Drei Glässchen mit Beikostbrei. Broccoli, Kürbis und Apfel. Dazu drei Löffel in unterschiedlicher Form

Einführung der Beikost

Mit vier bis sechs Monaten, also ab dem Beginn des fünften Monats bis zum Beginn des siebten Monats, ist es so weit: Ihr Baby ist bereit für Beikost! Milch allein reicht nun nicht mehr aus, um den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Ihr Kind wird Ihnen ein Zeichen geben, wenn es bereit ist: Interesse an neuen Lebensmitteln, erwartungsvolles Öffnen des Mundes oder Hunger nach der Stillmahlzeit.

Reihenfolge der Beikostmahlzeiten

Die Fähigkeit, selbst zu essen, wie das Sitzen ohne Unterstützung sowie die Bereitschaft der Kinder, vom Löffel zu essen, entwickelt sich in unterschiedlichem Tempo. Wenn ihr Kind Schwierigkeiten aufweist den Brei zu essen, warten Sie mit einem neuen Versuch einige Tage. Wichtig ist, den Druck rauszunehmen. Manche essen Brei schon mit vier Monaten, manche erst mit sieben bis acht Monaten.

Die Beikosteinführung erfolgt Schritt für Schritt: Starten Sie mit einem eisenreichen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und ergänzen Sie nach etwa einem Monat einen zweiten Brei, den Milch-Getreide-Brei. Das in Fleisch enthaltene Eisen kann der Körper besonders gut ausnutzen und ist wichtig für Wachstum und Entwicklung. Es hat sich in der Praxis bewährt, den Brei mittags zu geben.

Der Milch-Getreide-Brei liefert wertvolles Eiweiß und Calcium und wird meistens abends gegeben. Einen Monat danach können Sie den Getreide-Obst-Brei einführen, welcher eine weitere Milchmahlzeit ersetzt, oft nachmittags gegeben wird und die Versorgung Ihres Kindes mit Vitaminen ergänzt. Wenn Sie den milchhaltigen Brei erst später geben möchten, können Sie auch erst den Getreide-Obst-Brei und danach den Milch-Getreide-Brei einführen.

Die restlichen Mahlzeiten bestehen wie gewohnt aus Muttermilch oder Fertigmilch. Andere Reihenfolgen der Breie sind ebenfalls möglich. Auch die Tageszeiten, wann Sie den Brei füttern, sind nicht so wichtig. Wichtig ist, dass im zweiten Lebenshalbjahr alle drei Breie im Tagesplan des Babys enthalten sind und eine ausgewogene Tagesernährung mit den verbleibenden Milchmahlzeiten bilden.

Kleine Hände, großer Löffel

Für Ihr Baby ist es gar nicht so einfach zu lernen, vom Löffel zu essen, da sich die Bewegungsabläufe mit der Zunge und den Lippen stark vom Saugen unterscheiden. Deshalb lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn ihr Baby den Brei anfangs mit der Zunge aus dem Mund schiebt. Es bedeutet nicht, dass es den Brei nicht mag, sondern dass es das Schlucken erst üben muss.

Starten Sie am besten mit einem weichen, flachen Baby-Löffel, damit Ihr Kind den Brei leichter aufnehmen kann. Bei den ersten Versuchen bleibt es oft bei ein paar Löffelchen. Kein Stress, stillen Sie ihr Baby danach wie gewohnt oder geben Sie ihm die Flasche. Mit der Zeit wird es immer besser und der Brei ersetzt die Milchmahlzeit komplett.

Hier bei uns in Deutschland wird üblicherweise mit einem Gemüsebrei als Beikost begonnen. Kombinieren Sie verschiedene Gemüsesorten mit Kartoffeln und etwas Öl für Energie und Nährstoffe. Schon nach kurzer Zeit können Sie zu einem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei übergehen, der für eine ausreichende Eisenzufuhr sorgt.

Tipp: Kombinieren Sie von Beginn an verschiedene Gemüsesorten und nutzen Sie die Vielfalt des Gemüseangebots. Das macht Ihr Kind neugierig und hilft, sich leichter an neue Geschmäcker zu gewöhnen. Wenn Sie Gläschen verwenden, integrieren Sie auch mal selbstgekochtes Gemüse in wechselnden Sorten, der positive Effekt steigt enorm.

Selbst kochen oder fertig kaufen?

Lohnt es sich lange in der Küche zu stehen, um den Brei frisch zu kochen oder sind Fertigprodukte genauso gut? Beide Varianten haben ihre Vorteile: Fertigbrei ist praktisch, sicher und spart Zeit, da industrielle Hersteller höhere gesetzliche Qualitätsansprüche einhalten müssen als für andere Lebensmittel, besonders hinsichtlich der Schadstoffe. Bio-Produkte, aber auch übliche Lebensmittel sind dabei ausreichend sicher.

Selbstgekochter Brei bietet hingegen maximale Kontrolle über die Zutaten und Sie können bewusst Zucker, Gewürze und Salz weglassen. Ebenso ist die Selbstzubereitung, gegenüber Fertigprodukten, günstiger und Sie können die Geschmacksvielfalt von Gemüse und Obst ausnutzen.

Wichtig ist, dass gestillte Babys, die ausschließlich selbstgekochten Brei erhalten, zusätzlich eine halbe Jodtablette (50 Mikrogramm/Tag) einnehmen. Das Spurenelement Jod ist wichtig für die Entwicklung des Säuglings. In gekauften Breien ist oft Jod enthalten, generell ist es jedoch wichtig: Achten Sie auf die Zutatenliste! Je weiter vorne eine Zutat steht, desto größer ist ihr Anteil im Produkt. Bevorzugen Sie dabei Produkte, die den Rezepten für selbstgekochten Brei ähneln.

Auswahlhilfen für Fertigprodukte

Bei der Zutatenliste gilt das Motto: „weniger ist mehr“. Das bedeutet, kein Salz und keine Gewürze und Aromastoffe wie Vanillin. Ebenso ist es wichtig, dass die Produkte keine Zucker enthalten. Diese verstecken sich in der Zutatenliste gerne hinter Begriffen wie Saccharose (= Kristallzucker oder Haushaltszucker), Glukose (Traubenzucker), Glukosesirup, Fruktose (Fruchtzucker) oder Maltose (Malzzucker). Auch Honig, Fruchtdicksäfte oder Ahornsirup zählen dazu. Babys sollen ursprüngliche geschmackliche Eigenarten kennenlernen.

Bei der Zubereitung von Brei gilt: Hygiene ist das A und O! Auch wenn Ihr Baby schon älter ist. Brei immer frisch füttern, nicht zu lange warmhalten. Im Kühlschrank hält Gemüsebrei bis zu 24 Stunden, zur längeren Aufbewahrung sollten Sie den Brei einfrieren. Die Reste bitte niemals wieder aufwärmen, so bleibt der Brei sicher und gesund.

Baby-led Weaning

Traditionell starten Babys im zweiten Lebenshalbjahr mit Brei, welcher das Baby ausreichend versorgt. Beim Konzept des Baby-led Weaning (BLW) entscheiden Babys selbst, was und wie viel sie in ihrem eigenen Tempo essen. Zunächst mit den Fingern und später mit Besteck, wobei die Breiphase oft übersprungen und Fingerfood angeboten wird. Ziel ist, dass Kinder später weniger wählerisch essen und seltener übergewichtig werden. Studien zeigen jedoch, dass viele Mütter beim BLW nicht nur Fingerfood, sondern auch Brei anbieten. In der Praxis bewährt es sich, beide Konzepte zu mischen, also feste Nahrung und Brei zu kombinieren. Wichtig ist, dass Babys Lebensmittel in ihrem eigenen Tempo kennenlernen können.

Kontakt: Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE)Öffnet sich in einem neuen Fenster

Stand: März 2026

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