Erbse aus dem Orient
Bereits seit etwa 8-10.000 Jahren wird die kleine Erbse angebaut. Forscher fanden die ältesten Hinweise darauf im Vorderen Orient. Bis zum heutigen Tage gilt sie in dieser Region als Grundnahrungsmittel. Auch in Ländern des Mittelmeerraums und Indien spielt sie eine große Rolle in der Küche.
Typische orientalische Speisen aus Kichererbsen sind Falafel oder Hummus. In Griechenland werden die Erbsen gerne zu Ouzo geknabbert, in Spanien sind sie eine beliebte Zutat in Eintöpfen und in Indien werden sogar die Blüten der Pflanze als Salat verzehrt.
In Deutschland erfreute sich die Kichererbse erst mit der Eröffnung türkischer und orientalischer Restaurants größerer Beliebtheit, obwohl sie bereits im Mittelalter bekannt war und ihr zu dieser Zeit eine heilende Wirkung bei Fieber oder Zahnweh nachgesagt wurde.
Kichererbsen werden in vielen Ländern angebaut, zum Beispiel in Pakistan, der Türkei, Spanien und Indien. Aber auch Australien und Kanada gehören zu den weltweit bedeutenden Kichererbsen-Produzenten.
Übrigens: Obwohl die Kichererbse „Erbse“ heißt, ist sie aus botanischer Sicht nicht näher mit dieser verwandt.
Inhaltsstoffe für Vegetarier und Veganer interessant
Kichererbsen bestehen zu etwa 20 Prozent aus Eiweiß mit einem relativ hohen Anteil an den essenziellen Aminosäuren Lysin und Threonin. Essenziell bedeutet, dass sie vom Körper nicht selbstständig hergestellt werden können und mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Der Körper benötigt diese Aminosäuren für den Aufbau von Proteinen.
Kichererbsen sind außerdem fettarm. So enthalten getrocknete Kichererbsen etwa 1,3 bis 3 Gramm (g) Fett auf 100 g, davon überwiegend ungesättigte Fettsäuren. Sie sind reich an Ballaststoffen, die die Verdauung anregen und lange sättigen und zu einem langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit beitragen können.
Auch weisen Kichererbsen eine Vielzahl an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Mineralstoffen auf. Besonders die Menge an Eisen kann sich sehen lassen. So enthalten 100 g gekochte Kichererbsen circa 2,74 Milligramm (mg) Eisen und können durchaus mit manchen Fleischsorten mithalten. Zum Vergleich: 100 g Schweinefilet enthalten etwa 1,16 mg Eisen, zwei Scheiben Lyoner 0,5 mg Eisen. Allerdings sollte bei pflanzlichem Eisen darauf geachtet werden, zusätzlich Vitamin C aufzunehmen. Dies verbessert die Aufnahme des pflanzlichen Eisens deutlich.
Aufgrund des Protein- und Eisengehalts ist die Kichererbse besonders interessant für Vegetarier und Veganer als alternatives Lebensmittel zu Fleisch.
Kichererbsen peppen die Küche auf
So sind Kichererbsen-Bratlinge, auch Falafel genannt, ein beliebter und einfach zuzubereitender Fleischersatz.
Aber auch als Hummus zu Fladenbrot und Ofengemüse, geröstet im Salat, als Sättigungsbeilage zu Fleisch oder als Zutat für Eintöpfe machen die kleinen Hülsenfrüchte eine gute Figur. Im arabischen Raum werden Kichererbsen häufig mit Couscous verzehrt. Dazu werden gerne Gewürze wie Curry, Knoblauch, Nelken, Zimt oder Kreuzkümmel und frische Kräuter wie Petersilie oder Koriander kombiniert.
Der Geschmack der Kichererbsen ist mehlig-nussig. In gemahlener Form ist Kichererbsenmehl eine interessante glutenfreie Alternative zu Weizenmehl – auch bei Backwaren.
Aufgepasst mit rohen Kichererbsen!
Rohe Kichererbsen enthalten den Giftstoff Phasin, der Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen kann. Daher müssen die Hülsenfrüchte vor dem Verzehr gut durchgegart werden. Durch die Hitzeeinwirkung wird das Phasin zersetzt und der Verzehr der gegarten Kichererbsen ist unbedenklich.
Eine blähende Wirkung weisen die Kichererbsen dennoch auf. Verzehrt man sie zusammen mit Kräutern wie Petersilie, Rosmarin und Thymian, können diese die Verdauung unterstützen. Verantwortlich für die Gasbildung sind unter anderem Oligosaccharide wie Raffinose. Dieser Zucker kann vom Menschen nicht vollständig im Dünndarm abgebaut werden und gelangt in den Dickdarm. Dort wird er unter Gasbildung von den Darmbakterien verarbeitet.
Tipps für die Kichererbse in der Küche
- Kichererbsen gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten, Naturkostläden, Reformhäusern oder in Asialäden. Meist handelt es sich um die beige-gelbe Kabuli-Kichererbse. Diese wird größtenteils im Mittelmeerraum und arabischen Ländern angebaut. Eine weitere Sorte ist der Desi-Typ, die kleiner ist und aus dem mittleren Asien, Afrika oder Australien kommt. Allerdings findet man diese hierzulande selten.
- Kichererbsen gibt es in getrockneter Form oder vorgekocht im Glas oder der Dose.
- Getrocknete Kichererbsen sind lange haltbar. Wichtig ist, dass sie trocken, kühl und luftdicht aufbewahrt werden.
- Getrocknete Kichererbsen müssen vor dem Garen ungefähr acht bis zwölf Stunden in Wasser eingeweicht werden. Dies geht am besten über Nacht. Wem das zu lange dauert, der kann auf die vorgekochte Alternative zurückgreifen.
- Das Einweichwasser sollte danach entsorgt und der Topf zum Garen mit frischem Wasser befüllt werden.
- Die Garzeit beträgt nochmal etwa ein bis zwei Stunden.
Woher kommt eigentlich der lustige Name?
Das „Kicher“ im Namen der Kichererbse hat nichts mit Fröhlichkeit und Lachen zu tun. Stattdessen stammt es von dem lateinischen Wort „Cicer“ ab, was so viel bedeutet wie „Erbse“. Demnach heißt die Kichererbse eigentlich „Erbseerbse“. (sie)
Stand: Juni 2026