Wann ist der eigene Wasserverbrauch zu hoch?
Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft werden in Deutschland durchschnittlich jeden Tag pro Person etwa 120 Liter Wasser genutzt (Stand: 2024). Fällt der eigene Wert deutlich höher aus, empfiehlt es sich, den Verbrauch gründlich unter die Lupe zu nehmen. Der regelmäßige Blick auf den Wasserzähler kann auch auf Undichtigkeiten im Leitungsnetz aufmerksam machen.
Tipps zum Wassersparen
Duschen statt Baden
Ein Großteil des Wassers wird in Privathaushalten für die Körperpflege verbraucht. Deswegen gibt es in diesem Bereich große Einsparpotenziale. Wer sich für eine schnelle Dusche statt eines ausgiebigen Wannenbades entscheidet, kann jedes Mal bis zu 100 Liter Wasser sparen.
Doch auch das Duschverhalten lässt sich noch weiter optimieren, indem die Duschzeit reduziert und beim Einseifen das Wasser abgestellt wird.
Regenwasser zum Gießen nutzen
Eine umweltfreundliche und zugleich kostengünstige Möglichkeit Wasser beim Gießen der Pflanzen zu sparen, ist die Verwendung von Regenwasser. Hierfür wird lediglich eine Zisterne oder Regentonne benötigt, welche meist schon für wenig Geld im Baumarkt erworben werden kann. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Regentonne über einen Deckel verfügt. Dies verhindert, dass zu viel Wasser durch Verdunstung verloren geht und Tiere in die Tonne hineinfallen und ertrinken.
Auf die Bewässerung von Rasenflächen sollte möglichst verzichtet werden. Ein Rasen kann längere Trockenperioden in der Regel überstehen und sich nach ausreichenden Niederschlägen wieder regenerieren. Wer seinen Rasen dennoch bewässern möchte, sollte möglichst Regenwasser verwenden und die örtlichen Vorgaben beachten. In Zeiten großer Trockenheit können Kommunen oder Wasserbehörden die Bewässerung mit Trinkwasser zeitweise einschränken oder untersagen.
Händewaschen ohne Wasserverschwendung
Unsere Hände kommen im Alltag häufig mit Krankheitserregern in Berührung. Umso wichtiger ist es, sie regelmäßig zu waschen. Doch auch hier lässt sich einiges an Wasser einsparen, indem während des Einseifens einfach das Wasser kurz abgestellt wird. Gleiches gilt natürlich auch fürs Zähneputzen.
Geschirrspülen: Per Hand oder mit der Spülmaschine?
Was viele Leser erstaunen wird: Bezogen auf die Ökobilanz steht die Spülmaschine besser da als das Abspülen per Hand. Sie spart nicht nur Wasser, sondern auch Energie und Arbeitszeit. Allerdings ist nicht jedes Geschirr spülmaschinengeeignet. Mit ein paar einfachen Tipps kann aber auch beim Spülen per Hand Wasser eingespart werden:
- Nicht unter fließendem Wasser abspülen. Stattdessen sollten die Geschirrteile zum Spülen gesammelt und in einem halbvoll gefüllten Becken mit heißem Wasser gereinigt werden.
- Damit das Spülwasser nicht so schnell verschmutzt, können Essensreste vor dem Spülen mit einem Papiertuch abgewischt und dann in der Biotonne entsorgt werden. Vorspülen mit kaltem Wasser ist nur bei stark färbenden oder riechenden Lebensmitteln (Zwiebeln, rote Beete, Fisch etc.) sinnvoll.
- Nachspülen ist meist nicht notwendig. Falls doch, sollte dies lieber in einem zweiten Becken oder einer Schüssel mit klarem Wasser erfolgen.
Bei der Nutzung einer Spülmaschine sollte das ECO-Programm bevorzugt und die Maschine nur voll beladen betrieben werden. Ein Vorspülen des Geschirrs ist in der Regel nicht notwendig – insbesondere nicht mit warmem Wasser. Moderne Spülmaschinen benötigen im ECO-Programm meist nur noch etwa 10 Liter Wasser oder weniger pro Spülgang.
Nur volle Waschmaschinen anstellen
Um Wasser und Energie zu sparen, sollten nur vollbeladene Maschinen angestellt werden. Beim Wäschewaschen kann meist auf die Vorwäsche verzichtet werden. Diese ist nur bei sehr starken Verschmutzungen erforderlich. Wenn aber nur ein Kleidungsstück starke Flecken aufweist, ist es besser, dieses vorher gezielt mit einem passenden Fleckenmittel zu behandeln und es dann zur normalen Wäsche zu geben. Bei der Anschaffung von neuen Geräten sollte auf niedrige Verbrauchswerte geachtet werden.
Sparsames Zubehör: Die Technik macht den Unterschied
Wassersparende Duschbrausen
Mithilfe wassersparender Duschbrausen lassen sich Wasserverbrauch und Energiekosten deutlich senken, ohne dass dabei an Komfort eingebüßt werden muss. So haben herkömmliche Duschbrausen einen durchschnittlichen Durchfluss von zwölf bis 15 Litern pro Minute. Bei speziellen Wassersparbrausen ist der Durchfluss mit etwa sechs bis neun Litern pro Minute dagegen wesentlich geringer, sodass bei jedem Duschen beachtliche Mengen an Wasser eingespart werden können.
Wassersparende Toilettenspülung
Durchschnittlich entfallen rund 27 Prozent der Wasserabgabe an Haushalte und Kleingewerbe auf die Toilettenspülung. Doch gerade die Spülung birgt ein enormes Einsparpotenzial. Bei älteren Modellen fließen unnötigerweise noch zehn bis 14 Liter in die Kanalisation, wobei sechs bis neun Liter pro Spülung völlig ausreichen.
Bei der Umrüstung auf eine wassersparende Toilettenspülung sollte darauf geachtet werden, dass das angeschlossene WC-Becken auch für eine geringere Wassermenge geeignet ist. Auskunft darüber kann die am WC-Becken ablesbare Prüfnummer des Instituts für Bautechnik geben. Endet die Nummer mit den Zahlen 6 oder 61, kann eine wassersparende Spülung problemlos nachgerüstet werden.
Tropfende Wasserhähne reparieren
Ein tropfender Wasserhahn erscheint häufig harmlos. Dabei können über ihn ganz unbemerkt bis zu sechs Liter Wasser pro Tag in den Ausguss fließen. Umgerechnet auf einen Monat sind das fast 200 Liter. Um diesen unnötigen Verbrauch von Trinkwasser zu verhindern, sollten tropfende Wasserhähne immer möglichst schnell repariert werden.
Warmwasser: Der heimliche Energiefresser
Insbesondere die Nutzung von Warmwasser verursacht einen erheblichen Energieverbrauch. Wer Warmwasser spart, spart deshalb in der Regel auch Energie. In deutschen Haushalten entfallen durchschnittlich rund zwölf Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf die Warmwasserbereitung. Wird Warmwasser elektrisch erzeugt, kann sein Anteil am Stromverbrauch deutlich höher ausfallen. Wer daher seinen Warmwasserverbrauch reduziert, kann gleichzeitig Energie sparen.
Heizzeiten für den Speicher begrenzen
Eine Möglichkeit, den Energieverbrauch zu reduzieren, besteht darin, die Betriebszeiten der Warmwasserbereitung gezielt zu steuern. Bei vielen Heizungsanlagen lassen sich entsprechende Zeitprogramme direkt an der Heizungsregelung einstellen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Bei zentralen Warmwasserspeichern dürfen die hygienisch erforderlichen Temperaturen nicht durch eine zu starke Absenkung oder Abschaltung unterschritten werden. Eine ausreichende Temperatur und ein hygienisch geeigneter Anlagenbetrieb sind wichtig, um das Wachstum von Legionellen zu verhindern.
Zeitsteuerungen können daher beispielsweise dazu genutzt werden, die Zirkulationspumpe bedarfsgerecht zu betreiben und unnötige Laufzeiten zu vermeiden – vorausgesetzt, die hygienischen Anforderungen der jeweiligen Anlage werden eingehalten.
Verfasser: DHB-Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen e.V.Öffnet sich in einem neuen Fenster; Überarbeitet: (Sie)
Stand: September 2026