Elementarschadenversicherung: Sinnvoller Schutz fürs Haus

Die Schäden durch Unwetter haben in den letzten Jahren erkennbar zugenommen. Sie können erheblich sein und im Einzelfall die wirtschaftliche Existenz bedrohen. Jeder kann Opfer von Naturereignissen werden. Verbraucher sollten ihr Hab und Gut deshalb ausreichend gegen diese Risiken versichern.

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Hochwasser
Hochwasser

Gewappnet gegen Unwetterschäden

Die eigenen vier Wände verkörpern für die meisten Familien die größte Investition ihres Lebens. Wer ein Eigenheim hat, braucht eine Wohngebäudeversicherung. Diese gehört zu den wichtigsten Sachversicherungen. Aber mit einer „verbundenen“ Wohngebäudeversicherung sind neben Schäden durch Feuer und Leitungswasser nur die Naturgefahren Sturm, Blitzschlag und Hagel versicherbar. Über Sondervereinbarungen kann der Schutz, den die Wohngebäudeversicherung bietet, erweitert werden: mit der Elementarschadenversicherung. Empfehlenswert ist der Abschluss einer Elementarschadenversicherung grundsätzlich für jeden Hauseigentümer: Überall kann nach Starkregen Oberflächenwasser zusammen laufen und Überschwemmungen verursachen; durch Starkregen vollgesogene Hänge verursachen auch immer wieder Erdrutsche. Die Elementarschadenversicherung versichert Schäden, die durch Überschwemmung und Hochwasser, aber auch durch Schneedruck und Lawinen, Erdrutsche und natürliche Erdfälle oder Vulkanausbrüche entstehen.

Eine Versicherung gegen einzelne Gefahren (z.B. Hochwasser) ist nicht möglich. In keinem Fall versichert sind Schäden durch Grundwasser und Sturmfluten.

Tipp: Achten Sie darauf, dass auf jeden Fall das Risiko Erdbeben im Elementarschadens-Zusatzpaket eingeschlossen ist!

Welche Versicherung springt ein, wenn der Keller vollgelaufen ist?

Die Elementarschadenversicherung als Zusatz zur Wohngebäudeversicherung versichert Schäden am Wohngebäude, die durch Oberflächenwasserüberschwemmung entstehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Bach oder Fluss über die Ufer getreten ist oder nach starken Witterungsniederschlägen sich Wassermassen auf der Erdoberfläche gebildet haben und das Oberflächenwasser in den Keller läuft. Schäden am Hausrat durch solche Naturgefahren können durch einen Zusatz zur Hausratversicherung abgesichert werden (siehe unten). Nicht versichern kann man sich gegen Schäden im Keller des Wohngebäudes, die durch steigendes Grundwasser verursacht worden sind.

Welche Versicherung greift, wenn Schäden durch Starkregen entstanden sind?

Entsteht ein Rückstau infolge der Ausuferung von Gewässern oder dringt aufgrund von Starkregen Wasser aus den Ableitungsrohren ins Gebäude, so sind Schäden am Wohngebäude über eine Elementarschadenversicherung versicherbar. Allerdings meist mit der Auflage einer gewarteten Rückstauklappe. Da Starkregen überall fallen kann, ist die Elementarschadenversicherung für jeden Hauseigentümer sinnvoll.

Kann man zu einer bestehenden Wohngebäudeversicherung eine Elementarschadenversicherung abschließen?

Die Elementarschadenversicherung kann nachträglich und als Zusatz zu einer bestehenden Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden. Sie ist nicht ohne eine Wohngebäudeversicherung abschließbar. Lehnt die bisherige Wohngebäudeversicherung den Abschluss einer Elementarschadenversicherung ab, sollte man bei anderen Versicherern ein Angebot über eine Wohngebäudeversicherung mit Elementarschadenversicherung einholen.

Kann jeder Eigentümer zu jeder Zeit eine Elementarschadenversicherung abschließen?

Nein. Die Versicherungsprämien für eine Elementarschadenversicherung sind sehr unterschiedlich: Versicherer schätzen ab, wie hoch das Risiko ist, dass sie zahlen müssen. Jeder Versicherer kalkuliert sein Risiko anders. In manchen Gegenden wie zum Beispiel an großen Flüssen ist die Hochwassergefahr groß und die Elementarschadenversicherung deshalb sehr teuer. Viele Versicherungskunden müssen mit hohen Selbstbehalten rechnen. Andere Hauseigentümer erhalten sogar grundsätzlich Ablehnungen. Es ist empfehlenswert, diesen Schriftverkehr aufzubewahren. Eine Abschlusspflicht gibt es für Versicherer aber nicht.

Was ist mit der Wohngebäudeversicherung? Reicht die nicht?

Nein, die Wohngebäudeversicherung allein reicht nicht. Man kann sich mit einer verbundenen Wohngebäudeversicherung gegen Leitungswasser, Frost und Rohrbruch absichern, aber nicht gegen Oberflächenüberschwemmungen. Für Schäden, die auf heftige Witterungsniederschläge zurückzuführen sind, braucht man eine Elementarschadenversicherung.

Wo genau muss ich in meinen Unterlagen schauen, um herauszufinden, ob ich auch gegen Elementarschäden versichert bin?

Nachschauen sollte man im Versicherungsschein für die Wohngebäudeversicherung. Meist ist explizit von einem Zusatz für Elementarschäden die Rede. Häufig wird auch ein eigener Preis für die Elementarschäden ausgeworfen. Nur in wenigen neueren Policen sind die Elementarschäden bereits direkt in die Aufzählung der Risiken bei der verbundenen Wohngebäudeversicherung aufgenommen.

Worauf sollte man beim Wechsel der Wohngebäudeversicherung unbedingt achten?

Will man den Wohngebäudeversicherer wechseln, so sollte die alte Wohngebäudeversicherung erst dann kündigen werden, wenn sicher ist, dass ein anderer Versicherer das Haus versichert. So kann es zum Beispiel bei alten oder denkmalgeschützten Häusern schwierig sein, einen neuen Versicherer zu finden. Für die Versicherer besteht keine Abschlusspflicht für Wohngebäudeversicherungen.

Gegen welche Unwetterschäden ist der Hausrat versichert?

Zwar ist bei den Standardbedingungen der Hausrat in der Hausratversicherung gegen Feuer, Sturm und Hagel versichert. Für Wasserschäden zahlt die Hausratversicherung aber nur, wenn Leitungswasser die Ursache war. Für eine erweiterte Absicherung gegen Elementarschäden empfiehlt sich eine Sondervereinbarung.

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Stand: August 2017