Tipps rund um Paketdienstleistungen

Beschädigte Pakete, verspätete Auslieferung, Benachrichtigungskarten im Briefkasten, obwohl der Empfänger den ganzen Tag zu Hause war, oder aber kommentarlos im Hausflur abgestellte Sendungen: Ärgernisse mit Paketsendungen und -lieferungen gehören zum Verbraucheralltag. Was ist beim Versenden von Päckchen und Paketen zu beachten und wie lässt sich Ärger bei der Paketzustellung vermeiden?

RS10021_Paeckchen Haende © Christian Jung - Fotolia.com_.jpg

Express-Paket

Paketversand: Eigenen Bedarf prüfen und Angebote vergleichen

Unterschiedliche Paketdienstleister bieten unterschiedliche Dienste an. Deshalb heißt es zunächst einmal Angebote sichten. Abgesehen vom Preis unterscheiden sie sich  auch in der Art der Zustellung: Manche Unternehmen versuchen nur einmal zuzustellen.  Andere kommen bis zu drei Mal an die Tür, bevor sie das Paket in eine Filiale oder einen Shop zur Abholung umleiten oder es an den Absender zurückschicken.

Unterschiedliche Preise für Pakete ergeben sich insbesondere aufgrund der Größe oder des Gewichts. Wer die Maße seines Pakets oder Päckchens kennt, kann sich vorab auf den jeweiligen Internetseiten der Paketdienstleister einen Überblick verschaffen.

Vor allem ist auf den Unterschied zwischen Päckchen und Paket zu achten.

Das Wichtigste zu beiden Versandarten:

  • Ein Päckchen ist in der Regel günstiger. Allerdings ist die Sendungsverfolgung (Beobachtung, wo sich das Päckchen befindet) nicht bei allen Paketdienstleistern möglich.
  • Im Falle von Verlust oder Beschädigung ist das Päckchen – je nach Anbieter – nicht oder nur in geringer Höhe (zum Beispiel 50 Euro) versichert.
  • Bei einem Paket können Sie den Lieferstatus über die Sendungsverfolgung beobachten.
  • Der Inhalt des Pakets ist bis zu 500 Euro, je nach Anbieter sogar bis zu 750 Euro versichert. Übersteigt der Inhalt des Pakets den Warenwert von 500 bis 750 Euro, sollten Sie prüfen, ob der Paketdienstleister eine Zusatzversicherung oder eine spezielle Versandart anbietet. Achten Sie auch auf die jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Paketdienstleister. Wer unsicher ist, sollte vor dem Versand nach der richtigen Versandart fragen.

Tipp: Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihr Paket oder Päckchen zu einem bestimmten Zeitpunkt ankommt, denken Sie an den rechtzeitigen Versand. Paketdienstleister geben zum Teil unterschiedliche Regellieferzeiten an. Diese können Sie über die Internetseiten der Verbraucherzentralen paket-aerger.de recherchieren.

Aber beachten Sie: Die Regellieferzeiten werden nicht garantiert, so dass es sinnvoll ist, das Paket ein paar Tage eher auf den Weg zu bringen.

Die richtige Verpackung

Pakete haben oft einen langen und strapaziösen Weg vor sich. Die Paketdienstleister weisen meist darauf hin, dass das Paket so verpackt sein muss, dass es einen Sturz aus 80 Zentimeter bis zu einem Meter Höhe verkraftet. Wählen Sie deshalb die kleinstmögliche Verpackungsgröße für Ihre Waren aus, damit der Inhalt nicht im Paket hin und her rutschen kann. Gleichzeitig sollte aber genügend Platz für Polsterungen bleiben. 5 Zentimeter Rand ringsum, gepolstert mit geeignetem Material, sollten ausreichen.

Zeitungspapier eignet sich bei empfindlichen Waren nicht als Polsterung, da es sich beim Sturz eindrückt. Besser sind zum Beispiel Luftpolsterfolie (Bläschenfolie) oder Verpackungschips. Die gibt es zwischenzeitlich auch als Biovarianten.

Die Verwendung eines möglichst kleinen Pakets empfiehlt sich auch aus Kostengründen: Die Versandkosten richten sich oft nach den Außenmaßen der Verpackung.

In bestimmten Fällen ist es nicht ratsam, die Ware im Originalkarton zurückzusenden. Elektrogeräte wie Fernseher, aber auch Haushaltsgeräte (Staubsauger, Mikrowelle) werden häufig im so genannten Paletten-Versand transportiert. Dabei werden die Pakete gerade nicht automatisch über Förderbänder sortiert. Die Verpackung ist deswegen deutlich weniger strapazierbar und hält einen normalen Paketversand häufig nicht aus. Um Ärger zu vermeiden sollten Sie zusätzlich zum Originalkarton eine passende Umverpackung und polsterndes Material verwenden.

Was tun bei Beschädigung und Verlust?

Pakete sind gegen Beschädigung und Verlust versichert. Die Höchstgrenzen sind je nach Paketdienstleister unterschiedlich (siehe oben). Wenn die versandte Ware beschädigt ist, sollte man sich unverzüglich an den Absender des Pakets wenden. Dieser ist der Vertragspartner des Paketdienstleisters. Für den Absender ist es daher wichtig, schnellstmöglich mit dem Paketdienstleister in Kontakt treten zu können, um gegebenenfalls den Schaden zu regulieren. Hierzu hat er in der Regel nur sieben Tage nach Ablieferung des Pakets Zeit.

Wenn das Paket offensichtlich beschädigt ist, Flüssigkeit verliert oder sich nach zerbrochenem Glas/Porzellan anhört, sollten Sie es in Anwesenheit des Zustellers öffnen, um den Schaden durch den Zusteller festhalten zu lassen. Andere Möglichkeit: Annahme verweigern! Wer das Paket trotz offensichtlicher Beschädigung annimmt, ist im Streitfall in der Beweispflicht und muss ggf. darlegen, ob der Absender oder der Paketdienstleister die Beschädigung verursacht hat. Da dies nur schwer möglich sein wird, kann man so mögliche Erstattungsansprüche verlieren.

Besonders ärgerlich ist es, wenn ein Paket gar nicht ankommt. Über die Sendungsverfolgung (durch Angabe der Paketnummer) kann überprüft werden, wo sich das Paket gerade befindet. So können Sie unter Umständen herausfinden, an welcher Stelle im Liefervorgang etwas schief gelaufen ist. Ist das Paket verschollen oder soll es an eine bestimmte Person ausgeliefert worden sein, die Ihnen nicht bekannt ist, sollten Sie die Hotline oder den Email-Kundenkontakt des Paketdienstleisters nutzen, um Ihr Anliegen zu schildern. Wenn Ihnen die Paketnummer nicht vorliegt, bitten Sie den Absender darum, Ihnen die Paketnummer mitzuteilen.

Taucht das Paket nicht wieder auf, sollten Sie sich an den Absender des Paketes wenden. Er kann als Vertragspartner des Paketdienstleisters einen Nachforschungsauftrag stellen. Dazu muss er den genauen Paketinhalt angeben, den Wert des Paketinhalts z.B. durch eine Rechnung belegen und den Einlieferungsbeleg vorweisen.

Ordnungsgemäße Paketzustellung

Die meisten Paketdienste behalten sich in ihren Vertragsbedingungen die sogenannte Ersatzzustellung an Nachbarn vor. Das kann unter Umständen sehr praktisch sein, wenn der Nachbar leichter erreichbar ist als der nächste Paket-Shop.

Grundsätzlich muss kein Nachbar ein fremdes Paket annehmen. Aber sobald er unterschreibt, muss er es sorgfältig verwahren – und sollte es dem Empfänger nicht einfach vor die Tür stellen. Denn dann haftet er unter Umständen dafür, wenn das Paket wegkommt. Wenn Sie Pakete erwarten, sollten Sie sich deshalb mit Ihren unmittelbaren Nachbarn absprechen.

Wer eine Benachrichtigung in seinem Briefkasten vorfindet, um das Paket an einem anderen Standort abzuholen (Filiale, Paketshop etc.), sollte auf folgende Punkte achten:

  • In der Regel hat der Empfänger zwischen 7 und 10 Werktage Zeit, das Paket abzuholen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Benachrichtigungskarte. Auch der Samstag gilt als Werktag.
  • Der Benachrichtigungsschein muss nicht zwingend bei der Abholung vorgelegt werden. Die Legitimation kann auch allein durch Vorlage des Personalausweises erfolgen.
  • Soll jemand anderer das Paket abholen, muss er vom eigentlichen Empfänger bevollmächtigt werden. Dafür gibt es in der Regel schon auf der Benachrichtigungskarte ein Feld zum Ausfüllen. Auch hier gilt, dass sich der Abholende mit einem Ausweis legitimieren muss.

Wenn Sie das Paket weder bei einem Nachbarn hinterlegen lassen noch sonst irgendwo abholen möchten, können Sie mit dem jeweiligen Paketdienstleister eine Abstellgenehmigung („Garagenvertrag“) vereinbaren. Sie bestimmen ein Versteck auf dem Grundstück, der Zusteller darf das Paket dann dort hinterlegen. Von da an gilt es als ordnungsgemäß zugestellt. Sollte das Paket an diesem Ort verloren gehen, haftet der Paketdienstleister nicht. Eine Abfalltonne, die in der Zwischenzeit geleert werden könnte, eignet sich deshalb nicht als Ablageort.

Tipp: Wollen Sie zwingend ganz persönlich das Paket erhalten? Dann klären Sie mit dem Versender, ob das Paket in Form der "eigenhändigen Zustellung" versandt werden kann, so dass nur Sie persönlich zur Entgegennahme berechtigt sind. Dafür kann ein höherer Preis fällig sein.

Weitere Informationen: Beratungsangebote der Verbraucherzentrale Hessen

  • Persönliche Beratung zu Verbraucherrecht in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen.
  • Telefonische Beratung zu Verbraucherrecht immer montags-donnerstags von 10 bis 18 Uhr 0900 1 972010. 1,75 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise können abweichen.
  • Internetseite: www.postaerger.de

Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e. V., Große Friedberger Straße 13-17, 60313 Frankfurt am Main

Stand: Januar 2019