Ein Baby liegt auf dem Rücken zwischen vielen verschiedenen Gemüse und Obstsorten

Vegetarische Ernährung im ersten Lebensjahr: Diese Nährstoffe sind ein Muss!

Das erste Lebensjahr Ihres Babys ist eine ganz besondere Zeit und auch beim Thema Ernährung möchten Eltern natürlich alles richtig machen. Vielleicht leben Sie selbst vegetarisch oder vegan und fragen sich: Kann ich mein Baby genauso ernähren? Hier kommt Ihr Guide zu den wichtigsten Nährstoffen, auf die Sie achten sollten.

Was gibt’s zu beachten?

Viele Eltern entscheiden sich bewusst für eine vegetarische oder vegane Ernährung – aus Überzeugung, aus gesundheitlichen Gründen oder wegen des Klimas. Das ist total okay! Aber Achtung: Babys haben einen extrem hohen Nährstoffbedarf, weil sie so rasant wachsen. Eine rein vegane Ernährung wird für Säuglinge daher nicht empfohlen. Eine vegetarische Ernährung ist dagegen meist gut möglich, wenn man einige wichtige Dinge beachtet.

Und ein Tipp an Sie, liebe Mamas: Sie geben Ihrem Baby viele Nährstoffe direkt weiter – in der Schwangerschaft über die Nabelschnur und während des Stillens über die Muttermilch. Wenn Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren, lohnt sich ein Gespräch mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatung – einfach, damit Sie beide optimal versorgt sind.

Die Top vier Nährstoffe, die Sie im Blick behalten sollten:

Vitamin B12 – der Nerven-Booster:

Vitamin B12 ist superwichtig für die Entwicklung des Nervensystems und die Blutbildung. Ein Mangel kann ernsthafte Folgen haben, wie Entwicklungsverzögerung oder Blutarmut. Leider ist es in pflanzlichen Lebensmitteln kaum enthalten. Bei einer vegetarischen Ernährung können Sie den Bedarf durch Eier und Milchprodukte decken. Bei einer veganen Ernährung sollte Ihr Baby von Anfang an ein hochwertiges Vitamin B12-Präparat bekommen. Gleiches gilt für schwangere als auch stillende Mütter, die sich vegan ernähren, da das Vitamin B12 über die Nabelschnur und Muttermilch an den Säugling gegeben wird.

Kalzium – starke Knochen von Anfang an:

Kalzium ist essenziell für den Aufbau von Knochen und Zähnen. Ein Mangel kann zu einer gestörten Knochenbildung, Krampfanfällen oder zu Herzproblemen führen. Milchprodukte sind eine wichtige Kalziumquelle. Bei einer veganen Ernährung gibt es aber auch pflanzliche Alternativen wie grünes Blattgemüse, Tofu, angereicherte Pflanzendrinks und Mineralwässer.

Eisen – der Energie-Kick:

Eisen ist ein essenzieller Nährstoff für die Blutbildung und den Sauerstofftransport. Babys haben nach einigen Monaten ihre Eisen-Speicher aufgebraucht. Daher ist es wichtig, mit Beginn der Beikost eisenreiche Lebensmittel einzuführen – in der Regel geschieht dies in Form von Fleisch. Pflanzliche Lebensmittel enthalten überwiegend das sogenannte Nicht-Häm-Eisen, das vom Körper weniger gut aufgenommen wird. Dieses findet sich vor allem in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, grünem Gemüse und Nüssen. Kombinieren Sie es mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie beispielsweise Paprika oder Brokkoli. Das verbessert die Aufnahme! ImBeikostplan kann der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei durch einen vegetarischen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei ersetzt werden. Dazu wird das Fleisch einfach durch Vollkorngetreide, wie beispielsweise Haferflocken, ausgetauscht und durch etwas Orangensaft oder Obstpüree ergänzt. Bei einer veganen Ernährung können angereicherte Beikostprodukte oder Eisenpräparate sinnvoll sein – aber immer nur nach Rücksprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt!

Jod – kleiner Stoff, große Wirkung

Jod ist ein wichtiger Baustein der Schilddrüsenhormone. Diese Hormone sind zentrale Akteure, wenn es um Wachstum und die Entwicklung des Gehirns im Säuglingsalter geht. Fehlt Jod, kann es zu Entwicklungsverzögerungen, Lernschwierigkeiten und anderen gesundheitlichen Problemen kommen. Ein Jodmangel entsteht vor allem dann, wenn in der Ernährung nur wenige jodreiche Lebensmittel wie Seefisch oder jodiertes Speisesalz vorkommen. Besonders in einer überwiegend pflanzlichen Ernährung ist jodiertes Salz oft die wichtigste Jodquelle. Aber Achtung: Salzen sollten Sie das Essen Ihres Säuglings allerdings nicht! Gestillte Babys, die ausschließlich selbstgekochten Brei erhalten, egal ob vegetarisch ernährt oder nicht, sollten täglich eine halbe Jodtablette (50 Mikrogramm pro Tag) bekommen. Bei Verwendung von Fertigbreien oder Säuglingsmilch ist das oft nicht nötig, weil dort bereits Jod zugesetzt ist. Ein Blick auf die Zutatenliste („Kaliumjodid“, „Natriumjodid“, „Jodzusatz“) gibt Ihnen Sicherheit.

Aber schon während der Schwangerschaft und auch während der Stillzeit ist eine gute Jodversorgung wichtig. Verwenden Sie jodiertes Speisesalz für Ihre eigene Ernährung. In jedem Fall ist die Einnahme von 100 Mikrogramm Jod pro Tag als Tablette während der Schwangerschaft und Stillzeit zu empfehlen – egal, ob Sie sich vegetarisch/vegan ernähren oder Fleisch essen.

Nahrungsergänzungsmittel – brauchst man das wirklich?

Manchmal ja – besonders bei Vitamin B12 und oft auch bei Jod. Aber Achtung: Bitte nichts auf eigene Faust! Zu hohe Dosen bestimmter Nährstoffe können gesundheitsschädlich sein. Deshalb immer mit einem Kinderarzt, einer Kinderärztin oder einer Ernährungsfachkraft absprechen.

Fazit

Eine pflanzenbasierte Ernährung kann auch im ersten Lebensjahr gut funktionieren, wenn sie gut geplant ist. Eine rein vegane Ernährung wird für Säuglinge trotzdem nicht empfohlen, aber vegetarisch klappt meistens sehr gut.

Kontakt: Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE)Öffnet sich in einem neuen Fenster

Stand: März 2026

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