Drei Schalen mit Babybrei

Die drei Breie

Der Einstieg in die Beikost ist ein riesiger Meilenstein im ersten Lebensjahr. Die drei klassischen Breie – Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, Milch-Getreide-Brei und Getreide-Obst-Brei – sind seit Jahrzehnten die Top-Empfehlungen der Ernährungswissenschaft. Sie liefern nicht nur Energie und Nährstoffe, sondern auch eine Geschmacksexplosion für kleine Feinschmecker.

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei: Der Eisen-Kick

Dieser Brei ist der perfekte Einstieg, denn er vereint Eisen aus dem Fleisch (super für die Blutbildung und das Gehirn), langanhaltende Energie aus der Kartoffel und Vitamine aus dem Gemüse. Ein Schuss Öl sorgt dafür, dass fettlösliche Vitamine gut aufgenommen werden und das Gehirn optimal wächst. Ideal für den Start zwischen dem fünften und siebten Monat, wenn Ihr Baby die Beikostreifezeichen zeigt – also aufrecht sitzen kann, die Schluckmotorik gut ausgeprägt ist und Ihr Baby neugierig auf feste Lebensmittel ist.

Für etwa 150 Gramm Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei benötigen Sie: 90 Gramm Gemüse, 40 Gramm Kartoffeln, 20 Gramm mageres Fleisch, einen Esslöffel pflanzliches Öl und etwas Wasser zum Pürieren.

Tipps für den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

  • Gemüse: Starten Sie mit Sorten wie Karotte, Pastinake, Kürbis oder Zucchini.
  • Fleisch: Mageres Rind, Schwein, Lamm oder Geflügel sind perfekt. Einmal pro Woche fettreicher Fisch rundet das Menü ab.
  • Öl: Ein Löffel hochwertiges Pflanzenöl, zum Beispiel Rapsöl, pro Portion für gesunde Fette.

Milch-Getreide-Brei: Die Mahlzeit mit Calcium-Boost

Dieser Brei ist meist der zweite Schritt in der Beikosteinführung und wird circa zwischen dem sechsten und achten Monat eingeführt. Er liefert hochwertiges Eiweiß und Calcium für starke Knochen und Zähne sowie komplexe Kohlenhydrate für eine gleichmäßige Energieversorgung. Perfekt als sättigende Abendmahlzeit oder stärkendes Frühstück!

Ein klassischer Milch-Getreide-Brei besteht aus 200 Gramm Vollmilch, 20 Gramm Getreideflocken und 20 Gramm Obst.

Tipps für den Milch-Getreide-Brei:

  • Getreide: Vollkornflocken oder -grieß, wie beispielsweise Haferflocken oder Vollkornweizengrieß, sind ideal.
  • Milch: Ab jetzt darf Kuhmilch (3,5 Prozent Fett) im Babybrei mitmischen. Aber Achtung: Nur pasteurisiert oder als H-Milch ist sie erlaubt. Und bis zum ersten Geburtstag bleibt der Brei die einzige Milch-Portion für Ihr Baby, neben Muttermilch oder Fertigmilch natürlich!
  • Mahlzeit: Ideal als Frühstücks- oder Abendbrei, da er leicht verdaulich ist und satt macht.

Getreide-Obst-Brei: Der vitaminreiche Energiesnack

Der Obst-Getreide-Brei rundet die Beikost ideal ab und wird circa ab dem siebten Monat eingeführt. Er liefert Vitamin C für ein starkes Immunsystem, Ballaststoffe für eine gesunde Verdauung und pflanzliches Eisen aus dem Getreide. Die natürliche Süße des Obsts sorgt für schnelle Energie – ganz ohne zusätzlichen Zucker!

Das Grundrezept sieht wie folgt aus: 100 Gramm Obstpüree (zum Beispiel Apfel, Birne, Pfirsich), 90 Gramm Wasser, 20 Gramm Getreide und ein Teelöffel Öl.

Tipps für den Getreide-Obst-Brei:

  • Obst: Je nach Jahreszeit bieten sich Sorten wie zum Bespiel Apfel, Birne, Pfirsich oder anderes heimisches Obst an. Diese sind perfekt für den Start. Aber Achtung: Obst alleine ist keine vollständige Mahlzeit, da es zu wenig Energie und Nährstoffe liefert!
  • Getreide: Natürlich aus Vollkorn – so wie beim Milch-Getreide-Brei.
  • Natürliche Süße: Zucker ist überflüssig – Obst liefert ausreichend Süße.
  • Schnickschnack wie Nüsse, Kakao, Schokolade, Aromen und Gewürze braucht es nicht!
  • Finger weg von „Quetschies“! Durch das Saugen an den Beuteln besteht die Gefahr, dass Ihr Baby nicht richtig lernt zu kauen und Karies gibt es obendrauf.

Allgemeine Tipps für den Beikostalltag

  • Langsam starten: Beginnen Sie mit kleinen Mengen (zwei bis drei Esslöffel) und steigern Sie die Portionen auf etwa 150-200 Milliliter, je nach Appetit des Babys.
  • Neue Lebensmittel einzeln testen: Beobachten Sie Ihr Baby in den ersten Tagen, bevor Sie weitere Zutaten einführen.
  • Konsistenz anpassen: Anfangs fein püriert, später stückiger für die Mundmotorik.
  • Ruhige Atmosphäre: Gemeinsam am Tisch essen, Ablenkungen minimieren, eigenes Erkunden zulassen.
  • Geduld und Wiederholung: Babys brauchen oft mehrere Anläufe, um neue Geschmäcker zu akzeptieren.
  • Flüssigkeitsbedarf: Brei ersetzt keine Flüssigkeit – weiter stillen, Flasche oder Wasser anbieten
  • Praktische Vorbereitung: Breie portionsweise einfrieren oder im Kühlschrank aufbewahren; kleine Portionen sind praktisch für unterwegs.
  • Allergien beachten: Hochallergene Lebensmittel (Fisch, Ei, Nüsse) einzeln und vorsichtig einführen

Industrielle Alternativen – worauf Sie achten sollten

Fertigbreie können eine praktische Ergänzung sein, besonders unterwegs oder wenn es schnell gehen muss. Achten Sie auf klare Zutatenlisten ohne Zuckerzusatz, hochwertige Öle und darauf, dass sie in der Zusammensetzung den drei selbsthergestellten Breien ähneln. Ein Nachteil industriell hergestellter Breie ist jedoch der konfektionierte Geschmack. Selbst hergestellte Breie liefern mehr Geschmackvielfalt und fördern so die Geschmacksentwicklung.

Worauf Sie achten sollten:

  • Zutatenliste prüfen: Der Brei sollte ohne Zuckerzusatz, Aromen oder Konservierungsstoffe auskommen.
  • Jod: Der Milch-Getreide-Brei sollte Jod zugesetzt haben. Halten Sie auf der Zutatenliste Ausschau nach Kaliumjodid oder Kaliumjodat
  • Fettquelle: Achten Sie auf hochwertige pflanzliche Öle (zum Beispiel Rapsöl), die für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine wichtig sind.
  • Getreide- und Obstsorten: Vollkorngetreide und variierende Obstsorten sind optimal, um Ballaststoffe, Eisen und Vitamine zu liefern.

Fazit

Die drei klassischen Beikostbreie sind eine bewährte Grundlage für eine nährstoffreiche Ernährung im ersten Lebensjahr. Mit etwas Geduld, Neugier und Gelassenheit finden Sie und Ihr Baby ganz sicher Ihren eigenen Weg in die spannende Welt des Essens – egal, ob Sie frisch kochen oder gelegentlich auf Fertigbreie zurückgreifen. Guten Appetit!

Kontakt: Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE)Öffnet sich in einem neuen Fenster

Stand: März 2026

Schlagworte zum Thema