Viel Luft und doppelte Böden – Mogelpackungen wohin man schaut

Ein ständiges Ärgernis für Verbraucher sind Mogelpackungen von Lebensmitteln und Kosmetika. Tüten mit viel Luft täuschen einen größeren Inhalt vor. Und ein Produkt mit geringerem Inhalt aber gleichem Preis bedeutet eine versteckte Preiserhöhung. Die Liste mit Mogelpackungen, erstellt von der Verbraucherzentrale Hamburg, zeigt auf, bei welchen Produken der Verbraucher getäuscht wird.

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Tüte mit Kartoffelchips
Tüte mit Kartoffelchips

Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) bemängelt, dass Verpackungen von Lebensmitteln und Kosmetika häufig überdimensioniert sind und zu viel Luft enthalten. Nach deren Angaben ist  im ersten Halbjahr 2018 die Zahl der Lebensmittel, bei denen durch eine Reduzierung der Füllmenge der Preis versteckt erhöht wurde, deutlich gestiegen. So meldeten Verbraucher in der ersten Jahreshälfte 2018 51 Prozent mehr Mogelpackungen im Vergleich zum Durchschnittswert der letzten sieben Jahre. Ärgerlich zudem: Der Verpackungsmüll belastet unnötig die Umwelt.

Verbraucher fühlen sich getäuscht

Große Verpackungen mit wenig Inhalt verärgern viele Verbraucher. Zwar werden in den Geschäften zu Vergleichszwecken die Warenpreise auch je Gewichtseinheit ausgewiesen. Doch die Kunden fühlen sich dennoch getäuscht, denn große Verpackungen gaukeln viel Inhalt vor. Schließlich kauft ja auch das Auge mit.

Hinzu kommt ein Trend, dass Hersteller im Laufe der Jahre die Verpackungsgrößen beibehalten, aber den Inhalt verringern. Dies bedeutet konkret: Weniger drin, gleicher Preis. Diese Produktgestaltung soll eine verdeckte Preiserhöhung kaschieren. Es existiert zwar eine Verwaltungsvorschrift, der zufolge bei einer Reduzierung des Inhaltes auch eine verhältnismäßige Reduzierung der Fertigpackung verlangt wird. Aber die schwammig formulierten Regelungen machen es Verbrauchern schwer, gegen Verstöße vorzugehen. Deshalb gilt es, besonders genau auf die Mengenangaben zu schauen.

Produkte mit "weniger Fett" oder "weniger Zucker" sind teurer

Viele Hersteller bieten Lebensmittel mit weniger Fett oder Zucker im Vergleich zum herkömmlichen Produkt an. Aus gesundheitlicher Sicht ist dies lobenswert. Doch der Verbraucher muss geänderte Rezeptur meist teuer bezahlen. Produkte, die mit "weniger Fett" oder "weniger Zucker" beworben werden, sind häufig teurer als die bisherigen Lebensmittel. 

Mogelpackungsliste der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale Hamburg erstellt seit Jahren eine Liste mit Mogelpackungen, die ständig aktualisiert wird. Darin werden Lebensmittel und Kosmetika aufgeführt, bei denen die enthaltene Menge mit der Packungsgröße in einem Missverhältnis steht. In der Liste werden der Name des Produktes und der Hersteller genannt, ebenso die alte und neue Füllmenge sowie der alte und der neue Preis.

zur Mogelpackungsliste "Weniger drin - Preis gleich" (Stand: 03.07.2018)

Gesetzliche Regelung fehlt

Eine übergroße Verpackung ist nicht grundsätzlich verboten. Eine echte Verbrauchertäuschung liegt erst vor, wenn das Missverhältnis zwischen Inhalt und Umfang ein besseres Preis-Leistungsverhältnis vortäuscht. Von den Eichämtern wird in der Regel ein Luftanteil von bis zu 30 Prozent toleriert, aber eindeutige und rechtlich verbindliche Vorgaben fehlen bislang. Zudem ließen viele der vorhandenen Richtlinien wie in der Fertigpackungsverordnung viele Ausnahmen zu und gäben einen großen Spielraum für Interpretationen.

Was können Verbraucher tun?

Die VZHH bietet Verbrauchern an, im Verdachtsfall ein Bild des gekauften Produktes per Email  einzusenden. Das Produkt wird von der VZHH dann eingekauft, bewertet und das Ergebnis veröffentlicht. Wer juristisch gegen den Hersteller eines mit zu viel Luft verpackten Produktes vorgehen will, sollte sich zwecks Überprüfung des Produktes an das jeweils zuständige Eichamt wenden. In begründeten Fällen kann das Eichamt entsprechende Verfahren einleiten.

Beratungsangebot der Verbraucherzentrale Hamburg

Auskunft zu allen Fragen rund um das Thema Mogel- und Luftpackungen bietet unentgeltlich die Verbraucherzentrale Hamburg unter der Telefonnummer (040) 24832-240 an und zwar am Montag von 9 - 13 Uhr und am Donnerstag von 14 - 17 Uhr.

Stand: Dezember 2018