Laut einer Erhebung des Branchenverbands Bitkom aus 2022 sammeln sich in deutschen Haushalten etwa 49 Millionen ungenutzte alte Computer – ausrangierte Geräte aus Unternehmen nicht hinzugerechnet. Eine unfassbar hohe Zahl! Doch handelt es sich dabei nicht immer um unnützen Elektroschrott. Bevor die Geräte auf dem Wertstoffhof entsorgt werden, sollten Sie daher einmal genau hinschauen, was für „Schätze“ eigentlich in Schubladen und Schränken schlummern. Nicht immer bedeuten nämlich ein schlapper Akku oder ein lahmes Arbeitstempo, dass ein neues Gerät fällig wird. Falls Sie sich aber doch für eine Neuausführung entscheiden, freut sich vielleicht eine andere Person über ihren ausrangierten Rechner.
Ein Rechner im Schneckentempo?
Der Computer wird immer langsamer? Das könnte daran liegen, dass sich im Laufe der Zeit zahlreiche Programme und Dateien angesammelt haben. Denn neben dem Betriebssystem legen auch viele Programme bei ihrer Nutzung Daten auf der Festplatte ab, die nicht immer automatisch wieder verschwinden. Die Folge: Der Computer wird mit der Zeit zunehmend träger.
Zunächst lohnt es sich daher, nicht mehr benötigte Programme zu deinstallieren, temporäre Dateien zu löschen und den Autostart aufzuräumen. Auch ausreichend freier Speicherplatz kann dazu beitragen, dass der Rechner wieder etwas flüssiger läuft.
Ist im Laptop noch eine herkömmliche Festplatte (HDD) verbaut, kann sich außerdem der Austausch gegen eine SSD lohnen. Gerade bei älteren Geräten kann eine SSD einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil bringen und den Start von Windows sowie das Öffnen von Programmen erheblich beschleunigen. Ob sich ein solches Upgrade lohnt, hängt allerdings davon ab, ob der Laptop technisch aufrüstbar ist.
Ist das Betriebssystem noch sicher?
Bevor Sie einen alten Laptop weiterverwenden, sollten Sie prüfen, ob das installierte Betriebssystem noch mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Besonders wichtig ist das bei älteren Windows-Geräten: Der Support für Windows 10 ist am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Wer einen älteren Laptop besitzt, sollte daher zunächst prüfen, ob das Gerät für Windows 11 geeignet ist.
Ist das nicht der Fall, muss der Laptop aber nicht automatisch zum Elektroschrott werden. Eine Alternative kann ein aktuelles Linux-Betriebssystem sein. Für ältere Geräte kommen beispielsweise schlanke Varianten wie Xubuntu oder Lubuntu infrage, die weniger leistungsfähige Hardware benötigen als das normale Ubuntu Desktop. Ubuntu selbst empfiehlt solche Varianten für Systeme mit geringerer Ausstattung.
Die Bedienung moderner Linux-Systeme ist inzwischen durchaus benutzerfreundlich. Wer bisher ausschließlich Windows oder macOS genutzt hat, muss sich allerdings zunächst an die neue Oberfläche und einige andere Bedienkonzepte gewöhnen.
Fürs Surfen: ChromeOS Flex
Wird der alte Laptop hauptsächlich zum Surfen, für E-Mails und andere Aufgaben im Internet verwendet, kann auch ChromeOS Flex eine interessante Möglichkeit sein. Das Betriebssystem von Google lässt sich auf vielen älteren PCs und Laptops installieren und kann ihnen so zu einem zweiten Leben verhelfen.
Allerdings ist nicht jedes Gerät gleichermaßen geeignet. Google unterstützt offiziell nur bestimmte, zertifizierte Modelle. Vor der Installation sollten Sie deshalb prüfen, ob Ihr Laptop auf der Liste der unterstützten Geräte steht. Als Mindestvoraussetzungen nennt Google unter anderem 4 GB Arbeitsspeicher und 16 GB Speicherplatz.
ChromeOS Flex ist besonders auf die Nutzung von Webanwendungen ausgelegt. Eine Internetverbindung ist daher für viele Anwendungen wichtig. Anders als bei einem klassischen Chromebook werden bei ChromeOS Flex außerdem keine Android-Apps unterstützt.
Auch ein Laptop muss mal in die Reparatur…
Unterstützung beim Auf- beziehungsweise Umrüsten des in die Jahre gekommenen Rechners gibt es zum Beispiel in Repair-Cafés. Mittlerweile gibt es in vielen Städten diese Zusammenkünfte, bei denen man unter technischer Anleitung seine Geräte selbstständig reparieren kann. Zusätzlich finden sich immer häufiger offene Werkstätten, die Maschinen, Materialien und Werkzeuge zur freien Nutzung anbieten. Wo es mittlerweile überall solch eine freie Werkstatt gibt, können Sie auf der Website des Verbunds Offener WerkstättenÖffnet sich in einem neuen Fenster einsehen.
Auch die FIXIT-Community kann weiterhelfen! Bei IFixit handelt es sich um eine weltweite Online-Gemeinschaft, die sich gegenseitig bei der Reparatur von Geräten unterstützt. Dabei kann jeder eine Reparaturanleitung erstellen oder bereits existierende Anleitungen bearbeiten oder verbessern. Gleichzeitig können Sie auf der Website direkt Werkzeug oder Ersatzteile für die jeweiligen zu reparierenden Geräte bestellen. Reparaturanleitungen sind kostenlos.
Der Akku macht nicht mehr mit? Kein Grund, den Laptop direkt zu entsorgen!
Nicht selten ist der Grund für die Anschaffung eines neuen Laptops, ein kaputter Akku am alten Gerät. Wer seinen Schreibtisch nahe einer Steckdose stehen hat, kann den „alten“ Rechner ohne Weiteres weiterhin mit Netzteil nutzen. Vorher sollte lediglich der defekte Akku ausgebaut werden. Zudem kommen Sie beim Kauf eines neuen Akkus Sie wesentlich günstiger weg als beim Erwerb eines Neugerätes.