Lachshäppchen

Lachs, Seelachs oder Alaska-Seelachs?

Auch wenn Seelachs oder Lachs sich vom Namen ähnlich anhören, so handelt es sich doch um verschiedene Fischarten. Wie unterscheiden sie sich im Geschmack und Aussehen?

Lachs, Alaska-Seelachs und Seelachs zählen zu den in Deutschland am häufigsten konsumierten Fischarten. Doch so ähnlich auch die Namen sind, Alaska-Seelachs und Seelachs gehören zur Familie der Dorsche (wissenschaftlich: Gadidae) und nicht zu den Lachsen. Die Bezeichnungen „Alaska-Seelachs“ und „Seelachs“ sind historisch gewachsene Handelsnamen, da sich diese Fischsorten damit besser vermarkten lassen als mit den eigentlichen Namen „Pollack“ und „Köhler“.

Lachs

Lachs ist einer der beliebtesten Speisefische in Deutschland. Sein Fleisch ist nicht nur zart, es hat auch einen aromatischen, kräftigen Geschmack. Zudem lässt es sich vielseitig zubereiten – vom Dünsten und Braten über Grillen bis hin zum Kochen. Auch gibt es ein großes Angebot an verschiedenen Produkten wie Filet mit und ohne Haut, frisch oder tiefgefroren, geräuchert, gebeizt, am Stück oder in Scheiben geschnitten.

Das rosa bis rötlich gefärbte Lachsfleisch verdankt seine Färbung der Nahrung, denn wild lebende Lachse fressen kleine Krebstiere. Damit bei Lachsen aus Aquakultur das Fleisch eine ähnliche Färbung aufweist, wird deren Futter zulässigerweise mit Carotinoiden angereichert. Ohne diese Anreicherung im Futter wäre das Fleisch eher grau-beige und für und somit für viele Verbraucher optisch unattraktiv.

Der natürliche Lebensraum des Lachses ist der Nordatlantik und der Nordpazifik sowie die darin einmündenden Flüsse. Während die Bestände in freier Wildbahn regional sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und insbesondere beim Atlantischer Lachs im Nordatlantik vielerorts unter Druck stehen, gelten einige Populationen der Pazifische Lachse im Nordpazifik als deutlich stabiler. Doch auch hier gibt es regionale Unterschiede: Während einige Bestände, etwa in Alaska, als gut gemanagt und stabil gelten, stehen andere Populationen ebenfalls unter Druck, beispielsweise durch steigende Wassertemperaturen und veränderte Meeresökosysteme.

Gleichzeitig hat die Lachsproduktion in Aquakulturen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Die bedeutendsten Lachszuchten befinden sich heute unter anderem in Norwegen, Chile oder Schottland.

Der Lachs ist ein Wanderfisch, da er je nach Lebensphase vom Süßwasser ins Salzwasser wechselt. Nach seiner Geburt im Süßwasser schwimmt er als Junglachs ins Meer und wandert zum Laichen wieder in sein heimatliches Süßgewässer zurück.

Alaska-Seelachs

Heutzutage gehört Alaska-Seelachs zu den meistverzehrten Fischarten in Deutschland. Seine Bedeutung als günstiger, vielseitig einsetzbarer Speisefisch ist weiterhin hoch. Er gehört weltweit zu den am meisten gefangenen Fischarten.

Alaska-Seelachs gehört wie Kabeljau und Schellfisch zur Familie der Dorsche und ist nicht mit dem Lachs verwandt. Dieser Fisch wird durchschnittlich etwa 30 bis 80 Zentimeter lang und lebt vor allem im Nordpazifik. Eine andere Bezeichnung für diesen Fisch ist Alaska-Pollack oder Pazifischer Pollack.

Alaska-Seelachs weist ein zartes Fleisch mit weißer bis leicht rosa Farbe auf. Wegen seines milden Geschmacks wird er auch von Kindern und weniger begeisterten Fischessern gern gegessen. Sein Fleisch eignet sich vor allem zum Braten und Backen.

Da Alaska-Seelachs nach dem Fang häufig direkt an Bord verarbeitet und tiefgefroren wird, kommt er überwiegend als Filet in den Handel. Er spielt eine große Rolle bei der Herstellung von Fischstäbchen und Schlemmerfilets.

Aus Alaska-Seelachs wird auch der rot eingefärbte Lachsersatz hergestellt sowie Surimi. Bei Surimi handelt es sich um ein, aus Fischmuskeleiweiß hergestelltes, Produkt, das häufig zur Imitation von Meeresfrüchten verwendet wird. Werden damit Garnelen oder andere Meeresfrüchte imitiert, muss dies in Deutschland entsprechend gekennzeichnet werden.

Seelachs

Der Seelachs kommt in den Gewässern um Island, Norwegen und Schottland sowie in der Nordsee vor.

Sein fettarmes und wohlschmeckendes Fleisch lässt sich auf vielfältige Weise zubereiten. Es eignet sich besonders gut zum Dünsten, Braten und Backen. Grillfreunde legen es gerne auf den Rost, da es dank seiner Festigkeit nicht so leicht zerfällt. Für Gulasch, Frikadellen oder Spieße ist dieses Fischfleisch ebenfalls gut geeignet.

Für Verbraucher spielt beim Einkauf auch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis eine wichtige Rolle.

Nährwertvergleich

Auch wenn Lachs aufgrund seines Fettgehaltes von etwa 14 Prozent zu den fettreichen Fischen zählt und rund 200 kcal pro 100 g enthält, ist sein Verzehr dennoch empfehlenswert. Der Grund hierfür ist die gute Fettqualität mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren.

Seelachs und Alaska-Seelachs haben ein ähnliches Nährstoffprofil mit viel Eiweiß und wenig Fett.

Fisch liefert zudem leicht verdauliches Eiweiß, das Spurenelement Selen und Vitamin D.

Diese drei Fischarten liefern als Seefische auch Jod, wobei Seelachs mit etwa 200 µg pro 100 g besonders viel Jod aufweist.

Allerdings: Nährwerte können je nach Herkunft, Fanggebiet und Verarbeitung leicht variieren.

Fisch ist gesund

Regelmäßiger Fischkonsum kann die Gesundheit fördern. Dadurch kann das Risiko für Fettstoffwechselstörungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall reduziert werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt weiterhin, ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen, darunter etwa 70 g fettreichen Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering.

Einkauf von Fisch

Aufgrund des weltweiten hohen Fischverzehrs sind manche Fischarten gefährdet. Wer verantwortungsvoll Fisch einkaufen und einen umweltverträglichen Fischfang unterstützen möchte, sollte auf anerkannte Nachhaltigkeitssiegel achten, z. B. das MSC-Siegel (Wildfang) oder das ASC-Siegel (Aquakultur). (Sie/Fra)

Stand: April 2026