Der Partnerschaftsvertrag: Regeln ohne Trauschein

Eine Garantie für die ewige Liebe gibt es leider nicht! Deswegen ist es nicht verkehrt, Regeln für das Zusammenleben während der Partnerschaft oder aber für den Trennungsfall festzulegen. Hierfür ist nicht zwangsläufig ein Eheversprechen notwendig, denn für nichteheliche Lebensgemeinschaften macht dies ein Partnerschaftsvertrag möglich. Doch was bringt so ein Vertrag und wann macht er wirklich Sinn?

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Paar sitzt zusammen unter einem Regenschirm auf einer Parkbank

Warum überhaupt einen Partnerschaftsvertrag abschließen?

Trennt sich ein unverheiratetes Paar, so sind beide Partner wieder auf sich allein gestellt. Dies betrifft natürlich auch das Finanzielle. So können beispielsweise Arbeit und Geld, die einer der beiden Lebenspartner während der Beziehung in die nichteheliche Lebensgemeinschaft gesteckt hat, wie etwa bei einem Hausbau, unwiederbringlich verloren sein. Besonders schwerwiegend ist eine Trennung für Frauen, welche einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, um die übrige Zeit den gemeinsamen Kindern widmen zu können.

Unverheiratete haben demnach weder Anrecht auf einen gesetzlichen Vermögensausgleich, noch auf Unterhaltsansprüche, wie es im Scheidungsfall von Eheleuten vorgesehen ist.

Anders sieht es aus, wenn während der Beziehung ein sogenannter Partnerschaftsvertrag abgeschlossen wurde.

Ob Trennung oder nicht: Finanzielle Absicherung durch den Partnerschaftsvertrag

Der Partnerschaftsvertrag gewährleistet eine gewisse Absicherung für nichteheliche Lebensgemeinschaften: Beide Partner können den Ernstfall regeln und einen Vertrag aufsetzen, welcher alle Punkte, die nach einem Beziehungsende für Streitigkeiten sorgen könnten, aufnimmt:

  • Wie wird das Vermögen geteilt?
  • Wohin mit den gemeinsam angeschafften wertvollen Gegenständen oder Immobilien?
  • Wie sollen gemeinsame Schulden beglichen werden?
  • Wie wird das Umgangsrecht für die Kinder aussehen?
  • Wie werden mögliche Unterhaltszahlungen geregelt?
  • Wer behält das geliebte Haustier?
  • Wer bleibt in der gemeinsam angemieteten Wohnung wohnen?

Auch in einer intakten Beziehung kann der Partnerschaftsvertrag das Zusammenleben regeln. Hier könnte etwa folgendes festgehalten werden:

  • Haushaltskasse und gemeinsame Bankkonten
  • Betreuungsrecht sowie Benennung eines Vormundes für gemeinsame minderjährige Kinder.
  • Im Falle von Krankheit, Unfall oder Tod eines Lebensabschnittsgefährten: Die gegenseitige Bevollmächtigung. So erhalten die Lebenspartner Mitspracherecht, etwa bei der Einwilligung zu Operationen oder haben das Recht Auskünfte zum Gesundheitszustand des Partners zu erhalten.
  • Für Lebenspartner besteht kein gesetzliches Erbrecht. Dementsprechend kann die Erbfolge durch einen Erbvertrag oder Testament geregelt werden.
  • Sicherung der Versorgung des länger lebenden Partners durch Lebensversicherung, Rente oder Vermögenszuwendung

Abschluss des Vertrags ohne Notar möglich

Im Gegensatz zum Ehevertrag ist für die meisten aufgestellten Regeln im Partnerschaftsvertrag kein Notar nötig. Lediglich bei Schenkungen oder Verpflichtungen, bei denen ein Grundstück oder Wohnungseigentum übertragen werden soll, muss der Vertrag notarisch aufgesetzt werden.

Unangenehmes aber wichtiges Thema in der unehelichen Lebenspartnerschaft

Besonders junge Paare scheuen den Abschluss eines Partnerschaftsvertrages. Gerade in einer gut laufenden Partnerschaft möchte man nicht unbedingt Misstrauen und ein mögliches Beziehungsende thematisieren müssen. Dennoch sollte man mit dem Partner über diese Dinge sprechen, damit im schlimmsten Falle für beide Partner eine Vorsorge getroffen werden kann.

Sinnvoll kann so ein Partnerschaftsvertrag beispielsweise werden, bevor ein Paar in die erste gemeinsame Wohnung zieht. Dennoch sollte vorab noch einmal Rechtsrat zum Partnerschaftsvertrag eingeholt werden.

Stand: August 2017