Ein Trinkwassersprudler steht in der Küche. Daneben steht eine weitere Flasche mit bereits aufgesprudeltem Wasser sowie ein Trinkglas mit Wasser und einer Zitronenscheibe drin.

Trinkwassersprudler – Nachhaltige Alternative zu Wasserflaschen?

Lästiges Kistenschleppen gehört mit einem Trinkwassersprudler der Vergangenheit an – für viele ist das der wichtigste Grund für die Anschaffung. Ob sich mit selbstgesprudeltem Wasser auch Geld sparen lässt, wie man Trinkwassersprudler hygienisch rein hält und was die nachhaltigste Art ist, Wasser zu trinken, lesen Sie hier.

So wird das Wasser prickelig

Bei einem Trinkwassersprudler handelt es sich um ein System, das Kohlendioxid (CO2) aus einer austauschbaren Gaskartusche in mit Leitungswasser gefüllte Kunststoff- oder Glasflaschen leitet. Diese Flaschen sind druckbeständig und werden druckdicht an eine Düse festgeschraubt, die mit der Gaskartusche verbunden ist. Auf Knopfdruck wird dann das Gas über ein Leitungs- und Ventilsystem aus der Düse in das Wasser geleitet. In der Flasche wird das CO2 zu Kohlensäure und das Leitungswasser zu „Blubberwasser“. Wie stark der Kohlensäuregehalt im Wasser ist, kann durch die Bedienung des Knopfdrucks reguliert werden. Entstehender Überdruck in der Flasche kann bei zu großem Anstieg abgelassen werden.

Plastik sparen: ja; Geld sparen: abhängig vom Verbrauch

Wer sein Wasser mit einem Trinkwassersprudler zubereitet, spart sich vor allem das Schleppen schwerer Getränkekisten. Wer zuvor Mineralwasser aus Einweg-Plastikflaschen gekauft hat, kann außerdem deutlich Plastikmüll vermeiden.

Die Anschaffungskosten für einen Wassersprudler liegen je nach Marke und Ausstattung meist zwischen etwa 60 und 250 Euro. Bei manchen Geräten sind eine CO2-Kartusche und ein oder zwei Flaschen bereits im Lieferumfang enthalten, bei anderen müssen sie separat gekauft werden.

Wie teuer selbst gesprudeltes Wasser letztlich ist, hängt davon ab, wie oft das Gerät genutzt wird und wie schnell die CO2-Kartusche leer ist. Grundsätzlich gilt: Je stärker das Wasser gesprudelt wird, desto schneller verbraucht sich das Gas. Eine Standard-CO2-Kartusche reicht im Durchschnitt für etwa 50 bis 70 Liter Sprudelwasser.

Ist die Kartusche leer, kann sie bei vielen Handelspartnern – etwa in Supermärkten, Drogerien, Elektrofachmärkten oder Baumärkten – gegen eine volle ausgetauscht werden. Der Preis für eine Austauschkartusche liegt meist etwa zwischen fünf und acht Euro, je nach Anbieter und Angebot.

Viele Wassersprudler verwenden standardisierte CO2-Zylinder, die markenübergreifend getauscht werden können. Dennoch sollte man beim Kauf darauf achten, dass Kartusche und Gerät miteinander kompatibel sind.

Umgerechnet kostet selbst gesprudeltes Wasser in der Regel ungefähr zehn bis 18 Cent pro Liter. Das ist vergleichbar mit günstigen Mineralwässern aus dem Handel. Discounter-Mineralwasser kostet häufig etwa 15 bis 20 Cent pro Liter, während Markenwasser oft 50 Cent bis über einen Euro pro Liter kosten kann.

Sprudel-Tests: Qualität der Geräte unterschiedlich

Stiftung Warentest und Öko-Test zum Beispiel haben in den vergangenen Jahren mehrfach Trinkwassersprudler getestet. Insgesamt schneiden viele Geräte mittlerweile solide ab, dennoch gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Modellen.

Ein häufiger Kritikpunkt in Tests ist die erreichbare Sprudelstärke. Während einige Geräte problemlos stark sprudelndes Wasser erzeugen, das mit „Classic“-Mineralwasser vergleichbar ist, schaffen andere Modelle nur einen geringeren Kohlensäuregehalt, der eher „Medium“-Mineralwasser entspricht. Auch Unterschiede bei der Bedienung, der Stabilität der Flaschenhalterung oder der Lautstärke beim Sprudeln werden in Tests regelmäßig festgestellt.

Insgesamt zeigt sich: Viele moderne Wassersprudler liefern gute Ergebnisse, doch nicht jedes Gerät erreicht die gleiche Sprudelstärke oder Handhabungsqualität. Ein Blick auf aktuelle Testergebnisse kann daher vor dem Kauf sinnvoll sein.

Und wie schaut es mit der Hygiene aus?

Da für das Aussprudeln immer wieder die gleichen Flaschen verwendet werden, ist eine regelmäßige und gründliche Reinigung unerlässlich, andernfalls können schnell Keime ins Sprudler-System gelangen.

  • Spülmaschine oder manuell? Kunststoffflaschen sollten immer mit der Hand und einer Flaschenbürste gereinigt werden. In der Spülmaschine wird das Material schnell spröde und die Flasche kann kaputtgehen. Glasflaschen können bedenkenlos in die Spülmaschine gestellt werden.
  • Flaschen mit Verfallsdatum: Auf den Kunststoffflaschen steht in der Regel ein Verfallsdatum. Nur bis zu diesem Datum sollten die Flaschen maximal in Gebrauch sein. Danach müssen sie ersetzt werden.
  • Düse nicht vergessen: Neben den Flaschen sollte auch die Düse regelmäßig gereinigt werden, sodass sich dort keine Bakterien bilden können.
  • Entkalken: Außerdem sollten die Geräte regelmäßig entkalkt werden, zum Beispiel mit Essig oder Zitronensäure.

Die ökologischste Alternative: Leitungswasser pur

Die Verwendung eines Trinkwassersprudlers ist eine nachhaltige Alternative zum Kauf von Mineralwasser in Flaschen. Schließlich wird nicht nur Plastik eingespart, sondern auch Transportkosten und die für Produktion und Transport entstehenden Treibhausgasemissionen werden reduziert. Besonders Einweg-Plastikflaschen haben eine deutlich schlechtere Umweltbilanz. So werden beispielsweise Plastikflaschen aus Discountern nach dem einmaligen Gebrauch direkt geschreddert oder sogar verbrannt.

Aber auch ein Wassersprudler kommt nicht ganz ohne zusätzliche Kosten und Verpackungs- sowie Plastikmüll aus. Am umweltfreundlichsten ist Leitungswasser.

Bedenken wegen der Trinkqualität des Leitungswassers muss man in Deutschland übrigens nicht haben. Leitungswasser gehört nämlich hierzulande zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. (Sie)

Stand: März 2026