Holz-Weinkiste mit verschiedenen Kräutern bepflanzt, wie beispielsweise Basilikum, Rosmarin, Majoran und Minze.

Schneiden, trocknen, lagern: Gartenkräuter und Gewürze richtig ernten

Gartenkräuter und Gewürzpflanzen bringen Aroma in die Küche und lassen sich mit wenig Aufwand haltbar machen. Ob aus dem Garten, vom Balkon oder von der Fensterbank: Mit der richtigen Ernte und Verarbeitung bleiben Geschmack und Qualität lange erhalten. Wie das gelingt, erfahren Sie hier.

Wann ist die beste Erntezeit?

Kräuter sind besonders aromatisch, wenn sie kurz vor der Blüte geerntet werden. Das gilt für viele Blattkräuter wie Minze, Kresse oder Majoran. Blühende Kräuter können weiterhin verwendet werden, haben jedoch häufig einen intensiveren, teils bitteren oder schärferen Geschmack.

Für die Weiterverarbeitung empfiehlt es sich, Kräuter am frühen Vormittag zu ernten, sobald der Tau abgetrocknet ist. Bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit sollten Sie Kräuter nicht ernten, da dies ihre Haltbarkeit beeinträchtigen kann. Der Schnitt sollte außerdem nicht zu tief erfolgen, damit die Pflanze weiterwachsen kann. Regelmäßiges Schneiden fördert zudem den Neuaustrieb.

Beschädigte, kranke oder vertrocknete Pflanzenteile sollten konsequent aussortiert werden.

Samen (zum Beispiel von Kümmel oder Anis) werden am besten geerntet, wenn sie noch leicht feucht sind, um Verluste zu vermeiden. Die abgeschnittenen Pflanzenteile werden zunächst getrocknet. Anschließend werden die Samen abgetrennt.

Zu Hause sollten die Kräuter zunächst gut abgewaschen und am besten frisch verarbeitet werden.

Tipps zum richtigen Trocknen

Viele Kräuter lassen sich durch Trocknen haltbar machen. Dabei sollten sie nicht in direkter Sonneneinstrahlung getrocknet werden, da Licht und Hitze die Qualität beeinträchtigen können. Ideal ist ein luftiger, trockener und schattiger Ort.

Die Kräuter werden in kleinen Bündeln aufgehängt oder locker ausgelegt. Bei ungünstigen Wetterbedingungen kann eine Nachtrocknung im Backofen (bei niedriger Temperatur) oder in einem geeigneten Trocknungsgerät erfolgen.

Bei Kräutern mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen sollte die Temperatur 40 Grad Celsius nicht überschreiten, da sich die wertvollen Öle leicht verflüchtigen.

Die Trocknung ist abgeschlossen, wenn Blätter rascheln und Stängel leicht brechen. Danach werden die Kräuter zerkleinert und in luftdichten, trockenen und lichtgeschützten Gefäßen aufbewahrt.

Hinweis

Getrocknete Kräuter sollten kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Sie verlieren mit der Zeit an Aroma und sollten in der Regel innerhalb von sechs bis zwölf Monaten verbraucht werden.

Kräuter haltbar machen – Möglichkeiten im Überblick

  • Haltbarmachen durch Trocknen 
    Das ist die klassische Methode zur Haltbarmachung. Die meisten Küchenkräuter eignen sich dafür gut. Wurzeln verlieren dabei teilweise an Aroma.
  • Kräuter tiefgefrieren
    Kräuter zerkleinern, in Eiswürfelschalen oder portionsweise in Folienbeutel beziehungsweise Alufolien verpacken und einfrieren. Diese schonende Methode ist für Petersilie, Dill, Basilikum, Thymian, Estragon, Melisse und Schnittlauch besonders zu empfehlen. Aroma und Farbe bleiben erhalten.
  • Kräuteressig herstellen
    Kräuter in weißen Weinessig einlegen und mehrere Wochen ziehen lassen. Wichtig: Nur saubere Gefäße verwenden und darauf achten, dass die Kräuter vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sind. Für Kräuteressig eignen sich beispielsweise Estragon, Dill, Pimpinelle, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Minze, Lorbeerblätter oder auch Knoblauch und Zwiebeln.
  • Kräuteröle herstellen
    Kräuteröle sind zum Würzen, als Heilmittel zur äußeren Anwendung und zur Schönheitspflege gebräuchlich. Zur Herstellung werden Kräuter in Öl eingelegt. Achtung: Für Kräuteröle möglichst getrocknete Kräuter verwenden, da frische Kräuter Wasser enthalten und das die Haltbarkeit beeinträchtigen kann. Andernfalls besteht ein Risiko für gesundheitsschädliche Keime. Das Öl sollte kühl, dunkel und nur begrenzt gelagert werden.
  • Kräutergelee
    Fruchtgelees, wie beispielsweise Apfel- oder Quittengelee können mit Kräutern, wie etwa Rosmarin, Majoran, Minze, Thymian, Estragon, Salbei, Waldmeister oder Zweigen von Duftpelargonien, aromatisiert werden. Kräutergelees schmecken als Beigaben zum Beispiel zu verschiedenen Gerichten: Basilikumgelee zu Hacksteaks, Waldmeistergelee zu Wild, Rosmaringelee zu Truthahn, Estragongelee zu Fisch und Huhn.
  • Kräutertee und Teegetränke
    Es wird zwischen Arznei- und Haustees unterschieden:

    • Arzneitees dienen gezielten Anwendungen und sollten nur nach fachlicher Empfehlung und zeitlich begrenzt verwendet werden.
    • Haustees sind Mischungen für den täglichen Genuss.

    Vorzügliche Durstlöscher sind an heißen Tagen kalte Teegetränke aus selbst hergestelltem Haustee, ergänzt mit Säften, Mineralwasser und zerkleinerten Früchten.

Hinweis

Nicht alle Kräuter sind für jede Person geeignet (zum Beispiel bei Allergien, Schwangerschaft oder bestimmten Erkrankungen). Im Zweifel sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.

Kräuteranbau ohne Garten

Auch ohne Garten lassen sich viele Kräuter erfolgreich auf Balkon oder Terrasse anbauen. Wichtig ist, dass ein geeigneter Standort mit ausreichend Licht, ein passendes Substrat und eine gute Wasserversorgung gewährleistet ist.

Staunässe sollte vermieden werden (zum Beispiel durch Drainage im Topf). Zudem haben verschiedene Kräuter unterschiedliche Ansprüche an Wasser und Pflege.

Aufgepasst!

Nur Sammeln, was man kennt!

Bevor man sich auf die Suche nach Wildkräutern begibt, sollten einige Dinge beachtet werden:

  • Die wohl wichtigste Regel lautet: Nur das Sammeln, was man kennt. Verwechslungen mit giftigen Pflanzen können gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.
  • Bei Verdacht auf eine Vergiftung umgehend die Giftnotrufzentrale anrufen!
  • Manche Wildkräuter stehen unter Naturschutz und dürfen deswegen nicht gepflückt werden. In Naturschutzgebieten ist das Pflücken von Pflanzen generell tabu.
  • Um Verwechslungen auszuschließen, kann ein Pflanzenführer für Wildkräuter aus dem Buchhandel beim Bestimmen helfen.
  • Kräuterwanderungen bieten eine prima Gelegenheit, Wildkräuter unter Aufsicht eines Fachkundigen kennenzulernen. Für Infos zu Wanderungen in Ihrer Region reicht eine kurze Internetrecherche.
  • Kräuter, die an Straßen- oder auf Ackerrändern wachsen, sollten nicht gepflückt werden. Hier besteht die Gefahr der Schafstoffbelastung durch vorbeifahrende Autos oder Pflanzenschutzmittel. Bei Hundewiesen sollte ebenfalls vom Einsammeln der Kräuter abgesehen werden.

(sie)

Stand: April 2026

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