Herstellergebundene Ladesysteme sind ein allgemeines Problem. Ob E-Bike-Akkus oder Ladesysteme für Elektrowerkzeuge: Wenige Hersteller entwickeln bisher mobile Energiespeicher für ihre Elektrogeräte, die sich auch mit Geräten der Konkurrenz kombinieren lassen. Somit funktionieren Akkus und Ladegeräte eines Herstellers meist nur an Geräten, die ebenfalls vom selben Hersteller stammen. Stetig wachsende Elektroschrottberge sind die Folge. Denn ist ein Gerät defekt, wandern Akku und Ladegerät womöglich gleich mit in den Entsorgungskreislauf.
Ein Akku für viele Geräte
Elektrowerkzeuge mit Wechsel-Akkus erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Hat man beispielsweise einen Garten, der bewirtschaftet werden soll, kann die Anzahl an akkubetriebenen Geräten im Haushalt schnell im zweistelligen Bereich liegen. Ein Faktor bei der Gerätewahl sollte daher sein, dass ein Akku flexibel an Geräte unterschiedlicher Hersteller passt. Einen Schritt in diese Richtung gehen in Deutschland zwei Systeme. Dafür haben sich Hersteller aus dem Massenmarkt mit Anbietern von Werkzeugen für spezielle Anwendungsfälle darauf verständigt, eine gemeinsame Ladetechnik einzusetzen. So lässt sich beispielsweise der Akku vom Schlagbohrer des einen Herstellers mit der Handkreissäge des anderen Herstellers kombinieren.
Für den Heimwerker und für Profis
Das sogenannte „Cordless Alliance System CAS“Öffnet sich in einem neuen Fenster und die „Power for all alliance“Öffnet sich in einem neuen Fenster wenden sich mit dem Versprechen an die Verbraucherinnen und Verbraucher, dass ihre Wechsel-Akkusysteme untereinander kompatibel sind. Die CAS spricht dabei mit ihrer Produktauswahl eher die Nachfrage im professionellen Handwerk und bei ambitionierten Heimwerkern an, während sich die „Power for all alliance“ an das Heimwerker- und Kleingartensegment richtet. Beiden Systemen ist gleich, dass sie weiteren Partnern offenstehen, damit die Auswahl an kompatiblen Produkten stetig erweitert werden kann. Noch beschränkt sich das Angebot auf 18-Volt-Systeme und deckt daher nur einen Teil der Akku-Kategorien im Werkzeugmarkt ab. Doch beide Systeme sind mittlerweile soweit entwickelt, dass sie eine interessante Alternative zu Herstellern mit firmengebundenen Akku-Systemen darstellen.
Akku-Pflege ist entscheidend
Für alle Akku-Typen gilt, dass die richtige Handhabung und Pflege entscheidend dafür ist, dass Sie lange etwas von den Akkus haben. Es lohnt sich daher, auf folgende Dinge im Umgang mit Akkus zu achten:
- Die Akkus nicht tiefentladen, eine kleine Energiemenge sollte immer im Akku verbleiben.
- Extreme Wärme und Kälte vertragen sich nicht mit Akku-Speichern. Daher sollte bei Verwendung und Lagerung darauf geachtet werden, dass Sie die Akkus keinen Extremtemperaturen aussetzen.
- Wer im Besitz von mehreren Akkus ist, sollte diese gleichmäßig im Einsatz haben. Akkus vertragen einen längeren Zeitraum ohne Nutzung nicht gut.
- Sowohl am Gerät als auch am Akku müssen die Kontakte sauber sein, damit der Strom widerstandsfrei geleitet werden kann.
Sollte ein Akku seine Ladekapazität verlieren, versuchen Sie diesen bitte nicht eigenhändig zu öffnen, um Ursachenforschung zu betreiben! Dies sollte immer einem Fachbetrieb übertragen werden. Auch dürfen Akkus nicht einfach ohne entsprechende Verpackung und Kennzeichnung versendet werden, denn sie gelten als Gefahrgut. Auch hier kann der Fachbetrieb weiterhelfen, wenn es um die Zusendung eines defekten Akkus geht. (eck)
Stand Januar 2026