Kaugummis sind nicht nur bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Auch mancher Erwachsener hat noch Freude daran, die klebrige Masse zu einer Blase zu pusten. Schätzungen zufolge kaut jeder Deutsche jährlich etwa 100 Kaugummis.
Was ist im Kaugummi drin?
Für den Geschmack im Kaugummi sorgen Aromen, Zucker und Süßstoffe, wobei die Geschmacksrichtung von süß über sauer bis scharf reicht. Die Hauptzutat ist die Kaumasse, deren genaue Zusammensetzung vom Hersteller nicht angegeben werden muss. Üblich sind Kunststoffverbindungen, die nach den lebensmittelrechtlichen Vorschriften erlaubt sind. Die Zugabe von Zusatzstoffen (z.B. Weichmacher, Feuchthaltemittel, Emulgatoren, Farbstoffe) gewährleistet, dass die Masse flexibel und leicht formbar ist und sich auch nach mehreren Stunden Kauen nicht auflöst.
Die Rohmasse für Kaugummi wird meistens synthetisch hergestellt. Grundlage hierfür sind Kunststoffe, die aus dem Rohstoff Erdöl hergestellt wurden und biologisch nicht abbaubar sind. Auch aus Naturstoffen lässt sich die Kaumasse herstellen, doch dies reicht bei weitem nicht aus, um die weltweite Nachfrage nach Kaugummi zu decken.
Kaugummis auf Naturbasis haben ihren Preis
Wer lieber auf Kaugummis kauen möchte, die ohne Kunststoffe hergestellt wurden, kann Kaugummis aus Naturstoffen kaufen. Dafür muss er allerdings auch bereit sein, etwas mehr zu bezahlen, da die Gewinnung der natürlichen Rohstoffe aufwändig ist.
Natürliche Rohstoffe können sein:
- Baumharze wie Kautschuk oder Mastix
- Die Früchte des weißen Breiapfelbaumes enthalten einen weißen Milchsaft, der zu der Rohmasse Chicle verarbeitet werden kann
Zuckerfreie Kaugummis bevorzugt
Kaugummi hat einen süßen Geschmack, der durch Zucker oder durch Süßungsmittel erreicht wird. Heutzutage wird beim Kauf von Kaugummi überwiegend die zuckerfreie Variante gewählt, da dieser pro Stück Kaugummi nur etwa 2 bis 5 Kalorien enthält und auch keine Karies verursachen kann. Kaugummi mit Zucker wird als süßer empfunden und enthält 5-10 Kalorien pro Stück.
Kaugummisorten: Zeitvertreib und Zusatznutzen
Kaugummis werden nicht nur zum Zeitvertreib gekaut. Häufig möchte man damit auch einen bestimmten Zweck erreichen. Deshalb gibt es heutzutage viele verschiedene Produkte, die unterschiedliche Wirkungen versprechen:
- Kaugummi zur Zahnpflege
Gerne werden diese Kaugummis nach dem Essen gekaut, wenn keine Möglichkeit zum Zähneputzen besteht. Diese Gummis sollen nicht nur die Zähne säubern, sondern sie auch mit Mineralien versorgen. Enthalten Zahnpflegekaugummis noch Natriumkarbonat, soll dies Zahnverfärbungen vorbeugen
- Kaugummi gegen Mundgeruch
Dieser Kaugummi hilft, geruchsbildende Bakterien zu bekämpfen. Zudem enthält er mehr Aromen, die den schlechten Mundgeruch überdecken. Dies gelingt jedoch meist nur kurze Zeit.
- Kaugummi gegen Reiseübelkeit
Bei diesem Verwendungszweck enthält das Produkt einen Wirkstoff, der im Gehirn das Zentrum für Übelkeit hemmen soll.
Bei Flugreisen ist Kaugummi kauen auch deshalb hilfreich, da die Kaubewegung beim Druckausgleich hilft und die Ohren wieder „frei“ sind.
- Kaugummi mit Koffein
Durch das Kauen wird das enthaltene Koffein freigesetzt und über die Schleimhäute vom Körper aufgenommen. Dadurch soll – ähnlich wie bei einer Koffeinaufnahme mit Kaffee - einer Müdigkeit vorgebeugt werden.
- Kaugummi mit Nikotin
Mit dem Rauchen aufzuhören ist für langjährige Raucher nicht einfach. Nikotinkaugummis sollen dabei helfen, indem statt eine Zigarette zu rauchen ein Nikotinkaugummi gekaut wird. Durch das Kauen wird das enthaltene Nikotin freigesetzt und gelangt über die Schleimhäute ins Blut. Dadurch sollen die Entzugserscheinungen gemildert werden.
Kaugummi ist gut für die Zähne und die Konzentration
Neben den speziellen Inhaltsstoffen hat auch das langanhaltende Kauen positive Effekte auf die Gesundheit:
- Kaugummi kauen gegen Karies
Durch das Kauen wird vermehrt Speichel in den Mundschleimhäuten gebildet, so dass damit Speisereste leichter entfernt werden. Auch die zahnschädlichen Säuren werden weggespült, wodurch der pH-Wert im Mund ansteigt und Bakterien sich nicht so gut vermehren können. Vor allem zuckerfreier Kaugummi beugt der Kariesentstehung vor, da sie für Bakterien keine Nahrung enthalten.
- Kaugummi kauen fördert die Konzentration
Das lange Kauen fördert die Durchblutung im Gehirn, so dass mehr Sauerstoff ins Gehirn transportiert wird und dadurch die Konzentration und das Denkvermögen erhöht werden. Auch empfinden manche Menschen das Kauen als stressabbauend.
Zu viel Kaugummi kauen kann ungesund sein
Kaugummis enthalten oft Zusatzstoffe, damit sie einen angenehmen Geschmack haben und sich gut kauen lassen. Bei häufigem Kaugummikonsum nimmt man somit auch mehr Zusatzstoffe zu sich. Gerade die zuckerfreien Kaugummis, die Süßungsmittel wie Sorbit oder Xylit enthalten, können bei hohem Verzehr zu Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Unwohlsein führen können.
Auch wenn Kauen den Speichelfluss anregt und den Zähnen guttut, zu viel Kauen strapaziert die Muskeln und die Gelenke im Kiefer ganz ordentlich. Dies kann dann zu einem Knacken im Kiefer bei einer Kaubewegung führen und die Zähne erheblich strapazieren.
Kaugummi ist nicht umweltfreundlich
Herkömmliche Kaugummis sind wegen der enthaltenen Kunststoffanteile nicht biologisch abbaubar. Ausgespuckte oder weggeworfene Kaugummis sind somit noch jahrelang auf der Straße zu finden. Das Säubern der Straßen von Kaugummiresten ist sehr aufwändig. Wer erwischt wird beim Kaugummi spucken auf die Straße, kann dafür einige Euros Strafe bezahlen müssen. So sind in Frankfurt am Main ein Bußgeld von 120 Euro zu zahlen.
Kaugummiliebhaber sollten deshalb die Kaumasse nicht gedankenlos ausspucken, sondern in Papier verpackt im Müll entsorgen.
Wer einen Kaugummi ohne Kunststoffe haben möchte, kann zu Kaugummis aus Naturstoffen greifen. Bio-Kaugummi, der zu 100 Prozent abbaubar ist, gibt es in Reformhäusern zu kaufen.
Kaugummi ist schwierig zu entfernen
Gekauter Kaugummi, der aus Unachtsamkeit oder anderen Gründen am Baumwollpullover, in der Jeansjacke, in einer Ritze des Sessels oder gar im Haar landet und dort eintrocknet, ist nicht so leicht zu entfernen.
Folgende Tipps helfen dabei:
- Kleidung mit dem Kaugummifleck einige Stunden lang im Gefrierfach aufbewahren. Danach müsste sich der Kaugummi abkratzen lassen. Mögliche Reste können mit Spiritus oder Waschbenzin, das auf ein Tuch gegeben wird, abgerieben werden.
- Auf Teppichen oder Möbelstücken sollten die Kaugummis erst ausgehärtet werden. Kühl—Akkus oder ein kühlendes Sportspray helfen hierbei. Danach kann der Kaugummi abgekratzt werden. Noch anhaftende Reste werden ebenfalls mit Spiritus angerieben.
- Kaugummi aus dem Haar zu entfernen ist aufwändig. Um den Kaugummi geschmeidig zu machen, wird er mit Öl oder einer Creme eingerieben. Danach den Kaugummi in kleinen Stücken aus dem Haar ziehen.
Übrigens: Verschluckter Kaugummi ist harmlos
Kinder wie Erwachsene brauchen sich nicht sorgen, dass der Magen oder Darm verklebt, wenn sie versehentlich einen Kaugummi verschlucken. Im Körper – egal ob Mund oder Magen – legt sich um die Kaumasse ein Feuchtigkeitsfilm, der ein Festkleben verhindert. Die klebrige Masse geht dann den Weg wie alles, was nicht verdaulich ist und der Körper nicht brauchen kann: Sie wird mit dem Stuhl unverdaut ausgeschieden. (fra)
Stand: Juli 2026