Eignet sich der eigene Garten überhaupt?
Nicht jede Rasenfläche eignet sich für einen Mähroboter. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, wie groß die zu bearbeitende Fläche ist und ob sie sich technisch sinnvoll automatisiert mähen lässt. Besonders starke Steigungen oder ein ausgeprägtes Gefälle können dazu führen, dass Roboter die Haftung verlieren oder ihre Orientierung beeinträchtigt wird. Auch verwinkelte Flächen, enge Übergänge zwischen Teilstücken oder Hindernisse wie Wurzeln und weiche Untergründe bereiten vielen Geräten Schwierigkeiten.
Wer einen naturnahen Garten mit Hecken, wilden Ecken oder Rückzugsorten für Tiere besitzt, sollte zudem bedenken, dass sich dort häufig Igel, Amphibien oder Eidechsen aufhalten.
Moderne Technik: Begrenzungsdraht ist längst nicht mehr Pflicht
Der klassische Begrenzungsdraht gehört inzwischen nicht mehr zwingend zur Ausstattung eines Mähroboters. Moderne Geräte orientieren sich zunehmend mithilfe von Kamerasystemen, satellitengestützter Navigation sowie Radar- oder Lidartechnik. Dadurch entfällt bei vielen Modellen das aufwendige Verlegen eines Drahts im Garten.
Allerdings gilt auch bei moderner Sensorik: Kleine Tiere werden bislang nicht zuverlässig erkannt. Besonders Igel stellen für die Systeme ein Problem dar, weil sie sich bei Gefahr nicht entfernen, sondern einrollen.
Zeitersparnis wird häufig überschätzt
Ein Mähroboter arbeitet zwar autonom, beansprucht aber weiterhin Aufmerksamkeit. Akkus müssen geladen, Messer regelmäßig gewartet und verschmutzte Mähwerke gereinigt werden. Gerade bei feuchtem Gras setzen sich viele Geräte schnell mit Schnittresten zu.
Zudem benötigen Mähroboter deutlich länger als herkömmliche Rasenmäher und fahren deshalb oft mehrmals pro Woche oder sogar täglich. Das kann nicht nur Nachbarn stören, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass Tiere mit dem Gerät in Kontakt kommen.
Sicherheitsprobleme bestehen weiterhin
Hersteller werben mit umfangreichen Sicherheitsfunktionen. Dennoch zeigen aktuelle Untersuchungen weiterhin Schwächen. Besonders kritisch sind niedrige Hindernisse oder liegende Objekte, die von der Technik im Gras nicht immer zuverlässig erkannt werden.
Für Igel stellen Mähroboter inzwischen ein ernstes Artenschutzproblem dar. Das bestätigen Untersuchungen des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Wissenschaftler dokumentierten zahlreiche Schnittverletzungen an Igeln durch automatische Rasenmäher. Viele Tiere starben an ihren Verletzungen oder mussten eingeschläfert werden.
Das Problem liegt vor allem im Verhalten der Tiere. Igel sind nacht- und dämmerungsaktiv. Bei Gefahr fliehen sie meist nicht, sondern rollen sich ein. Genau dieses Schutzverhalten wird ihnen gegenüber Mährobotern häufig zum Verhängnis, weil die Sensorik vieler Geräte zusammengerollte Tiere nicht zuverlässig erkennt.
Weil die Zahl verletzter Wildtiere zunimmt, reagieren inzwischen auch Kommunen und Behörden. Der Landkreis Gießen hat 2026 als erster Landkreis in Hessen ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter erlassen. Die Geräte dürfen dort nur noch bis 30 Minuten vor Sonnenuntergang und erst wieder 30 Minuten nach Sonnenaufgang betrieben werden. Ziel der Regelung ist ausdrücklich der Schutz von Igeln und anderen dämmerungsaktiven Wildtieren. Aktuell werden weitere Vorgaben für die zeitliche Nutzung von Mährobotern auch in weiteren Landkreisen geprüft.