Was ändert sich für Verbraucher?

2017 gibt es für Verbraucher wieder einige Änderungen: Statt der bisherigen drei Pflegestufen gibt es nun fünf Pflegegrade, die Flexi-Rente startet und der Reformationstag am 31. Oktober ist bundesweit einmalig ein Feiertag. Was gibt es sonst noch Neues?

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Jahreszahl 2017

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst.

Energie und Wohnen

  • Hausbesitzer aufgepasst: Alte Heizungen bis Baujahr 1991 erhalten vom Schornsteinfeger ein Energielabel, das die Effizienz der Heizungsanlage bewertet.
  • Wer mit einer Photovoltaikanlage selbst Strom erzeugt und auch verbraucht, muss ab Neujahr für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde statt 35 Prozent der EEG-Umlage 40 Prozent bezahlen. Anlagen bis zehn Kilowatt sind aber für die ersten 10.000 selbstgenutzten Kilowattstunden pro Jahr von der Umlage befreit.
  • Bei Staubsaugern ist künftig nur noch eine Wattzahl von maximal 900 statt bisher 1.600 erlaubt.
  • Für manche Haushalte werden elektronische Stromzähler Pflicht, die den tatsächlichen Verbrauch sowie Nutzungszeiten anzeigen und diese Daten automatisch an den Energieversorger weiterleiten. Diese Smart Meter müssen nur in die Haushalte eingebaut werden, die zwischen 10.000 und 20.000 Kilowattstunden jährlich verbrauchen oder die selbst Strom erzeugen mit einer Nennleistung von mindestens sieben Kilowatt.

Geld und Kredit

  • Ab dem 4. April 2017 gibt es den neuen 50-Euro-Schein, der fälschungssicherer sein soll als der bisherige.
  • Wer in 2017 einen Vertrag über eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung abschließt, bekommt nur noch 0,9 Prozent Zinsen garantiert.

Pflege und Gesundheit

  • Bislang wurde der Grad der Pflegebedürftigkeit vorrangig nach körperlichen Einschränkungen ermittelt und je nach Bedürftigkeit die Pflegestufen 1-3 vergeben. Ab Januar gibt es eine neue Systematik mit fünf Pflegegraden. Auch Menschen mit geistigen und psychischen Problemen werden stärker berücksichtigt. Insgesamt wird geprüft, wie selbständig der Antragsteller seinen Alltag bewältigen kann und wie viel Unterstützung benötigt wird.
  • Wer Angehörige pflegt, wird ab Januar 2017 – unter bestimmten Voraussetzungen – besser abgesichert sein. Dies betrifft auch die Renten- und Arbeitslosenversicherung.
  • Die Freibeträge für die Ermittlung der Zuzahlungspflicht bei Rezepten werden erhöht.
  • Ab dem 20. Mai 2017 dürfen nur noch E-Zigaretten und Liquids im Handel sein, die den Vorgaben der Tabakproduktrichtlinie (TPD 2) der EU entsprechen. Auch die Größe der Liquideinheiten wird auf 10 Milliliter beschränkt, die Nikotinmenge pro Milliliter darf maximal 20 Milligramm betragen. Etliche Zusatzstoffe wie Vitamine, Koffein und Taurin sind nicht mehr erlaubt.
  • Ab dem 1. Juli 2016 übernehmen Krankenkassen die Kosten für eine Videosprechstunde mit dem Arzt. Zwingend vorausgesetzt wird ein vorheriger persönlicher Kontakt. Deshalb eignet sich die Online-Sprechstunde für Themen wie Krankheitsverlauf nach einer Operation erörtern oder Besprechung der künftigen Medikamente. Für den Patienten ist diese Online-Visite freiwillig, er kann weiterhin auch in die reguläre Sprechstunde gehen.
  • Schwerstkranke erhalten Cannabis auf Rezept, sofern sie an einer Erhebung teilnehmen, mit der man mehr über die Wirkung von Cannabis ermitteln möchte.

Ernährung und Umwelt

  • Geschirrspülmittel in Pulver- oder Tab-Form dürfen nur noch minimal Phosphat enthalten, um das Algenwachstum im Wasser zu vermindern.
  • In Hautcremes darf der Konservierungsstoff Methylisothiazolinon (MI) nicht mehr verwendet werden, da er oftmals Allergien auslöst. Dies gilt für Produkte, die ab dem 12.Februar 2017 in den Handel gebracht werden.
  • Hersteller von verpackten Lebensmitteln müssen seit Mitte Dezember über die Nährwerte ihrer Produkte informieren. Nahrungsmittel, die noch vor dem 13.12.2016 in den Handel gebracht wurden, dürfen 2017 auch ohne Nährwertkennzeichnung noch verkauft werden.

Internet und Kommunikation

  • Die Roaminggebühren fürs Telefonieren und Surfen im EU-Raum werden zum 15. Juni 2017 abgeschafft.
  • Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia schaltet im Sommer 2017 den analogen Empfang ab. Ab dem 1. Juli wird dann nur noch digital geliefert und zwar in der "SD"-Standardversion und hochauflösend als HD-TV. Nach Schätzungen von Unitymedia hat das Unternehmen noch rund eine Million Kunden in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg, die noch analog empfangen.
  • Wer alle Fußball-Bundesligaspiele live sehen möchte, braucht ein zweites Abo zum Saisonstart 2017/18, nämlich bei Eurosport 2. Über 40 Bundesliga-Spiele gibt es dann nur auf Eurosport 2. Alle anderen Live-Spiele kann man auch bei Sky kostenpflichtig sehen.

Steuern und Recht

  • Mit In-Kraft-Treten des neuen Steuergesetzes am 1.Januar 2017 hat man mehr Zeit, die Steuererklärung abzugeben. Für Steuerzahler relevant wird dies jedoch erstmals in 2019, denn dann hat man für die Steuererklärung 2018 Zeit bis zum 31. Juli 2019. Bis dahin gilt als Abgabetermin der 31. Mai.
    Bei der Rürup-Rente erhöhen sich die Sätze für den steuerlichen Abzug der Beiträge als Sonderausgaben sowie für die spätere Besteuerung im Rentenalter.
  • Der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer steigt im nächsten Jahr für Ledige auf 8.820 Euro (+ 168 Euro im Vergleich zum Vorjahr). Verheirateten stehen 17.640 Euro zu, 336 Euro mehr als bisher.
  • Auch der Kinderfreibetrag erhöht sich von 4.608 Euro auf 4.716 Euro pro Kind und Jahr.
  • Das neue Mutterschutzgesetz gibt Schwangeren, frischgebackenen Müttern und deren Kindern mehr Schutz. Die Mutterschutzfrist von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung gilt nun auch für Praktikantinnen, Schülerinnen und Studentinnen. Sie können nun entscheiden, ob sie weiterhin den Unterricht und Seminare besuchen oder den Mutterschutz in Anspruch nehmen.
    Schwangere dürfen nun an Sonn- und Feiertagen auf eigenen ausdrücklichen Wunsch arbeiten.
  • In 2017 wird 500 Jahre Reformation gefeiert und an den Thesenanschlag Martin Luthers an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg erinnert. Aus diesem Grund wird der Reformationstag am 31. Oktober 2017 einmalig bundeseinheitlich ein Feiertag sein.
  • Ab dem 1. April 2017 gilt, dass Leiharbeiter nach neun Monaten den gleichen Lohn erhalten wie die Stammbeschäftigten.
    Ein Verleiher darf denselben Arbeitnehmer nicht länger als 18 Monate in demselben Betrieb beschäftigen. Danach muss dieser Arbeitnehmer den Betrieb wechseln oder von dem Betrieb, für den er bisher gearbeitet hat, übernommen werden.
  • Nach dem Bundesteilhabegesetz soll die Lebenssituation behinderter Menschen verbessert werden. Zunächst gibt es höhere Einkommensfreibeträge.
     

Einkommen und Abgaben

  • Mit Einführung der Flexi-Rente in 2017 wird der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand variabler möglich sein. Die Aufbesserung der Rente durch eine Beschäftigung in Teilzeit wird leichter möglich sein.
  • Da die Pflegebedürftigkeit ab Januar 2017 anders definiert wird, steigt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung an.
  • Der gesetzliche Mindestlohn erhöht sich zum 1. Januar 2017 um 34 Cent auf brutto 8,84 Euro die Arbeitsstunde. Wegen des höheren Mindestlohns können Minijobber auf 450 Euro-Basis im Monat nur noch 50 Stunden und 54 Minuten ohne Zahlung von Sozialabgaben arbeiten.

Weitere Erläuterungen zu Änderungen in 2017 sind bei der Verbraucherzentrale Hessen online im Beitrag Neues Jahr, neue Gesetze: Was sich für Verbraucher 2017 ändert
nachzulesen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Quelle: Verbraucherzentrale Hessen / 

Stand: Januar 2017