Warum Mulchen im Sommer sinnvoll ist
Hitzetage und wochenlange Trockenheit im Sommer setzen nicht nur Menschen, sondern auch Pflanzen zu. Wenn die Sonne den Boden stark aufheizt und Regen ausbleibt, verdunstet wertvolle Feuchtigkeit besonders schnell. Eine einfache und wirkungsvolle Methode, den Garten in dieser Zeit zu schützen, ist das Mulchen. Dabei wird der Boden rund um Pflanzen mit einer schützenden Schicht aus organischem Material bedeckt.
Mulch wirkt dabei wie eine natürliche Isolierung. Er schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und verhindert, dass sich die Erde zu stark aufheizt. Gleichzeitig wird die Verdunstung deutlich reduziert. Dadurch bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden erhalten und die Pflanzen müssen je nach Sonneneinstrahlung nicht übermäßig mehr gegossen werden. Gerade in Hitzeperioden kann dies Wasser sparen und den Pflanzen helfen, Trockenstress besser zu überstehen.
Weitere tolle Vorteile einer Mulchschicht im Beet
Mulchen spart nicht nur Wasser. Die bodenbedeckende Schicht unterdrückt auch das Wachstum vieler Unkräuter, sodass weniger gejätet werden muss. Gleichzeitig bleibt der Boden locker und wird bei Starkregen besser vor Verschlämmung geschützt.
Organische Mulchmaterialien werden nach und nach von Regenwürmern und anderen Bodenlebewesen zersetzt. Dabei entsteht Humus, der die Bodenstruktur verbessert und den Pflanzen langfristig Nährstoffe liefert.
Die einfachsten Mulchmaterialien
Das Beste: Viele geeignete Mulchmaterialien fallen direkt im eigenen Garten an. Besonders gut eignen sich:
- Rasenschnitt – leicht antrocknen und nur dünn ausbringen (< 5 cm) perfekt für das Gemüsebeet. Rasenschnitt wird von Bodenlebewesen schnell zersetzt.
- Stroh – ideal für Gemüsebeete und Erdbeeren, um sie vor feuchtem Boden zu schützen.
- Laub – besonders Herbstlaub eignet sich nach dem Trocknen als Mulch zum Schutz des Beetes auch über den Winter
- Gehäckselter Strauch- oder Heckenschnitt – Der Schnitt kann vorher klein gehäckselt werden. Locker aufgetragen schützt er dann den Boden langfristig. Vorsicht beim Rückschnitt von Kirschlorbeer: Das Schnittgut enthält Blausäure und zersetzt sich nur sehr langsam. Daher ist es zum Mulchen eher ungeeeignet.
- Rindenmulch – vor allem für Zierbeete, unter Sträuchern und Hecken geeignet. Er verrottet eher langsam.
- „Unkraut“: Sogenanntes „Beikraut“, wie Löwenzahn, Quecke, Klee, Giersch oder Vogelmiere können nach dem Ausreißen einfach auf dem Beet als Mulchmaterial liegen bleiben. Wichtig dabei: Vorher Wurzeln entfernen oder einige Tag in der Sonne trocknen lassen! Dann wachsen die Kräuter nicht wieder an.
Wichtig ist, dass das Material möglichst frei von Samen, Krankheiten oder Schädlingen ist.
So wird richtig gemulcht
Vor dem Mulchen sollte das Unkraut gejätet, der Boden aufgelockert und auf eine Langzeitdüngung gesetzt werden, wie etwa Hornspäne. Grund dafür ist, dass beim Abbau des Mulchmaterials Bodenlebewesen Stickstoff aus dem Boden verbrauchen. Dadurch kann den Pflanzen dieser wichtige Nährstoff fehlen, sodass sie schlechter wachsen und gelbliche Blätter entwickeln.
Anschließend sollte der Boden gründlich gewässert werden. Die Mulchschicht hält die vorhandene Feuchtigkeit im Boden, ersetzt aber keine Bewässerung. Ideal ist es, früh am Morgen oder am Abend zu gießen, wenn die Temperaturen niedriger sind.
Die Mulchschicht sollte dann etwa fünf bis acht Zentimeter dick auf dem Beet verteilt werden. Direkt an Pflanzenstängeln oder Baumstämmen sollte jedoch etwas Abstand bleiben, damit sich dort keine Feuchtigkeit staut und Fäulnis vermieden wird.
Worauf Hobbygärtner achten sollten
Schnecken fühlen sich unter einer feuchten Mulchschicht häufig sehr wohl. Empfindliche Kulturen wie Salat sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden.
Nicht alle Pflanzen mögen eine dicke Mulchschicht. Mediterrane Kräuter wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian bevorzugen trockene, gut durchlüftete Böden und sollten daher nur sparsam oder gar nicht gemulcht werden. Gemüse, Stauden, Beerensträucher und Obstbäume profitieren dagegen in der Regel deutlich von einer Mulchschicht. (Sie)
Stand: Juli 2026