Verbraucher erkennen Natürliches Mineralwasser am Etikett
Das Etikett einer Mineralwasserflasche enthält wichtige Informationen über Herkunft, Zusammensetzung und Behandlung des Wassers. Dazu gehören insbesondere:
- Die Verkehrsbezeichnung: Sie lautet beispielsweise „Natürliches Mineralwasser“ oder „Natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser“. Je nach Herkunft und Zugabe der Kohlensäure gelten weitere vorgeschriebene Bezeichnungen.
- Die Quelle: Angegeben werden der Name der Quelle und der Ort der Quellnutzung.
- Der Analyseauszug: Er informiert über die charakteristischen Inhaltsstoffe und ihre Konzentrationen.
- Das Mindesthaltbarkeitsdatum.
- Hinweise auf bestimmte Behandlungsverfahren: Dazu zählen beispielsweise zugelassene Behandlungen mit ozonangereicherter Luft, bei denen bestimmte Eisen- und Schwefelverbindungen sowie weitere Stoffe unter den gesetzlich festgelegten Bedingungen entfernt werden können oder der vollständige beziehungsweise teilweise Entzug von Kohlensäure.
- Angaben zum verantwortlichen Unternehmen: Je nach Fall sind unter anderem der Brunnenbetrieb, der Importeur oder der Vertreiber angegeben.
Besondere Hinweise auf dem Etikett
Auch bestimmte Inhaltsstoffe müssen gekennzeichnet werden, wenn festgelegte Schwellenwerte überschritten werden. Das gilt beispielsweise für Fluorid: Enthält natürliches Mineralwasser mehr als 1,5 Milligramm Fluorid pro Liter, ist der vorgeschriebene Hinweis erforderlich, dass es für Säuglinge und Kinder unter sieben Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet ist.
Natürliche Mineralwässer mit einem natürlichen Kohlendioxidgehalt von mehr als 250 Milligramm pro Liter dürfen die Zusatzbezeichnung „Säuerling“ oder „Sauerbrunnen“ tragen.
Die Bezeichnung „Sprudel“ darf verwendet werden, wenn das Mineralwasser im Wesentlichen unter natürlichem Kohlensäuredruck aus der Quelle hervorsprudelt.
Als „stilles Mineralwasser“ wird üblicherweise Mineralwasser mit wenig oder ohne Kohlensäure bezeichnet.
Wird bei einem natürlichen Mineralwasser auf den Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen oder auf eine besondere Eignung hingewiesen, so müssen folgende Angaben erfolgen:
Angaben und Anforderungen:
- Mit geringem Gehalt an Mineralien: höchstens 500 mg/l Mineralstoffe
- Mit sehr geringem Gehalt an Mineralien: höchstens 50 mg/l Mineralstoffe
- Mit hohem Gehalt an Mineralien: mehr als 1500 mg/l Mineralstoffe
- Natriumhaltig: >200 mg/l Natrium
- geeignet für natriumarme Ernährung: < 20 mg/l Natrium
- Calciumhaltig: > 150 mg/l Calcium
- Magnesiumhaltig: >50 mg/l Magnesium
- Chloridhaltig: >200 mg/l Chlorid
- Sulfathaltig: >200 mg/l Sulfat
- Bicarbonathaltig: > 600 mg/l Hydrogencarbonat
- Fluoridhaltig: >1 mg/l Fluorid
- Eisenhaltig: mehr als 1 mg/l zweiwertiges Eisen
- geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung --> Besondere Anforderungen
Was unterscheidet Quell-, Tafel- und Heilwasser?
Quellwasser
Im Gegensatz zum Mineralwasser benötigt Quellwasser keine amtliche Anerkennung. Es stammt ebenfalls aus unterirdischen Wasservorkommen und wird über natürliche oder künstlich erschlossene Quellen gewonnen.
Tafelwasser
Tafelwasser ist kein natürliches Mineralwasser, sondern ein nach den gesetzlichen Vorgaben hergestelltes Wasser. Es kann aus Trinkwasser und anderen zugelassenen Wasserbestandteilen bestehen und beispielsweise mit Mineralstoffen oder Kohlendioxid versetzt werden. Eine amtliche Anerkennung ist nicht erforderlich.
Heilwasser
Heilwasser wird rechtlich als Arzneimittel eingestuft und benötigt eine entsprechende Zulassung. Es zeichnet sich durch seine besondere Zusammensetzung aus und wird zur Vorbeugung, Linderung oder Behandlung bestimmter Beschwerden angeboten. Seine arzneiliche Zweckbestimmung muss durch geeignete Nachweise gestützt sein. (sie)
Stand: Oktober 2026