Fahrradversicherung - sinnvoll oder überflüssig?

Insbesondere in Großstädten fürchten viele Fahrradbesitzer um ihr Eigentum und fassen eine Fahrradversicherung ins Auge. Zwar deckt eine Hausratversicherung viele mögliche Schäden ab, aber vor allem bei teuren Rädern kann alternativ eine Fahrradversicherung sinnvoll sein.

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Fahrraddieb

Versicherungsschutz über die Hausratversicherung

Die Hausratversicherung ist eine Möglichkeit, sein Fahrrad zu versichern. Fahrräder zählen wie Kleidung und Möbel zum Hausrat. Nimmt der Einbrecher das Rad aus dem verschlossenen Einzelkeller mit, so leistet die Hausratversicherung. Häufiger wird das Rad aber außerhalb der eigenen vier Wände gestohlen, etwa nachts vor der Kneipe. Um für diesen Fall vorzusorgen, sollte man sich vergewissern, dass die Hausratversicherung eine Fahrradklausel beinhaltet.

Die Fahrradklausel an der Hausratversicherung 

Die allermeisten Hausratversicherungen ersetzen den Neuwert des Hausrats. Also beim Rad, den Betrag, der zum Kauf eines neuen Fahrrades gleichen Modells benötigt wird. Bei Fahrradklauseln ist es üblich, die Entschädigung von vornherein zu beschränken. In alten Versicherungstarifen sind es maximal ein bis fünf Prozent der Versicherungssumme, in neueren bis zu zehn Prozent, die im Leistungsfall gezahlt werden.

Beispiel: Der Hausrat ist mit 50.000 Euro versichert. Der Fahrraddiebstahl mit fünf Prozent davon. Der Hausratversicherer entschädigt bei Fahrraddiebstahl je nach Wiederbeschaffungswert des Fahrrades mit bis zu 2.500 Euro. Und zwar insgesamt für alle bei einem Schadensfall gestohlenen Räder.

Will man alle Räder der Familie absichern, muss die Versicherungssumme der Hausratversicherung entsprechend hoch sein. Sonst ist man unterversichert. Die Versicherung verweigert unter Umständen die volle Schadensleistung.

Tipp: Vereinbaren Sie bei mit ihrer Hausratversicherung einen Unterversicherungsverzicht.

Eine höhere Versicherungssumme schlägt sich auf den Versicherungsbeitrag nieder und belastet so regelmäßig das Budget. Außerdem lassen sich viele Hausratversicherungen in Gegenden, in denen häufiger Fahrräder gestohlen werden, eine Fahrradklausel mit einer höheren Prämie vergüten. Ob sich das über die Jahre rechnet, entscheidet jeder individuell.

Tipp: Rechnen Sie zusammen, was es kostet, alle Fahrräder im Haushalt neu zu kaufen.

Werden tatsächlich ein paar Mal Fahrräder gestohlen, so besteht die Gefahr, dass der Versicherer die gesamte Hausratversicherung ohne Vorwarnung mit einer Frist von einem Monat kündigt. Man verliert den Schutz für den gesamten Hausrat nur wegen des Fahrraddiebstahls. Das Recht zur Kündigung hat die Versicherung bei jedem Schadensfall.

Versicherungsschutz über eine separate Fahrradversicherung

Nicht jeder Radbesitzer hat eine Hausratversicherung. Für solche Radler und vor allem für diejenigen, die für ihr teures Fahrrad mehr Schutz wünschen, bietet sich eine separate Fahrradversicherung an. Klassisch erstreckt sich der Schutz auf Einbruchdiebstahl, wie bei einer normalen Hausratversicherung, und auf Diebstahl von der Straße, den auch eine Hausratversicherung mit Fahrradklausel bietet. Zusätzlich leisten viele separate Fahrradversicherungen, wenn das Fahrrad durch Fall, Sturz oder Unfall beschädigt ist. Vandalismus, Überschwemmung, Elektronik- und Feuchtigkeitsschäden lassen sich ebenfalls versichern.

Anders als bei den Hausratversicherungen ersetzen nicht alle Fahrradversicherungen den Neupreis. Einige zahlen nur den Wert des abgenutzten Fahrrads, den Zeitwert. Andere Versicherer erwarten eine Selbstbeteiligung des Geschädigten oder kürzen die Leistungen jedes Jahr um einen gewissen Prozentsatz. Bei der Wahl des Versicherers sollten insbesondere diejenigen Acht geben, die Geld als Entschädigung erwarten. Manche Versicherer bieten nur ein Ersatzrad oder geben für eine Reparatur die Werkstatt vor.

Einige Versicherungsunternehmen versichern nur neue Fahrräder in den ersten drei Monaten, andere nur Räder ab einem höheren Kaufpreis. Typischerweise erwarten separate Fahrradversicherungen von ihren Kunden Vorkehrungen, wie die Codierung des Fahrrads oder schreiben fest, welche Schlösser benutzt werden dürfen. Es gilt also, das Kleingedruckte zu lesen bevor man sich aufs Fahrrad schwingt.

Diebstahlsvorkehrungen  

Zur Sicherung eignen sich massive Stahlketten-, Bügel- oder Panzerkabelschlösser. Das Fahrrad sollte mit dem Rahmen, Vorder- und Hinterrad an einen festen Gegenstand angeschlossen werden, damit der Dieb es nicht weggetragen kann. Codierte Fahrräder können leichter wiedererkannt werden. Rahmen- und/oder Codierungsnummer kann man in einem Fahrradpass festhalten. Die Polizei bietet kostenlose Fahrradpass-Apps an, so hat man im Fall der Fälle alle wichtigen Daten zur Hand.

Hier geht es zum Download:

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Stand: Juni 2019