In Deutschland ist Mineralwasser nach Kaffee das Getränk, das am häufigsten getrunken wird. Jeder Mensch trinkt hierzulande rund 125Liter im Jahr, sagt der Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V.. Auch wenn die Deutschen das Wasser mit Sprudel bevorzugen, so gibt es auch eine Nachfrage nach stillem Wasser, also Wasser ohne Kohlensäure.
Wie kommt die Kohlensäure ins Wasser?
Wasser mit Kohlensäure wird pur oder auch gerne mit Fruchtsaft zu einer Schorle gemischt getrunken. Doch wie kommt die Kohlensäure in das Wasser? Auf natürliche Weise entsteht Kohlensäure, wenn sich Kohlenstoffdioxid (CO₂) im Wasser löst. Dies geschieht unter anderem in Regionen mit vulkanischer oder geologisch aktiver Vergangenheit. Dort kann Kohlendioxid aus tieferen Erdschichten aufsteigen und sich im Grundwasser anreichern.
Für den Kohlensäuregehalt von Medium- oder Classic-Mineralwässern gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Deshalb können verschiedene Produkte trotz gleicher Bezeichnung unterschiedlich stark prickeln. Der Gehalt an Kohlendioxid kann beispielsweise zwischen etwa 2,9 und 5,2 Gramm pro Liter liegen.
Warum schmeckt Mineralwasser nicht immer gleich?
Bis aus Regenwasser Mineralwasser wird, muss das Wasser im Boden viele Meter zurücklegen. Nach dem Einsickern in den Boden sammelt sich das Regenwasser in unterirdischen Reservoirs, die manchmal mehrere Hundert Meter tief unter der Erde liegen können. Da auf dem Weg dorthin das Wasser durch mehrere Gesteinsschichten mit unterschiedlichen mineralischen Eigenschaften fließt, wird das Wasser nicht nur gereinigt und gefiltert, sondern gleichzeitig auch mit Mineralien angereichert. Je nach Region und den dort vorkommenden Gesteinsschichten variiert der Gehalt an Mineralien in Art und Menge und damit der Geschmack des Mineralwassers. Demzufolge kann es salzig, sauer oder bitter schmecken.
Ist Mineralwasser mit Kohlensäure gesundheitsschädlich?
Der Gehalt an Kohlensäure beeinflusst den pH-Wert des Wassers. Kohlensäurehaltiges Wasser weist meist einen leicht sauren pH-Wert auf. Stilles Mineralwasser kann dagegen – je nach natürlicher Mineralisierung – unterschiedliche pH-Werte besitzen und ist nicht automatisch neutral. Aufgrund seines leicht sauren Charakters wird kohlensäurehaltiges Mineralwasser gelegentlich als weniger gesund angesehen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass Sprudelwasser für gesunde Menschen grundsätzlich ebenso unbedenklich ist wie stilles Wasser. Zudem kann Kohlensäure die Vermehrung bestimmter Mikroorganismen erschweren und trägt damit zur Haltbarkeit des Wassers bei.
Vorsicht bei empfindlichem Magen
Mit dem Trinken von kohlensäurehaltigem Mineralwasser gelangt das Gas Kohlendioxid in den Körper, das wieder abgegeben werden muss. Dies geschieht auf zwei Wegen: Ein Teil des Gases wird über den Darm ins Blut aufgenommen, zur Lunge transportiert und dort abgeatmet. Der andere Teil entweicht über Aufstoßen und Blähungen. Da dies in der Regel harmlos ist, kann Sprudelwasser als gesund bewertet werden.
Eine Ausnahme besteht bei Personen, die zu Sodbrennen neigen. Nach dem Trinken von kohlensäurehaltigem Wasser kann bei ihnen beim Aufstoßen Magensäure in die Speiseröhre gelangen und Sodbrennen auslösen. Auch bei empfindlichem Magen ist Wasser ohne oder mit nur wenig Kohlensäure empfehlenswerter.
Greift Sprudelwasserden Zahnschmelz an?
Immer wieder ist zu lesen, dass die Säure im Mineralwasser den Zahnschmelz angreifen soll. Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand gilt jedoch normales Mineralwasser mit Kohlensäure nicht als schädlich für den Zahnschmelz. Die enthaltene Kohlensäure ist eine schwache Säure und besitzt nur eine sehr geringe erosive Wirkung. Deutlich problematischer für die Zähne sind zuckerhaltige oder säurehaltige Erfrischungsgetränke wie Cola, Limonaden oder Energydrinks.
Sprudelwasser - eine wichtige Zutat in der leichten Küche
Natürliches Mineralwasser ist in der leichten Küche beim Kochen und Backen vielseitig einsetzbar:
- Fettfreies Dünsten und Braten
Wird zum Dünsten von Gemüse Mineralwasser statt Leitungswasser verwendet, sorgen die Mineralien dafür, dass das Gemüse seine Farbe behält und knackig bleibt.
Auch Fisch und Fleisch können mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser fettfrei in der Pfanne gebraten werden. Hierzu das Sprudelwasser in eine beschichtete Pfanne geben, kurz aufschäumen lassen und dann darin das Bratgut goldgelb garen. Ist die Flüssigkeit verdampft, etwas Mineralwasser bei Bedarf zugeben. Wichtig dabei ist, dass nur der Boden mit Wasser bedeckt ist, damit Fisch und Fleisch gebraten und nicht gekocht werden.
- Cremige Desserts
Wird zum Glattrühren von Quark Sprudelwasser statt Milch oder Fruchtsaft verwendet, so wird die Süßspeise besonders fluffig und cremig. Auf diese Weise hergestellt, werden auch Waffeln oder Mousse schön cremig, was Milch und Sahne und damit auch Kalorien spart.
- Lockerer Teig
Wird ein Teil der Milch durch Mineralwasser ersetzt, verbessert dies die Fluffigkeit von Pfannkuchen oder Spätzle. Auch Eierspeisen wie Rührei oder Omelett werden lockerer, wenn statt Milch Mineralwasser verwendet wird. Im Kuchenteig unterstützt Sprudelwasser die Lockerung, ersetzt Backpulver jedoch nicht vollständig. Bei Hefeteig kann Mineralwasser die Teigstruktur verbessern und für eine lockere Krume sorgen, die Hefemenge lässt sich dadurch jedoch meist nicht wesentlich reduzieren. (sie/fra)
Stand: Juni 2026