Schnell geknackt und eingepackt

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht auch irgendwo in Hessen in eine Wohnung oder in ein Haus eingebrochen wird. Vielfach jedoch bleibt es bei dem Versuch, denn die Besitzer haben vorgesorgt und in Einbruchschutz investiert. Welche Sicherungstechnik sinnvoll ist und wie „Vater Staat“ sich an den Kosten dafür beteiligt, lesen Sie hier im Durchblick-Portal.

Einbrecher Benicce - Fotolia.com_.jpg

Einbrecher versucht eine Haustür mit einem Dietrich zu öffnen

Steigende Einbruchzahlen

Im Jahr 2014 sind Einbrüche und Einbruchversuche bundesweit um 1,8 % gegenüber 2013 auf die beeindruckende Zahl von 152.123 gestiegen. Das sind rund 417 Delikte pro Tag oder etwa zwei pro Stunde. Allerdings scheitern immer mehr Diebe an immer besser abgesicherten Wohnungen und Häusern und/oder aufmerksamen Nachbarn: in rund 41% aller Fälle gelingt es den Tätern nicht, in die Wohnungen einzudringen. Da in den meisten Fällen die Diebe Gelegenheitstäter sind, die häufig lediglich einfaches Werkzeug zum Aufhebeln von Fenstern und Türen einsetzen, ist der vorbeugende Einsatz von entsprechender Sicherungstechnik zu empfehlen.

Gelegenheit macht Diebe

Einbrecher suchen stets den schnellsten und einfachsten Weg ins Haus. Dieser führt in der Regel über (ungesicherte) Fenster und Türen. Dies dauert oft nur Sekunden! Einfachste Sicherungsmaßnahme für Haus- und Wohnungsbesitzer ist daher, die Fenster stets gut zu verschließen, bevor man das Haus verlässt. Denn: Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster! Auch sämtliche Türen, die ins Haus führen, sollten stets gut verschlossen (und nicht nur zugezogen) werden.

Wer neu baut, sollte von vornherein einbruchhemmende Fenster und Türen installieren lassen. Abschreckend und einbruchhemmend wirken aber auch nachträglich angebrachte Schutzvorrichtungen, wie zusätzliche Verriegelungen von Fenstern und Türen (dabei von außen zugängliche Keller- und Terrassentüren nicht vergessen!) sowie Fenstergitter und Rollläden. Letztere sollten bei längerer Abwesenheit (Urlaub) jedoch nicht dauerhaft heruntergelassen bleiben, denn dies signalisiert den Einbrechern, dass niemand zuhause ist. Bitten Sie in diesen Fällen Verwandte, Freunde oder Nachbarn, die Rollläden abends herunter zu lassen und morgens wieder aufzuziehen.

Informieren Sie Ihren Nachbarn über Zeitpunkt und Dauer Ihres Urlaubs, und bitten Sie darum, in dieser Zeit ein wachsames Auge auf Ihr Haus oder Ihre Wohnung zu werfen. Revanchieren Sie sich bei ihm bei nächster Gelegenheit mit der gleichen Gefälligkeit.

Wer mehr Sicherheit will, sollte zusätzlich eventuell vorhandene Klappen und Luken zum (unbewohnten) Dachboden sowie Kellerschächte und Kellerfenster absichern lassen. Gitterroste, die häufig über Kellerfensterschächten angebracht sind, lassen sich gegen die Herausnahme wirksam mit Ketten und Schlössern sichern. Zusätzliche elektronische Sicherungen, wie eine über Bewegungsmelder gesteuerte Außenbeleuchtung oder eine Alarmanlage, sind ebenfalls geeignet, Einbrecher von Ihrem Vorhaben abzubringen. Und lassen Sie im Falle eines längeren Urlaubs regelmäßig Ihren Briefkasten leeren und den Rasen mähen, denn ein überquellender Briefkasten und/oder ein kniehoch gewachsener Rasen signalisieren deutlich die Abwesenheit der Hausbewohner.

Die Polizei – Dein Freund und Helfer

Wenden Sie sich vor möglichen größeren Investitionen in Sicherungstechnik an die Kriminalpolizei und bitten Sie um eine persönliche Beratung (siehe: www.polizeiberatung.de). Häufig kommt ein Berater sogar zu Ihnen ins Haus, zeigt Ihnen sämtliche Schwachstellen auf und empfiehlt entsprechende Maßnahmen.

Lassen Sie den Staat an Ihrer Sicherheit teilhaben

Wie das funktioniert? Beispielsweise bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstige Kredite für den Einbau neuer (einbruchhemmender) Fenster und Türen an. Sogar für die Nachrüstung von Gittern und Riegel gibt es unter Umständen Fördermöglichkeiten. Nähere Informationen zu den Angeboten finden Sie unter www.kfw.de, Stichwort Einbruchschutz.

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt

Zugegeben, etwas mühsam ist es schon, an die günstigen Darlehen und Förderungen der KfW zu gelangen, da diese an viele Bedingungen geknüpft sind. So müssen Antragsteller oft zunächst einen Energieberater bemühen, um über den Umweg der KfW-Programme „Energieeffizient sanieren“ oder „Altersgerecht umbauen“ in den Genuss der Förderung zu kommen.

Einfacher und ohne Umwege können Sie den anfallenden Arbeitslohn für die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen von Ihrer Lohn- und Einkommensteuer absetzen. Die Obergrenze dabei beträgt pro Kalenderjahr 20 Prozent der Lohnkosten von 6.000 Euro, also maximal 1.200 Euro. Anfahrtskosten und Verbrauchsmaterial können eingerechnet werden. Materialkosten, die einen nicht unbeträchtlichen Teil der Investitionssumme ausmachen dürften, können bisher nicht abgesetzt werden.

Achtung: wenn Sie bereits eine staatliche KfW-Förderung für dieselbe Maßnahme in Anspruch genommen haben, können Sie den Steuerbonus nicht mehr geltend machen!

Stand: Juli 2017