Kantine mit viel frischem Gemüse

Ein Blick über den Tellerrand – So nachhaltig kann ein Mittagessen außer Haus sein

Beschäftigte freuen sich, wenn am Arbeitsplatz eine Kantine vorhanden ist. Woran erkennt man ein nachhaltiges Speisenangebot?

Nachhaltigkeit auf dem Speiseplan erkennen

Blick auf den Wochenspeiseplan

Um zu prüfen, ob man auch beim Mittagessen außer Haus in Sachen Nachhaltigkeit eine gute Entscheidung trifft, lohnt sich zu allererst ein Blick auf den Wochenspeiseplan der Kantine bzw. des Restaurants:

Vegetarische und vegane Gerichte

Wie groß ist die Auswahl an pflanzlichen Gerichten? Gibt es regelmäßig vegetarische Gerichte und vielleicht sogar ein veganes Angebot? Ein vielfältiges Angebot an pflanzlichen Speisen ist ein wichtiger Baustein einer nachhaltigeren Verpflegung. Denn beim Anbau pflanzlicher Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kartoffeln oder Getreide entstehen weniger klimaschädliche Treibhausgase als bei der Erzeugung von Fleisch- und Wurstwaren. Ein veganes Gericht im Angebot ist ein weiterer Pluspunkt für die Nachhaltigkeit. Denn auch bei der Herstellung von Milchprodukten wie Käse, Quark oder Joghurt werden verhältnismäßig viele Treibhausgase freigesetzt.

Regionale und saisonale Produkte

Produkte aus der Region und Saison werden weniger weit transportiert und tragen so dazu bei, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Ein nachhaltiges Angebot erkennt man also auch daran, ob Produkte aus der Saison angeboten werden – hier hilft ein Blick in den SaisonkalenderÖffnet sich in einem neuen Fenster. Manche Kantinen bzw. Restaurants/Gaststätten gehen Kooperationen mit Betrieben der regionalen Erzeugung und/oder Verarbeitung ein. Oft werden diese Kooperationen über Aushängeschilder oder auf dem Menüplan benannt. Manche Anbieter verweisen auch über ihre Website auf regionale Bezugsquellen von Lebensmitteln. Ist das nicht der Fall, lohnt sich die Nachfrage allemal, denn was nicht ist, kann ja noch werden. Die Nachfrage bestimmt das Angebot letztendlich mit.

Verwendung von ökologisch erzeugten Produkten

Auch außer Haus kann auf den Einsatz von Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung geachtet werden. Statt synthetischem Dünger kommen hier insbesondere Mistkompost, Gründüngung und Nützlinge zum Einsatz. Zudem wird auf die Verwendung von Pestiziden verzichtet, sodass Artenvielfalt, Gewässer und Böden geschützt werden. Ein  Blick auf den Speiseplan hilft weiter – Speisekomponenten und Lebensmittel in Bio-Qualität sollten dort benannt sein. Bei Fisch lohnt sich ein Blick auf Herkunft und Fang- bzw. Produktionsmethode. Nachhaltigkeitssiegel können dabei eine Orientierung geben.

Kennzeichnung und Herkunftsangaben

Insbesondere bei Bananen, Schokolade, Kakao, Kaffee und (Rohr-)Zucker lohnt neben dem Blick auf ein Bio-Siegel im Speiseplan auch der Blick auf ein Siegel zum Fairen Handel – denn faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung in den Herkunftsländern dieser Produkte zu sichern, trägt ebenfalls zu einer nachhaltigen Ernährung weltweit bei.

Auch über regionale Herkunftsangaben und –siegel kann der Anbieter Auskunft geben. Um den Speiseplan bzw. die Speisekarte nicht zu überladen, wird hierzu häufig auch über die Website des Anbieters informiert.

Darauf kann man außerdem noch achten

Neben dem Blick auf den Speiseplan oder dem gezielten Nachfragen gibt es weitere Möglichkeiten, Nachhaltigkeit bei der Entscheidung für ein Mittagessen außer Haus zu berücksichtigen.

  • Portionsgrößen

Die Kantine bietet unterschiedliche Portionsgrößen oder die Möglichkeit eines Nachschlags an? Wunderbar! Nutzen Sie dieses Angebot, um die Portionsgröße Ihres Mittagessens individuell an Ihren Hunger anzupassen. Dadurch können Sie helfen zu vermeiden, dass wertvolle Lebensmittel weggeworfen werden müssen, weil sie auf dem Teller zurückbleiben.

  • Speisereste mitnehmen

War die Portion doch einmal größer als der Hunger? Fragen Sie nach, ob Sie übrig gebliebene Speisen mitnehmen können. Falls dies angeboten wird, sind Mehrwegbehälter oder eigene geeignete Behälter eine besonders gute Alternative zu Einwegverpackungen.

  • Pfandsysteme oder eigene Behälter

Sie möchten (Heiß-) Getränke oder Speisen gerne außerhalb der Kantine/des Gastraums genießen? Dann fragen Sie nach, ob Geschirr auch draußen genutzt und im Rahmen eines Pfandsystems im Anschluss an Ihre Mittagspause zurückgegeben werden kann. Auch geeignete mitgebrachte Behälter (z. B. Mehrweg-Becher, Cup-To-Go) sind eine gute Alternative für den Verzehr unterwegs. Häufig wird dabei sogar eine Vergünstigung auf Ihr Heißgetränk angeboten.

  • Feedback geben

Viele Kantinen und Restaurants bitten um die Rückmeldung von Wünschen und Anregungen und fragen diese über unterschiedliche Systeme (z. B. Feedback-Bögen, Online-Feedback) regelmäßig ab. Sie haben Ideen, wie das Angebot in Ihrer Kantine oder dem Restaurant für Ihre Mittagspause noch nachhaltiger werden kann? Geben Sie Ihre Ideen weiter oder suchen Sie das Gespräch mit dem Anbieter oder der Restaurantfachkraft – sicher freut man sich über Ihre Anregungen!

  • DGE-VerpflegungsCheck

Auch ein Blick auf eine Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) kann bei der Suche nach einem nachhaltigen Mittagsangebot hilfreich sein. Seit September 2025 bietet die DGE mit dem DGE-VerpflegungsCheck ein neues Verfahren an, mit dem Einrichtungen der Gemeinschaftsgastronomie und -verpflegung ihr Angebot auf eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Gestaltung überprüfen lassen können. Grundlage sind die aktuellen DGE-Qualitätsstandards. Das Ergebnis zeigt, welche Kriterien bereits erfüllt sind und wo noch Entwicklungspotenzial besteht.

KlimaKantinen erkennen

In Hessen engagieren sich zahlreiche Kantinen und Großküchen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Das Hessische Landwirtschaftsministerium unterstützt diesen Austausch mit dem Netzwerk „100 KlimaKantinen“. Teilnehmen können private und öffentliche Kantinen, Mensen und Betriebsrestaurants, die bereits Maßnahmen für nachhaltiges Wirtschaften umsetzen. Dazu gehören beispielsweise regionale und saisonale Lebensmittel, ökologisch erzeugte Produkte, die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung und Verpackungsabfällen oder ein stärkeres Angebot an pflanzlichen Speisen. Ein Schild weist teilnehmende Einrichtungen als Mitglied des Netzwerks aus. Es steht damit für das Engagement der jeweiligen Einrichtung für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz – und für den Austausch mit anderen Betrieben, um das eigene Angebot kontinuierlich weiterzuentwickeln. (sie/kup)

Stand: September 2026

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