Vier große Mülltonnen vor einer Hauswand: Eine grüne Tonne, eine gelbe Tonne, eine schwarze Restmülltonne und eine blaue Wertstofftonne

Grün, gelb, blau oder braun: Was gehört in welchen Abfall?

Neben der generellen Vermeidung von Verpackungsmüll ist auch die richtige Trennung von Abfällen wichtig für den Umweltschutz. Denn nur so können Materialien wiederverwendet und Ressourcen eingespart werden. Zu häufig wandern Abfälle leider in die falsche Tonne. Wir klären auf, in welchen Abfall Kunststoffverpackungen, Medikamente, Kassenzettel und Co. gehören.

Recycling: Vorsortieren im Haushalt ist das A und O

Beim Recycling geht es darum, Rohstoffe aus Abfällen zu gewinnen und diese zu neuen Produkten zu verarbeiten. Auf diese Weise kann die Verwendung natürlicher Ressourcen wie etwa Erdöl oder Holz eingespart und der Energieverbrauch verringert werden.

Damit möglichst große Mengen an Abfällen recycelt werden können, ist die Vorabtrennung des Mülls im privaten Haushalt unabdingbar – und das trotz hochmoderner Sortieranlagen. Je besser bereits zuhause vorsortiert wird, umso erfolgreicher gelingt auch anschließend die professionelle Sortierung nach den jeweiligen Stoffen und Materialien.

Was in der falschen Tonne landet, ist nicht mehr recycelbar

Abfälle, die in die falsche Tonne geraten, sind für die maschinelle Mülltrennung und Wiederverwertung häufig nicht mehr nutzbar. Oft werden falsch befüllte Tonnen von der Müllabfuhr gar nicht erst abgeholt oder ihr Inhalt landet auf dem Restmüll. Richtige Mülltrennung lohnt sich also: Ressourcen werden geschont, Kosten gespart und die Umwelt wird entlastet.

Doch was gehört wohin?

Gelber Sack, Wertstofftonne

Die Gelbe Tonne oder der Gelbe Sack stellt die richtige Entsorgung für Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Weißblech, Aluminium, Verbundstoffen und Naturmaterialien dar. Hier gehören zum Beispiel hinein:

  • Kunststoffe: Folien, Plastikflaschen, -becher und -tüten, Verpackungen von Duschgel oder Käse und Wurst, Zahncremetuben, Styropor, Netze für Zwiebeln und Zitronen, Serviceverpackungen wie Brötchentüten vom Bäcker oder Einwickelpapier vom Metzger und der Käsetheke
  • Aluminium und Weißblech: Getränke- und Konservendosen, Kronkorken, Alufolie
  • Verbundverpackungen: Tetrapacks und Getränkekartons, Kaffeevakuumverpackungen
  • Naturmaterialien: Textilschleifen, Stoffbahnen

Gut zu wissen:

Joghurtbecher oder Styroporverpackungen müssen für die Entsorgung in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack nicht extra gespült werden. „Löffelrein“ reicht völlig aus.

Einige Kommunen in der Bundesrepublik stellen Wertstofftonnen bereit. In diese können auch sogenannte „materialgleiche Nicht-Verpackungen“ entsorgt werden. Dabei handelt es sich um Plastikspielzeug, Schrauben, Töpfe und Pfannen, Zahnbürsten, Werkzeug usw. Manchmal ist auch die Entsorgung von Altholz oder kleineren Elektrogeräten möglich.

Glascontainer – Auch hier wird es bunt

Wird Altglas ordentlich getrennt, kann es fast zu 100 Prozent wiederverwertet werden. Hierfür müssen aber schon bei der Entsorgung einige Dinge beachtet werden.

  • Generell gilt: In den Altglascontainer gehört ausschließlich Verpackungsglas. Spiegel, Autoscheiben oder Fensterglas haben hier nichts verloren.
  • Energiesparlampen und Neonröhren dürfen nur im Sondermüll entsorgt beziehungsweise bei Sammelstellen abgegeben werden, Glühbirnen kann man auch in die Restmülltonne geben.
  • Keramik oder Porzellan kann während des Recyclingprozesses die Glasbeschaffenheit nachteilig verändern. Diese Stoffe gehören deshalb in den Restmüll.

In den Glascontainer gehören deshalb ausschließlich:

  • Getränkeflaschen
  • Konserven- und Marmeladengläser etc.
  • Pharmazeutische Glasbehälter
  • Parfumflaschen
  • Senfgläser oder sonstiges Verpackungsglas, das vom Verbraucher in der Zweitnutzung als Trinkglas verwendet wird

Trennen nach Farben – mit Deckel oder ohne?

  • Da andere Farben als Weiß- und Braunglas den Wiederverwertungsprozess empfindlich stören, muss hier strikt getrennt werden. Blaues oder gelbes Glas kann ohne Bedenken dem Grünglas zugeordnet werden.
  • Das Altglas muss vor der Entsorgung zwar restentleert, aber nicht gespült werden.
  • Deckel und Verschlüsse sollten vor der Entsorgung entfernt werden und gehören in den Restmüll oder die Wertstofftonne.

Altpapier – der wertvolle Rohstoff

Was gehört in die Altpapier-Tonne?

  • Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Kataloge, Flyer, Werbeprospekte
  • Verpackungen aus Pappe z. B. Pappschachteln, Kartons, Papiertüten, Mehl- und Zuckerverpackungen
  • Geschenkpapier, Schulmaterial aus Papier, Bücher, Schreib- und Computerpapier, Briefumschläge mit und ohne Sichtfenster
  • Hefte und Bücher ohne Kunststoffeinband

Kassenzettel oder Bustickets bestehen aus Thermodruckerpapier, das giftiges Bisphenol A enthalten kann. Sie sind deshalb für die Altpapiertonne tabu und gehören in den Restmüll. Gleiches gilt auch für verschmutzte oder nasse Papierverpackungen, Küchentücher aus Zellstoff, benutzte Taschentücher oder Foto- und Faxpapier sowie beschichtetes Back- und Geschenkpapier.

Aus Bioabfall kann wertvolle Energie werden

Küchenabfälle sollten in der Biotonne oder auf dem Komposthaufen entsorgt werden. Bioabfall eignet sich unter anderem durch die Vergärung zu Biogas hervorragend für die Energiegewinnung oder als Grundlage für eine nährstoffreiche Erde in Gärten und Beeten – die sogenannte Komposterde.

Was gehört in die Biotonne?

  • Gartenabfälle, Pflanzenreste, Obst und Gemüse, Kaffeefilter sowie Teebeutel, gekochte Essensreste, verschimmelte Lebensmittel ohne Verpackung und biologisch abbaubares Einstreu von Kleintieren
  • In manchen Kommunen außerdem auch Fleisch- und Fischreste oder Knochen. Hierüber sollte man sich vorab bei der Verwaltung informieren.

Um keine Ratten oder Waschbären anzulocken, empfiehlt es sich, Essensreste nicht auf dem Komposthaufen im Garten zu entsorgen.

Gut zu wissen:

Biomüll kann auch ohne Tüte in einem Abfallbehälter gesammelt werden. Sollten jedoch feuchtere Küchenabfälle wie Obstschalen anfallen, können diese in Zeitungspapier eingewickelt werden.

Wie sind Medikamente, Batterien oder DVDs zu entsorgen?

  • Medikamente
    Um das Trinkwasser vor Verunreinigungen zu schützen, können abgelaufene Arzneimittel in der Apotheke zurückgegeben oder im Restmüll entsorgt werden. Auf gar keinen Fall dürfen sie dem Abwasser zugeführt werden!
     
  • Speiseöle
    Auch verdorbene Speiseöle haben im Abwasser nichts zu suchen und sollten in den Restmüll gegeben werden. Tipp für Gartenbesitzer: Altes Speiseöl ist ein idealer Dünger für Rosen!
     
  • CDs und DVDs
    Ihr Rohstoff Polycarbonat lässt sich gut zu neuen Datenträgern wiederverwerten. Hierzu kann man sie bei Wertstoffhöfen oder auch in einigen Elektrofachgeschäften abgeben.
     
  • Batterien und Akkus
    Für die Entsorgung müssen leere Batterien oder alte Akkus dem Handel zurückgegeben werden. Zusätzlich bieten viele Kommunen Sammelstellen an. Im Restmüll haben diese Schadstoffe nichts verloren.
     
  • Korken
    Da es sich bei Kork um einen begehrten Rohstoff handelt, können Korken bei Wertstoffhöfen und Naturschutzverbänden oder beim Weinhändler abgegeben werden. Die recycelten Korken dienen dann als Bodenbeläge oder Dämmmaterial.
     
  • Altkleider
    Seit Januar 2025 gibt es eine neue EU-weite Regelung, nach der Kleidung und Textilien nicht mehr über die Restmülltonne entsorgt werden dürfen. Saubere, noch trag- und verwendbare Kleidung, Mützen, Hüte, Socken, Schuhe, Unterwäsche, Bettwäsche oder Haushaltstextilien wie Handtücher oder Gardinen sowie Schlafsäcke müssen dann in den Altkleidercontainer gegeben werden. Einzige Ausnahme: Sind Kleidung und Textilien kaputt, zerschlissen oder stark verschmutzt, sind sie weiterhin ein Fall für die Restmülltonne. (sie)

Stand: März 2025

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