Vom Spam bis Werbefax – lästig bis verboten

Spams, Werbebriefe, -anrufe oder -faxe sind nicht nur lästig, sondern manchmal auch verboten. Auch wenn sich die Werbeflut nicht gänzlich stoppen lässt, mit ein paar einfachen Maßnahmen kann man sie zumindest eindämmen.

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Spam Briefumchlag

Spams – lästig und verboten

Unverlangt zugesandte E-Mails sind unzulässig. Das hält die Absender jedoch nicht davon ab, mit ihren massenhaft versandten Mails unzählige Verbraucher zu belästigen. Wer sich gegen solche unzulässigen Werbe-E-Mails schützen will, sollte die Anti-Spam-Filter der E-Mail-Dienste und ggf. noch einen zusätzlichen Spam-Filter, der auf dem PC installiert wird, nutzen.

Wer viel im Internet unterwegs ist, Bestellungen aufgibt, Chats, Singlebörsen, Diskussionsgruppen nutzt oder Newsletter bestellt, sollte sich hierfür eine zweite E-Mail-Adresse zulegen, die er nur für solche Aktivitäten nutzt. Dies entlastet die „offizielle“ Mail-Adresse.

Übrigens: Der Begriff „Spam“ steht für spiced ham, eine Art Dosenfleisch. Er wurde weltberühmt durch einen Sketch der englischen Comedygruppe Monty Python: In einem Café besteht die Speisekarte nur aus Gerichten mit Spam, teilweise haben die Gerichte „Spam“ mehrfach im Namen.

Briefkastenwerbung – bunt und nicht immer verboten

Bei unerwünschter Werbung durch Postsendungen kann ein Aufkleber mit dem Aufdruck „Keine Werbung“ Abhilfe schaffen – jedenfalls bei nicht persönlich adressierter Werbepost, denn nur diese ist verboten, ist aber in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Gewerbetreibende gehen immer mehr dazu über, persönlich adressierte und „auf den Kunden zugeschnittene“ Werbung zu versenden. Dagegen hilft der Aufkleber „Keine Werbung“ nicht.

An die Kontaktdaten kommen Gewerbetreibende relativ einfach: entweder kaufen sie diese bei Adresshändlern oder sie nutzen ihre eigenen Kundendaten. Adresshändler bekommen die Adressen über die Kontaktdaten, die Verbraucher angeben, wenn sie Kunden- oder Rabattkarten nutzen, Bestellungen im Internet aufgeben oder an einem Gewinnspiel teilnehmen.

Wer mit der Weitergabe seiner Daten nicht einverstanden ist, sollte deutlich und entschieden darauf hinweisen. Eine Muster-Formulierung könnte so aussehen: „Ich widerspreche der Nutzung oder Übermittlung meiner Daten für Werbezwecke und für die Markt- oder Meinungsforschung.“ Wenn die Weitergabe der Daten in einem Formular vorgesehen ist, sollten Verbraucher diese Passage streichen.

Tipp:

Belästigender Werbung kann man vorbeugen oder diese verringern, indem man seine persönlichen Daten nur dort bekannt gibt, wo es unbedingt erforderlich ist und die Weitergabe der Daten an Dritte verbietet. 

Unerwünschte Werbeanrufe – immer verboten

Telefonwerbung ohne vorheriges Einverständnis ist rechtswidrig. Nur wenn Verbraucher ihr Einverständnis zur Nutzung ihrer Daten gegeben haben, ist es erlaubt, sie zu Werbezwecken anzurufen. Dieses Einverständnis kann ausdrücklich, etwa mit der Bitte um telefonische Informationen, oder stillschweigend, zum Beispiel für konkrete Nachfragen im Rahmen eines Vertrages, erteilt worden sein.

Tipp:
Bei unerwünschten Werbeanrufen am besten gleich wieder den Hörer auflegen! Auf keinen Fall persönliche Daten wie Name, Adresse, Bankverbindung herausgeben.

Faxwerbung – verboten und teuer

Das Zusenden von unverlangter Werbung per Telefax ist ebenfalls rechtswidrig. Verbraucher werden durch die nicht gewünschte Zusendung dieser Werbefaxe belästigt. Sie haben Kosten für Papier, Strom, Toner oder Tinte und Ärger durch nächtliche Ruhestörung. Außerdem ist das Faxgerät blockiert.

Gegen diese Belästigung gibt es zwar keinen rundum wirksamen Schutz. Es gibt jedoch eine Reihe von Möglichkeiten, mit denen sich die unverlangte Faxwerbung verringern lässt:

Keine Bestellung aufgrund der Faxwerbung aufgeben! Niemals sollte man eine der dort angegebenen Rufnummern anwählen – auch nicht, um die Werbung abzubestellen.

Ist eine vollständige Anschrift (d.h. Name der Firma und des Verantwortlichen, Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort) angegeben, sollte man dem Absender der Faxwerbung per Einschreiben untersagen, weiterhin Werbung zuzusenden.

Ist keine vollständige Anschrift des Absenders angegeben, ist es so gut wie gar nicht möglich, den Verantwortlichen für diese Werbung zu ermitteln. In diesen Fällen kann man nur versuchen, die Werbeflut einzudämmen, indem man:

  • nachts und/oder an Feiertagen bzw. Wochenenden das Faxgerät abstellt,
  • den PC so einrichtet, dass darüber Faxe empfangen werden können. Unerwünschte Faxe können dann gleich gelöscht werden,
  • sich eine neue Faxnummer geben lässt, die nicht in öffentliche Verzeichnisse eingetragen wird und die man nur dort bekannt gibt, wo es unbedingt erforderlich ist.

Weitere Informationsquellen

Informationen im Verbraucherfenster
Informationen zum Thema unerwünschte Werbeanrufe beinhaltet der Fachbeitrag „Unerwünschte Werbung, Teil 2: Verbotene Telefonwerbung“.

Der Fachbeitrag „Unerwünschte Werbung, Teil 3: Gewinnspielwerbung“ erläutert, was von kostenlosen Gewinnversprechen zu halten ist, wann man einen Anspruch auf den Gewinn hat, und ob sich dieser durchsetzen lässt.

Beratungsangebote der Verbraucherzentrale Hessen

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  • Auskunfts- und Servicetelefon: Informationen über das Beratungsangebot und das Beratungsstellennetz der Verbraucherzentrale Hessen unter (069) 97 20 10 900.
  • Homepage: www.verbraucher.de

Verfasser:

Verbraucherzentrale Hessen e.V., Große Friedberger Str. 13-17, 60313 Frankfurt

Stand: August 2017