Marmelade gegen Nachhilfe, Stadtwohnung gegen Wochenendhaus?

Muss man immer alles neu kaufen, obwohl bei anderen viele gut erhaltene Besitztümer kaum genutzt auf Dachböden und in Kellern schlummern? Nein; muss man nicht. Denn ein Tauschgeschäft kann weiterhelfen und schont obendrein Ressourcen und die Geldbörse.

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Trödelsachen

Ob Iglu-Zelt, Digitalkamera, Ladekabel fürs Smartphone, Dekoartikel für die Wohnung oder Kinderspielzeug – ausgemusterte Gegenstände, die beim Aufräumen von Garagen, Dachböden und Schubladen zu Tage kommen, müssen nicht im Müll verschwinden. Vielleicht werden anderswo gerade genau diese Dinge dringend benötigt. Warum also nicht die ausrangierten, noch einwandfreien Gegenstände weitergeben?

Während sich besonders für gut erhaltene und wertvolle Dinge wie Möbel, Elektronikgeräte, Kleidung oder Schmuck Gebrauchtkauf-Portale oder Flohmärkte eignen, sind bei kleineren Artikeln wie DVDs, Bücher, Ladekabel, Weihnachtsdeko oder Spielzeug Tauschbörsen oft eine bessere Option.

Tauschbörsen – so funktioniert es!

Auf Online-Plattformen können ausrangierte Dachbodenschätze angeboten und von Interessenten gefunden werden. Getauscht wird dann zum Beispiel gegen einen anderen Artikel oder eine Art Tauschwährung. Je nach Tauschbörse sind das Tokens, Taler oder Tauschtickets, die beliebig lange gesammelt werden können. Das hat den Vorteil, dass man nicht „eins zu eins“ mit der Person einen Tauschhandel eingehen muss, die Interesse an einem Gegenstand hat, den man selbst eingestellt hat. Stattdessen kann man die Tauschwährung dann einlösen, wenn man in der Tauschbörse etwas findet und gebrauchen kann. Der Nachteil hierbei: Die Tokens, Taler oder Tickets binden die Tauschwütigen an die jeweilige Online-Tauschplattform und an die dort auffindbaren Angebote.

Hier wird überall getauscht

Den Tauschgeschäften sind keine Grenzen gesetzt. So können auf den Plattformen nicht nur Gegenstände den Besitzer wechseln, sondern auch Nachbarschaftshilfe oder Wohnungen können zum Tausch angeboten werden.

Neben allgemein gehaltenen Portalen wie Tauschgnom, Tauschticket oder Tauschbillet, gibt es auch speziellere Börsen. Vinted hat sich als Verkauf- und Tauschplattform zum Beispiel auf Kleidung für Erwachsene und Kinder, Babyausstattung und Spielzeug konzentriert, Homelink oder HomeExchange sind Portale, wo Privatpersonen für den Ferienzeitraum einen Wohnungstausch eingehen können.

Viele Online-Tauschbörsen sind kostenlos nutzbar.

Vom Buchzirkel über Kleidertauschparty in die Tauschbox

Eine weitere Möglichkeit, Dinge loszuwerden oder aufzustöbern, sind private Tauschtreffen, zum Beispiel in der Nachbarschaft, der Familie oder im Sportverein. Leseratten und Bücherwürmer schließen sich gerne zu sogenannten Buchzirkeln zusammen und tauschen ausgelesenen Bücher untereinander aus. Übrig gebliebenes Saatgut oder selbst gezogene Setzlinge können bei organisierten Pflanzentauschbörsen den Gärtner wechseln.

Statt einer ausgedehnten Shoppingtour kann zudem eine Kleidertauschparty eine spannende Alternative sein – entweder privat oder öffentlich organisiert. Jeder Teilnehmer bringt zwei bis drei ausrangierte, aber noch im guten Zustand befindliche Kleidungsstücke zur Veranstaltung mit und kann sich aus dem mitgebrachten Stapel aller Teilnehmer wiederum Hosen, Shirts oder Kleider mit nach Hause nehmen. Entweder im Eins-zu-eins-Tausch oder so viel, wie jeder möchte.

Tauschboxen, die an frei zugänglichen Orte witterungsgeschützt zum Beispiel von Initiativen, Vereinen, der Stadt oder Gemeinde aufgestellt werden, bieten Platz zur kostenlosen Weitergabe von Aussortiertem. In der Regel handelt es sich dabei um ein überdachtes Regal, eine Hütte, ein Container oder eine Truhe auf einem öffentlichen Gelände, in die Anwohner und Passanten Gegenstände wie Kleidung, Werkzeug, Bücher oder Spielsachen ablegen können, für die sie keine Verwendung mehr haben. Im Gegenzug können sie sich jederzeit Dinge aus der „Tauschbox“ herausnehmen, die sie gebrauchen können. (Sie)

Stand: September 2021