Online-Ankaufplattformen – lohnt es sich und worauf muss ich achten?

Sie haben sich ein neues Mobiltelefon gekauft. Wohin dann mit dem alten? Zum Wegwerfen zu schade, aber auch niemand, dem man es überlassen kann? Hier bietet der Wiederverkauf auf Online-Ankaufplattformen eine gute Alternative – auch im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit Konsumprodukten.

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Wie funktionieren die Ankaufplattformen?

Auf der Internetseite oder in einer App der Plattform können Sie Daten über das Produkt angeben oder einfach den Produkt-Barcode einscannen. Die Plattform teilt Ihnen ein Preisangebot mit. Nehmen Sie dieses an, wird der Geldwert einem Kundenkonto gutgeschrieben. Nun senden Sie die Ware ein. Einige Plattformen überprüfen zuerst deren Zustand.

Welche Probleme können auftreten?

Viele Plattformen korrigieren nach der Prüfung der Ware den Preis nach unten. Zwar haben die Plattformen die Möglichkeit, sich diese Prüfung vorzubehalten und den Preis dann entsprechend anzupassen. Allerdings liefen diese Korrekturen in der Vergangenheit nicht immer fair ab. Die Preise wichen von den zuerst versprochenen teilweise stark nach unten ab, wie der Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Brandenburg im Rahmen einer Überprüfung feststellte.

Kritisch sahen die Marktwächter zudem die AGB der Online-Plattformen. So räumte sich eine Plattform das Recht ein, den zunächst ausgewiesenen Preis automatisch um 20 Prozent anzupassen (also auch zu reduzieren), um so die Geschäftsabwicklung zu beschleunigen. Bei anderen galt der neu angebotene Preis als vereinbart, wenn sich der Verbraucher nicht innerhalb einer Frist von nur zwei Tagen zurück meldet. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass abgelehnte Produkte nach Ablauf einer bestimmten Rückmeldefrist ins Eigentum der Ankaufplattform übergehen, gespendet oder entsorgt werden – teilweise ohne Wissen des Verbrauchers.

Gelbe Karte: Ankaufplattformen abgemahnt

Fünf Ankaufplattformen mahnten die Marktwächter im Hinblick auf diese Probleme bereits ab. Die Plattformen versprachen, die genannten Mängel zu beheben und eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Besserung ist also in Sicht, und es kann durchaus sinnvoll und lukrativ sein, Online-Ankaufplattformen zu nutzen – besonders bei Produkten, die Sie ansonsten wegwerfen würden.

Nichtsdestotrotz sollten Sie bei der Auswahl und Nutzung von Online-Ankaufplattformen auf einige Punkte achten, damit der mögliche Verkauf nicht doch ein Reinfall wird.

Worauf Sie bei Ankaufplattformen achten sollten

  • Erfahrungsberichte anderer Kunden sind ein wichtiges Mittel zur Überprüfung. Schauen Sie sich dazu im Internet nach Berichten um. Finden sich vermehrt Beschwerden, sollten Sie eine andere Plattform vorziehen.
  • Werfen Sie einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Sehen Sie genau nach, ob und unter welchen Bedingungen der vorher angezeigte Preis nachträglich angepasst werden kann oder was passiert, wenn die Ankaufplattform die Ware nach einer Prüfung doch nicht haben will.
  • Klären Sie, wer das Porto zahlt, wenn die Ware abgelehnt wird oder Sie nicht zu dem von der Plattform angebotenen Preis verkaufen wollen. Besser ist es natürlich, wenn diese Kosten nicht bei Ihnen liegen.
  • Überprüfen Sie das Impressum der Seite. Findet sich ein Kontakt, um eventuelle Fragen zu klären?
  • Wer vergleicht, kann auch hier sparen. Vergleichen Sie deshalb unterschiedliche Ankaufplattformen und deren Preise für Ihre gebrauchten Produkte. Hier können durchaus Unterschiede bestehen. 
  • Vergleichen Sie zudem den angegebenen Zeitpunkt der Auszahlung: Niemand möchte lange auf sein Geld warten.
  • Auf Preiskorrekturen und Anfragen der Ankaufplattform sollten Sie möglichst zeitnah reagieren, um Probleme zu vermeiden. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall die Ankaufplattform.

Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e. V., Große Friedberger Straße 13-17, 60313 Frankfurt am Main

Stand: Juni 2017