Trockenfutter für Katzen: Viele Produkte als Alleinfutter geeignet

Millionen Deutsche lieben ihre Katze, für die sie nur das beste Futter wollen. Doch angesichts des großen Angebots an Katzenfutter ist es gar nicht so einfach, das richtige Produkt auszuwählen. Stiftung Warentest hat Katzentrockenfutter untersucht und kam zu vielen positiven, aber auch einigen negativen Ergebnissen.

RS17038_graue Katze_ fotonina_112 - Fotolia.com_.jpg

graue Katze

Etwa 13 Millionen Haus- und Wohnungskatzen leben Schätzungen zufolge in Deutschland. Entsprechend groß ist der Bedarf und damit das Angebot an Katzenfutter. Dieses gibt es als Trocken- oder Feuchtnahrung in unterschiedlichen Packungen und Portionsgrößen. Katzenbesitzer interessieren sich nicht nur für den Preis, sondern auch für die Qualität des Futters.

Überwiegend positive Testergebnisse

Die Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test 25 Trockenfutter für Katzen untersucht und kam zu einem überwiegend positiven Ergebnis: Vier Produkte waren „sehr gut“, neun „gut“ und ebenfalls neun „befriedigend“. Mit „ausreichend“ wurden zwei Produkte bewertet, lediglich ein Produkt erhielt das Testurteil „mangelhaft“. Das beste und preisgünstigste Trockenfutter gibt es beim Discounter: „Bianca“ von Penny und „Coshida“ von Lidl für nur 5 Cent pro Tagesration. Testverlierer war das fast neunmal so teure Bio-Produkt „Defu“.

An den Inhaltsstoffangaben auf der Verpackung können Verbraucher die Qualität oft nicht erkennen, denn die Deklaration ist den Ergebnissen zufolge häufig ebenfalls nur “befriedigend“ oder schlechter. Gut oder zufriedenstellend war bei allen Produkten der Schadstoffgehalt (Schwermetalle und Mineralölkohlenwasserstoffe).

Anders als im Test der Feuchtfutterprodukte wurden die Futterproben fast durchgängig für ihr ausgewogenes Nährstoffverhältnis gelobt. Die ernährungsphysiologische Qualität war überwiegend „sehr gut“ (20) oder „gut“ (3), einmal „befriedigend“ und nur einmal „mangelhaft“. Hierzu ist von Bedeutung zu wissen, dass Katzen von Natur aus Fleischfresser sind. Die natürliche Nahrung der Katze sind Mäuse. Diese enthalten alle Nährstoffe in dem von der Katze für ihren Stoffwechsel benötigten Verhältnis. Die meist als Alleinfutter verkaufte industriell hergestellte Tiernahrung aus Tüten muss also die natürliche Nahrung „Maus“ so gut wie möglich ersetzen.

Nährstoffrelationen müssen stimmen

Insbesondere sind Katzen auf die Zufuhr von bestimmten Fettsäuren angewiesen. Nimmt die Katze davon unzureichend über das Futter auf, ist beispielsweise ihre Fortpflanzungsfähigkeit eingeschränkt. Auch gewisse, in Eiweißen enthaltene, Aminosäuren wie beispielsweise Taurin brauchen die Stubentiger, um gesund und vital zu bleiben. Kohlenhydrate, die aus pflanzlichen Nahrungsbestandteilen stammen, brauchen Katzen als reine Fleischfresser übrigens nicht. Andererseits schaden die auch in Feuchtfutter üblicher Weise in Maßen vorkommenden Kohlenhydrate nicht, da sie als Ballaststoffe auch eine verdauungsregulierende Funktion haben.

Zu den Hauptnährstoffen kommen eine Vielzahl von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, die aus dem Katzenfutter eine insgesamt ausgewogene Tiermahlzeit machen sollen. Wichtig ist, dass das Futter weder zu wenig noch zu viel von einem oder mehreren Nährstoffen enthält. Beides kann auf Dauer die Gesundheit der Tiere schädigen oder bei älteren und kranken Tieren bereits bestehende gesundheitliche Probleme verschärfen.

Vor allem eine zu hohe Zufuhr des Mineralstoffs Phosphor ist bei nachlassender oder eingeschränkter Nierenfunktion meist älterer Katzen unbedingt zu vermeiden. Denn zu viel Phosphor, der über eine geschädigte Niere nicht mehr ausgeschieden werden kann, führt indirekt zu einem weiteren Absterben des verbliebenen gesunden Nierengewebes. Am Ende dieses Prozesses steht das Nierenversagen, eine der häufigsten Todesursachen von Katzen.

Auch der Mineralstoff Kalzium ist von Bedeutung für die Katzenernährung, denn er ist neben Phosphor für einen gesunden Knochenbau unerlässlich. Andererseits verhindert ein Zuviel an Kalzium die Aufnahme anderer wichtiger Mineralstoffe wie beispielsweise Zink, das unter anderem für ein gesundes, glänzendes Fell wichtig ist. Dem ausgewogenen Verhältnis an Mineralstoffen kommt daher eine große Bedeutung zu.

Häufig schlechte Fütterungsempfehlungen

Die Tester haben auch die auf den Packungen aufgedruckten Fütterungsempfehlungen bewertet und dabei festgestellt, dass die empfohlenen Portionen für eine „Durchschnittskatze“ von etwa vier Kilogramm Gewicht teilweise viel zu hoch angesetzt waren. Folgt man den Empfehlungen, ist das vor allem für übergewichtige Katzen von Nachteil. Aber auch Fälle von zu gering angesetzten Mindestmengen fanden die Tester, was bei dauerhafter Befolgung der Fütterungsempfehlung zu Eiweißmangel führen kann.

In die Bewertungen floss auch ein, ob die Hersteller auf die unterschiedlichen Nährstoffbedürfnisse je nach Alter der Katze sowie der verschiedenen Katzen-Rassen (Größe, Gewicht) hinweisen und eine Empfehlung für ausreichende Flüssigkeitszufuhr geben. Wird viel oder überwiegend Trockennahrung verfüttert, müssen Katzenbesitzer nämlich unbedingt dafür sorgen, dass die Katze ausreichend mit Trinkwasser versorgt wird.

Feuchtfutter oder Trockennahrung – was ist besser?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich enthalten beide Futtervarianten alle für die Katze notwendigen Nahrungsbestandteile. Gravierender Unterschied ist der Wassergehalt: Während Feuchtnahrung zwischen 60 bis über 84 Prozent Wasser enthält, liefert Trockennahrung maximal drei bis zwölf Prozent Wassergehalt. Manche Katzen trinken zu wenig, so dass die zusätzliche Flüssigkeitszufuhr über die Feuchtnahrung durchaus erwünscht ist. Da Trockenfutter durch den geringen Wasseranteil im Verhältnis zum Volumen und Gewicht energiereicher ist, eignet sich Feuchtfutter besser zur Vermeidung von Übergewicht.

Stand: Juli 2018