Mücken hängen auf einem Fliegengitter

Stechmücken: So schützen Sie sich vor den Blutsaugern

Sobald die Temperaturen steigen, sind sie wieder da und machen mit ihrem typischen Surren auf sich aufmerksam: Stechmücken. Rund 50 verschiedene Arten kommen in Hessen vor und einige werden im Sommer zur echten Belastung. Doch warum stechen sie eigentlich, wie gefährlich ist das – und was hilft wirklich gegen die Plagegeister?

Etwa zehn bis 15 Prozent der heimischen Stechmücken-Arten suchen sich Menschen als Nahrungsquelle. Dabei saugen ausschließlich die Weibchen Blut, da sie die darin enthaltenen Proteine für die Entwicklung ihrer Eier benötigen. Männliche Mücken ernähren sich hingegen von Nektar und anderen zuckerhaltigen Pflanzensäften. Beim Stich gibt die Mücke Speichel in die Haut ab, der die Blutgerinnung hemmt und das typische Jucken verursacht. Wie attraktiv ein Mensch für Mücken ist, hängt unter anderem vom individuellen Körpergeruch, der Menge an ausgeatmetem Kohlendioxid (CO₂), bestimmten Hautstoffen, der Hauttemperatur und -feuchtigkeit ab.

Neue Mückenarten: Die Asiatische Tigermücke in Hessen

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat sich in Hessen inzwischen in 14 Stadt- und Landkreisen nachweislich etabliert, darunter Frankfurt, Wiesbaden, Hanau sowie die Kreise Bergstraße, Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg, Main-Taunus, Hochtaunus und Main-Kinzig. Vereinzelte Nachweise gibt es darüber hinaus unter anderem im Rheingau-Taunus-Kreis, im Wetteraukreis und in Darmstadt.

Erkennbar ist die Tigermücke an ihrer schwarz-weißen Zeichnung. Sie ist kleiner als viele heimische Arten und sticht häufig auch tagsüber. Die Sie gilt als potenzielle Überträgerin von Krankheitserregern wie Dengue-, Chikungunya-, Zika- und West-Nil-Viren. Da diese Erreger in Deutschland bislang nur selten vorkommen, ist das aktuelle Übertragungsrisiko noch gering. Mit der anhaltenden klimatischen Veränderung kann das Risiko jedoch langfristig steigen.

Das Hessische Landesamt für Gesundheit und PflegeÖffnet sich in einem neuen Fenster (HLfGP) betreibt ein landesweites Monitoring. Verdächtige Sichtungen können per Foto an klima@hlfgp.hessen.de gemeldet werden.

Brutstätten beseitigen – die wichtigste Maßnahme gegen Mücken

Um Mücken wirksam zu reduzieren, sind vorbeugende Maßnahmen entscheidend. Stechmücken vermehren sich in kleinsten Wasseransammlungen wie Regentonnen, Blumentopfuntersetzern, Gießkannen, Pfützen oder alten Autoreifen.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:

  • Regentonnen stets abgedeckt halten
  • Wasserbehälter trocken lagern oder umdrehen
  • Vogeltränken regelmäßig reinigen und Wasser austauschen
  • stehende Wasseransammlungen konsequent vermeiden

Diese Maßnahmen zählen zu den wirksamsten im privaten Umfeld. Ergänzend können sogenannte B.t.i.-Tabletten (Bacillus thuringiensis israelensis) eingesetzt werden, beispielsweise in Regentonnen. Der Wirkstoff wirkt gezielt gegen Stechmückenlarven und gilt als weitgehend selektiv. Mückenlarven lassen sich an ihren typischen, zuckenden Bewegungen knapp unter der Wasseroberfläche erkennen. Bei Erschütterung tauchen sie schnell nach unten ab.

Wie kann man sich schützen?

Das Risiko von Mückenstichen lässt sich mit einfachen Mitteln deutlich reduzieren:

  • Helle, locker sitzende Kleidung tragen
  • Möglichst viel Haut durch lange Kleidung bedecken
  • Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen anbringen (sehr wirksam)
  • Fenster und Türen in den Abendstunden nur bei angebrachten Insektenschutzgittern öffnen
  • Moskitonetze, insbesondere für Kinder und empfindliche Personen, verwenden

Mückenabweisende Mittel, sogenannte Repellents, mit Wirkstoffen wie Diethyltoluamid (DEET) oder Icaridin bieten für mehrere Stunden zuverlässigen Schutz. Pflanzliche Alternativen, etwa auf Basis von Citriodiol, können ebenfalls wirksam sein, halten jedoch in der Regel kürzer an. Produkte mit ätherischen Ölen wie Lavendel oder Zitronenmelisse zeigen dagegen meist nur eine begrenzte Wirkung.

Technische Geräte zur Mückenabwehr – etwa Ultraschallgeräte – haben sich in wissenschaftlichen Untersuchungen überwiegend als unwirksam erwiesen. Entsprechende Angebote sollten daher genau geprüft werden.

Natürliche Gegenspieler im Garten

Auch in der Natur gibt es Unterstützung im Kampf gegen die Plagegeister: Fledermäuse, Vögel und Fische ernähren sich unter anderem von Mücken oder deren Larven. Bewegtes Wasser, etwa durch Springbrunnen, kann die Entwicklung von Larven zusätzlich erschweren.

Duftpflanzen wie Katzenminze oder Tomaten werden häufig als mückenabweisend beworben. Ihre Wirkung ist jedoch begrenzt und sie sind kein Ersatz für andere Schutzmaßnahmen.

Was tun nach einem Stich?

Nach einem Mückenstich helfen einfache Maßnahmen:

  • Kühlen der betroffenen Stelle,
  • möglichst nicht kratzen, um Entzündungen zu vermeiden.

Antihistamin-haltige Gele oder Cremes (zum Beispiel mit dem Wirkstoff Dimetinden) können Juckreiz und Schwellung lindern. Bei stärkeren Reaktionen kann kurzfristig eine niedrig dosierte Hydrokortison-Creme eingesetzt werden. Eine Beratung in der Apotheke ist empfehlenswert.

Als Alternative zu Gelen können sogenannte Hitzestifte (Thermostichheiler) eingesetzt werden: Sie erhitzen die Einstichstelle für wenige Sekunden auf rund 51 Grad Celsius und lindern so Juckreiz und Schwellung. Nicht empfohlen sind sie bei stark empfindlicher Haut sowie bei Menschen mit Durchblutungsstörungen oder Diabetes. Bei bekannter Insektenstichallergie ersetzen sie kein Notfallset. Wer sich für ein solches Gerät interessiert, sollte sich im Fachhandel individuell beraten lassen.

Bei stark anschwellenden Stichen, empfindlichen Körperstellen (zum Beispiel Augenlidern) oder zusätzlichen Symptomen wie Fieber und starken Kopfschmerzen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden – insbesondere nach Aufenthalten in Risikogebieten.

Bekämpfung auf kommunaler Ebene

Die sogenannte Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS e.V.) wurde 1976 gegründet und ist ein Zusammenschluss von über 90 Kommunen aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Ihr Schwerpunkt liegt in der Oberrheinebene.

Die KABS setzt zur Bekämpfung von Stechmückenlarven biologische Mittel auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis israelensis (B.t.i.) ein – sowohl am Boden als auch per Hubschrauber. Neben der klassischen Mückenbekämpfung unterstützt die Organisation zunehmend auch Maßnahmen gegen die Asiatische Tigermücke.

Gesundheitliche Aspekte

Mückenstiche sind in Deutschland in der Regel harmlos, wenn auch lästig. Gelegentlich treten allergische Reaktionen auf, selten kommt es durch Kratzen zu Sekundärinfektionen.

Eine zunehmende Rolle spielt jedoch das West-Nil-Virus, das durch heimische Stechmücken übertragen werden kann. In Deutschland wurden bisher vor allem in Ostdeutschland (zum Beispiel Berlin, Brandenburg, Sachsen) vermehrt Nachweise bei Vögeln und Pferden erbracht. Beim Menschen verläuft eine Infektion häufig symptomlos oder mit grippeähnlichen Beschwerden, in seltenen Fällen können schwerere Verläufe auftreten. Ein Impfstoff für Menschen steht derzeit nicht zur Verfügung.

Im Zuge des Klimawandels und der Ausbreitung neuer Mückenarten wie der Asiatischen Tigermücke steigt langfristig das Risiko, dass auch weitere Krankheiten wie Dengue- oder Chikungunya-Fieber in Deutschland übertragen werden könnten. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass infizierte Personen als Erregerquelle dienen. Aktuell wird dieses Risiko von den Gesundheitsbehörden als gering eingeschätzt, aber aufmerksam beobachtet.

(eck)

Stand: Mai 2026

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