Schneidebretter aus Holz – die richtige Wahl

Am Esstisch, auf der Arbeitsplatte in der Küche oder bei einer zünftigen Brotzeit unterwegs – Schneidebretter lassen sich vielfältig einsetzen. Im Handel werden die Alltagshelfer in verschiedenen Formen und Materialien angeboten. Insbesondere der Werkstoff Holz kommt häufig zum Einsatz. Wer ein paar wichtige Aspekte bei der Auswahl und der Pflege beachtet, wird lange Freude an seinen Schneidebrettern aus Holz behalten.

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Hände die Kräuter auf einem Schneidebrett schneiden

Bei der Auswahl des passenden Schneidebretts sollte der Einsatzzweck im Vordergrund stehen. Wird das Holz als tägliches Arbeitsutensil eingesetzt oder soll es bei passender Gelegenheit ab und an auf dem Esstisch zum Wohnambiente beitragen?

Holzbrettchen für Brot und Brötchen

Am Esstisch kommen die kleineren Brettchen gerne zum Einsatz. Sie zeichnen sich besonders durch ihre Handlichkeit aus und bewegen sich in der Größenordnung von 15x25 cm. Ein beliebtes Material für diese Art der Schneidebretter ist das Holz des Olivenbaums. Es ist trotz seiner Leichtigkeit recht hart und widerstandfähig, lässt sich gut reinigen und sieht dabei mit seiner Maserung ansprechend aus. Auch wenn die Beanspruchung bei Frühstück und Abendbrot nicht ganz so groß ist, sollte langfristig auf Brettchen aus Nadelholz wie etwa Fichte oder Kiefer verzichtet werden. Nadelholz ist zu weich, um längere Zeit der Belastung durch Messerschneiden und Gabelspitzen zu widerstehen.

Schnittfest in der Küche

Für Schneidebretter in der Küche bieten sich andere Hölzer an, die den Beanspruchungen besser widerstehen. Diese Bretter bringen häufig eine Saftrille rundherum am Rand des Brettes mit. An Holzarten kommen vor allem Buche, Eiche, Akazie oder Nussbaum zum Einsatz. Auch Obsthölzer wie Kirsche oder Birne sind beliebt.

An Schneidebrettern für die Küche aus Buchenholz scheiden sich die Geister. So ist das Holz zwar durch seine Festigkeit für den Einsatz als Schneidebrett geeignet, doch verzieht und verwindet sich Buche relativ schnell bei Feuchtigkeit. Auch neigt das helle Holz zur Fleckigkeit. Der Hauptgrund, warum Buche gerne als Material zum Einsatz kommt, ist der deutlich günstigere Preis.

Hochwertige Bretter zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus mehreren Lagen Holz bestehen, das im 90 Grad Winkel zueinander verbunden wird. Diese Verarbeitungsform minimiert die Gefahr des Verziehens und Verdrehens. Wichtig ist dabei, welche Form von Holzleim verarbeitet wurde. Nur wasserfester Leim sorgt dafür, dass sich die Lagen auch bei Feuchtigkeit nicht wieder voneinander lösen. Für Verbraucher ist dies Kriterium allerdings schwer nachprüfbar.

Echtes Holz und Pseudoholz

Europäische Eiche und Nussbaum sind Hölzer, die sich besonders gut für Schneidebretter im Kücheneinsatz eignen. Sie sind hart und dabei feinporig, was der Hygiene im Umgang mit den Brettern entgegenkommt und dabei die Küchenmesser weniger schnell abstumpfen lässt. Einen hohen Anteil an Gerbsäure bringt die heimische Eiche natürlicherweise mit und sorgt so für einen erhöhten Schutz vor Keimen, die sich gerne in den Naturstoff Holz einnisten.

Bei Brettern aus Akazienholz ist die Nachfrage angebracht, ob es sich auch wirklich um die Echte Akazie handelt oder die fast zum Verwechseln ähnliche Falsche Akazie. Diese auch Scheinakazie genannte Art ist eigentlich eine Robinie und gehört damit einer anderen Pflanzengattung an. Die beiden Gewächse sind in ihren Wuchseigenschaften nicht vergleichbar und unterscheiden sich vor allem durch den Preis. Die Falsche Akazie neigt bei Feuchtigkeit und Nässe eher zum Verziehen. Beiden Hölzern ist gemeinsam, dass sie sehr hart sind und Messer schneller abstumpfen lassen. Besonders günstige Schneidebretter aus angeblichem Akazienholz sollten besser genau unter die Lupe genommen werden.

Im Trend liegen Schneidebretter aus Bambus. Wobei diese Pflanze keine Holzform darstellt, sondern als Gras zugeordnet wird. Bambus zeichnet sich durch seine kleinförmige Zellstruktur als oberflächenstabil und hart aus. Die Verarbeitung des Bambus ist aber sehr aufwendig und bedarf auch eines größeren Anteils an Klebern. Daher ist hier die Nachfrage im Handel geboten, welche Leime ihren Einsatz im Schneidebrett gefunden haben.

Genau hinschauen bei Tropenholz

Tropenhölzer wie beispielsweise Teak eignen sich eigentlich hervorragend für den Einsatz als Schneidebretter. Das Holz ist hart, feuchtigkeitsresistent und genügsam in der Pflege. Der höhere Gehalt an Kieselsäure lässt Messer zwar etwas schneller abstumpfen, was aber durch die anderen Holzeigenschaften aufgewogen wird. Wer sich für Teak entscheidet, sollte genau hinschauen, aus welchem Anbau das Teakholz stammt. Weite Transportwege, eine teilweise aufwendige industrielle Trocknung vor Ort und die Abholzung des Regenwaldes lassen die Ökobilanz zumeist schlecht aussehen. Grundvoraussetzung bei der Wahl von Tropenholz sollte das FSC Siegel sein, was verschiedene ökologische und soziale Mindeststandards in der Produktion sicherstellt.

Es kommt darauf an, was verarbeitet wird

Manche Küchenzutat hat so ihre Tücken, wenn sie auf Holz zubereitet wird. Fleisch, Geflügel und Fisch sollten aus Hygienegründen auf einem speziell dafür reservierten Brett zubereitet werden. Dieses Brett sollte einer besonders gründlichen Reinigung nach dem Gebrauch unterzogen werden, um Krankheitserreger wie Salmonellen oder andere Keime nicht auf andere Lebensmittel wie Obst und Gemüse zu übertragen.

Manche Gemüse- oder Kräutersorten beinhalten ätherische Öle oder Pflanzensäfte, die einen sehr intensiven Geschmack mitbringen, der sich auf andere geschmacklich mildere Lebensmittel überträgt. Auch können diese Extrakte zu Flecken und Verfärbungen auf der Oberfläche führen. Daher wäre es auch hier sinnvoll, ein eigenes Schneidebrett vorzuhalten.

Gründliche Reinigung ist wichtig

Für alle Schneidebretter ist es wichtig, dass das Ausgangsmaterial die nötige Härte mitbringt.  Sonst bilden Risse und kleinere Schäden an der Brettoberfläche schnell einen Tummelplatz für Bakterien. Daher bedürfen die Bretter einer aufmerksamen Pflege. Um die Holzeigenschaften zu erhalten, sollten die Bretter regelmäßig mit lebensmittelechten Pflegeölen behandelt werden. Prinzipiell können dazu auch normale Speiseöle verwendet werden, doch härten diese nicht aus, sodass eine gewisse Öligkeit den Hölzern anhaften bleibt. Auch sollten die Herstellerangaben zur Anwendung der unterschiedlichen Pflegesubstanzen beachtet werden.

Schneidebrett selbst schreinern

Wer möchte und ein wenig handwerklich unterwegs ist, kann natürlich sein Schneidebrett aus seinem Wunschholz selbst herstellen. Dabei bedarf es ein paar Grundkenntnissen der Holzbearbeitung und einer Basis-Werkzeugausstattung. Die Herstellung selbst ist aber weniger kompliziert als es vermuten lässt und binnen kurzer Zeit bewerkstelligt. (eck)