Konsumverhalten: Solidarität mit dem Lieblingsrestaurant und dem Buchladen um die Ecke!

Kinos, Restaurants, Fitness-Studios und viele Geschäfte haben zu. Aus gutem Grund. Das Ziel ist, Infektionsketten zu unterbrechen und Menschen vor Covid-19 zu schützen. Deutschland fährt runter. Das ist die große Belastungsprobe. Und zwar nicht nur für die Familien, sondern auch für den Laden um die Ecke. Jetzt ist Solidarität gefragt. Wir haben die richtigen Tipps in Zeiten wie diese.

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Einkauf-Bringdienst

Ein wochenlanger „Lockdown“, also das Verhindern von Kontakt zu anderen Menschen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, stellt nicht nur Verbraucher vor eine Zerreißprobe. Besonders kleinere Einzelhändler, die nicht zu einem großen Konzern gehören, bangen aufgrund der notwendigen Eindämmungsmaßnahmen um ihre Existenz.

Einen wahren Boom erleben hingegen gerade große Online-Shops und Lieferdienste, denn viele Produkte werden nun, statt bei einer schnellen Besorgung in der nächsten Einkaufspassage, nochmal verstärkter im Internet erstanden – häufig bei großen Onlineversandhäusern.

Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, auch die regionalen Geschäfte und Dienstleister in Zeiten von Corona zu unterstützen? Wir haben uns hierzu für Sie einmal Gedanken gemacht. Hier sind die Tipps:

Heute essen wir daheim! – Pizza, Burger und Pasta liefern lassen

Besonders für Gastronomen kann der Coronavirus-bedingte Lockdown sogar existenzbedrohend sein. Wochenlang keine Gäste zu bewirten, dennoch aber Personalkosten oder Pacht zahlen zu müssen, setzt Restaurant- und Kneipenbesitzer ganz schön zu. Viele Wirte haben sich daher dazu entschlossen, dass, wenn die Gäste nicht zum Essen kommen, die leckeren Speisen eben zum Gast nach Hause geliefert oder vom Gast abgeholt werden können. Manche Gastronomen bieten hierfür eine spezielle Menükarte mit Gerichten während der Coronazeit an. Ob auch Ihre Lieblingskneipe oder das Restaurant um die Ecke so einen Service anbietet, lässt sich schnell mit einem Blick auf die Homepage, die Facebook-Seite oder einem Anruf klären. Bezahlt werden sollte aktuell am besten mit Karte oder Paypal.

Langeweile während der Quarantäne? Dann lesen Sie doch mal ein Buch!

Auch der Buchhandel, besonders kleinere unabhängige Geschäfte, sind von den angeordneten Geschäftsschließungen aufgrund der Pandemie betroffen. Wer jetzt Angst bekommt, dass ihm während der empfohlenen Quarantänemaßnahmen der Lesestoff ausgeht, kann durchatmen. Viele der Buchläden, die bereits vor der Krise einen zusätzlichen Onlineshop hatten, bieten diesen auch weiterhin an. Die Bücher können dann an der Eingangstür abgeholt werden oder werden sogar von den Handlungen ausgeliefert – auch hier kontaktlos versteht sich. Bezahlen können die Kunden dann zum Beispiel mittels Rechnungskauf. Auch hier lohnt sich ein Blick auf die Website oder ein Anruf beim kleinen Buchladen um die Ecke, bevor Buchbestellungen über große Onlineversandhäuser laufen müssen. Eine Übersicht über lokale Buchhandlungen gibt es zum Beispiel hier. Das Verlagshaus Kiepenheuer und Witsch erstellt zudem unter dem Hashtag #findyourbookstore in sozialen Netzwerken ein Verzeichnis lokaler Buchläden.

Es kommen auch wieder bessere Zeiten! Wie wäre es also mit einem Gutschein?

Gebuchte Zugtickets, Theatervorstellungen oder Kinobesuche…sie alle sind jetzt leider hinfällig. Um aber unabhängige Kinos und Schauspielhäuser auch in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen, kann man sich, statt einer Rückzahlung des bereits gezahlten Geldes auch einen Gutschein ausstellen lassen oder sogar die Veranstaltungen auf einen anderen Termin umbuchen und so der lokalen Kulturszene unter die Arme greifen.

Kaum zu glauben aber wahr: Gleiches gilt auch für die Reiseverkehrsunternehmen! Diese bieten für nicht stattfindende Zugfahrten oder Busreise ebenfalls Gutschriften an, die dann, nach überstandener Corona-Irrfahrt problemlos eingelöst werden können.

Tanzkurs, Yoga und Gitarrenunterricht – Online wird es möglich

Der Tanzkurs findet nach der dritten Stunde einfach nicht mehr statt. Und was mache ich jetzt, wenn ich nicht mehr zum Yoga gehen kann? Auch hier haben sich Tanz- und Musikschulen, Yoga- und Fitness-Studios für die Corona-Zeiten etwas ausgedacht. So gibt es nun viele Kurse auch als Online-Klasse. Einfach in der Tanzschule oder im Fitness.-Studio nachfragen, buchen, via Online-Übertragung zum Beispiel mit den Anbietern Skype, Youtube, Zoom oder Livestream, vor dem PC oder Laptop nachtanzen oder -turnen.

Auch der Gitarrenunterricht kann dank der verschiedenen Anbieter für Online-Übertragung nahtlos weitergehen – einfach beim Musiklehrer nachfragen was möglich ist.

Eine Internetrecherche oder ein kurzer Anruf kann helfen - wer bietet was an und wo kann ich unterstützen?

So wie in den genannten Beispielen gibt es aktuell viele Möglichkeiten, den lokalen Einzelhandel oder ansässige Dienstleistern zu helfen und dennoch die gewünschte Ware zu erhalten oder am Yogakurs weiterhin teilnehmen zu können. Dies gilt natürlich auch für Bäckereien, Metzgereien oder kleine Einkaufsläden. Informieren Sie sich vorab mit Ihrem Smartphone kurz beim jeweiligen Einzelhändler oder Dienstleister, ob es einen kontaktlosen Verkauf oder sogar eine Lieferung nach Hause gibt und wie die Bedingungen sind.

Jetzt ist mehr denn je Solidarität gefragt: Wenn wir in den schwierigen Zeiten von Corona unseren lokalen Geschäften und liebgewonnenen Cafés und Restaurants helfen, können sie uns auch nach der überstandenen Krise weiterhin mit ihren Angeboten eine Freude machen! (Sie)

Stand: März 2020