-Angebot verbunden. Das Häkchen allein bedeutet daher nicht, dass die Identität der Person hinter dem Account überprüft wurde.
Deshalb gilt: Auch ein Account mit blauem Häkchen sollte nicht automatisch als echt oder vertrauenswürdig angesehen werden. Entscheidend ist, ob sich die Identität und die veröffentlichten Informationen auf anderem Weg nachvollziehen lassen.
Mehr Transparenz bei KI
Seit dem 2. August 2026 gelten nach dem EU-KI-Gesetz weitere Transparenzregeln. In bestimmten Fällen müssen Menschen darüber informiert werden, dass sie mit einem KI-System und nicht mit einem Menschen interagieren. Auch bestimmte KI-erzeugte Inhalte müssen kenntlich gemacht werden.
Das allein ersetzt allerdings nicht den eigenen kritischen Blick. Denn auch wenn eine KI-Kennzeichnung fehlt oder vorhanden ist, sagt das noch nichts darüber aus, ob die Information selbst richtig oder falsch ist. (sie)
Stand: September 2026