Hausbau versichern, aber richtig!

Für viele ist der Hausbau eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben, daher sollte beim Thema Versicherung alles richtig gemacht werden. Mit vier wichtigen Versicherungen können Bauherren typische Risiken während der Bauphase absichern.

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Ungedeckter Dachstuhl von einem Haus im Rohbau

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist sinnvoll, da Bauherren für alles verantwortlich sind, was auf der Baustelle passiert: die Sicherung der Baustelle, die Einhaltung sämtlicher Bauvorschriften, die sorgfältige Auswahl geeigneter Handwerker und Dienstleister. Die Kosten für die Bauherrenhaftpflicht belaufen sich in der Regel auf ein Promille, also ein Tausendstel der Bausumme.

Beispiel: Kostet das Einfamilienhaus etwa 250.000 Euro, sind für die Versicherung zwischen 200 und 300 Euro zu zahlen.

Günstiger kann es werden, wenn bereits eine Privathaftpflichtversicherung vorhanden ist und es sich um ein selbstbewohntes Objekt in einer Umbau- oder Erweiterungsphase handelt. Dann sollte die Höhe der Versicherungssumme überprüft und eventuell angepasst werden. Eine weitere Alternative kann die Mitgliedschaft im Verband-Wohneigentum Hessen e.V. sein. Die Leistungen der Bauherrenhaftpflichtversicherung und andere Leistungen sind mit einem Mitgliedsbeitrag von 43,80 Euro pro Jahr zu bekommen.

Ein weiterer wichtiger Baustein während der Bauphase ist die Feuer-Rohbauversicherung. Damit sind das noch nicht bezugsfertige Gebäude und die auf dem Versicherungsgrundstück befindlichen Baustoffe während der Bauphase versichert. Der Kreditgeber verlangt meistens einen Nachweis über den Abschluss einer Feuer-Rohbauversicherung, bevor er die Kreditsumme auszahlt. Oftmals ist die Feuer-Rohbauversicherung kostenfrei und wird mit der Versicherungsprämie der späteren Gebäudeversicherung verrechnet.

Die Bauleistungsversicherung ist sowohl für die Bauherren als auch für alle am Bau beteiligten Firmen sinnvoll. Die Versicherung schützt während der gesamten Bauzeit vor unvorhersehbaren Schäden am fertigzustellenden Bauwerk. Versichert sind Schäden infolge von Blitzschlag und Leitungswasser – also nach Rohrbruch – sowie Schäden am Gebäude durch Sturm und Hagel. Leistung bei Elementarschäden kann optional hinzu versichert werden. Bei einer Bausumme von 250.000 Euro ist eine günstige Bauleistungsversicherung für einen Einmalbeitrag von weniger als 300 Euro zu haben. Liegen die Baukosten in Höhe von 300.000 Euro, erhöht sich der Beitrag um ungefähr 50 Euro. Bei den meisten Tarifen ist ein Selbstbehalt zwischen 150 und 500 Euro üblich. Die Leistungsdauer beläuft sich oft auf maximal 24 Monate.

Eine weitere Versicherung für den Hausbau ist die Bauhelfer-Unfallversicherung. Wer sein Haus in Eigenarbeit baut oder sich bei einer Wohnungsrenovierung helfen lässt, muss seine Helfer von Gesetzes wegen bei der BG BAU anmelden. Verletzt sich ein versicherter Eigenbauhelfer auf der Baustelle, entschädigt die gesetzliche Unfallversicherung den erlittenen Schaden umfassend. Diese Haftungsablösung gibt den Bauherren finanzielle Sicherheit. Zugleich kommen den geschädigten Personen als Versicherte der BG BAU die besten Heilungschancen zugute. Denn die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen verfügen über außerordentliche Möglichkeiten für Heilbehandlung, Rehabilitation sowie finanzielle Leistungen. Die Kosten halten sich im Rahmen - pro Helfer oder Helferin mit 100 Stunden Arbeitseinsatz kostet der Beitrag zur BG BAU in den neuen Bundesländern aktuell 145 Euro, in den alten Bundesländern 158 Euro. Der Mindestbeitrag beläuft sich auf 100 Euro pro helfender Person. Zur Erweiterung des Versicherungsschutzes kann der Bauherr für seine Bauhelfer eine private Bauhelfer-Unfallversicherung ergänzen.

Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V.

Stand: Mai 2021