Geld, Gold, Gutscheine – Last-Minute Geschenke von Wert?

Alle Jahre wieder: Es ist kurz vor Heiligabend und man hat immer noch kein Geschenk für Eltern, Geschwister oder andere Personen. Nicht immer kennt man den Geschmack des zu Beschenkenden so genau. Deshalb greifen viele zu Gutscheinen oder anderen geldwerten Geschenken. Doch gelegentlich sorgt die gut gemeinte Gabe nur für eingeschränkte Freude. Worauf sollten Verbraucher achten?

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Goldmünze
Goldmünze

Gutscheine

Wertgutscheine kann man heute von fast jedem Händler oder Dienstleistungsunternehmen vor Ort oder im Internet kaufen, teilweise sogar schon fertig als Geschenk verpackt. Ein nicht mehr ganz neuer Trend sind Gutscheine von „Erlebnisveranstaltern“. Dort kann man für Events, angefangen vom Fallschirmsprung für die ganze Familie über Fahrten mit Traumautos oder Rennwagen bis hin zum Whale Watching in Südafrika, einen Gutschein erwerben.
Wichtig zu wissen ist, dass der Beschenkte weitestgehend an die Waren oder Dienstleistungen des ausstellenden Unternehmens gebunden ist. Eine Barauszahlung ist nicht im Sinne des Geschäfts und wird daher häufig ausgeschlossen. Man sollte daher sicher sein, dass der Empfänger mit dem Gutschein etwas anfangen kann.

Wichtig ist auch, auf die Gültigkeitsdauer zu achten. Am besten sind unbefristete Gutscheine. Immer öfter werden Gutscheine jedoch mit einem Ablaufdatum versehen. Besonders oft der Fall ist dies bei Gutscheinportalen, die mit Schnäppchenangeboten locken. Nicht selten gelten die dort erworbenen Gutscheine dann nur wenige Wochen oder Monate.

Es gibt zwar Gerichtsurteile, die eine zu kurze Frist für unzulässig erklärt haben, aber eine Rechtsgrundlage, was als angemessene Befristung anzusehen ist, gibt es bislang nicht. Eine Klage wird sich in den meisten Fällen nicht lohnen. Erfolgversprechender ist es, an die Kulanz des Unternehmens zu appellieren.

Goldbarren oder -münzen

Gold übt seit Tausenden von Jahren eine besondere Faszination aus. „Ist es nicht jedermanns Traum, einmal einen echten Goldbarren zu besitzen?“, so die Frage eines Online-Anbieters.

Die Bezeichnung „Goldbarren“ lässt allerdings mehr vermuten als dahinter steckt. Für ein Gramm - was einem fingernagelgroßem Plättchen entspricht - zahlt man 44,30 Euro (Stand 24.11. 2016). Im Verkauf (Bankankaufspreis) erhält man dafür nur knapp 36 Euro. Das heißt, dass ca. ein Fünftel des Preises als Verlust abgeschrieben werden muss. Dieser Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis wird als „Spread“ bezeichnet, und der ist gerade bei kleinen Goldmengen besonders hoch. Bei einem 10-Gramm-Goldbarren liegt der Unterschied nur noch bei etwa acht Prozent (ca. 387 Euro im Verkauf zu 360 Euro im Rückkauf). So gesehen ist es also wirtschaftlicher einen 10-Gramm-Barren zu verschenken.

Goldmünzen unterscheiden sich im Spread nicht von Barren. Die kleinste Münze (1/20 Unze) wiegt 1,42 Gramm. Übliche Handelsgewichte sind 1/10, ¼, ½ oder 1 oz (oz=Unze).

Hinweis: Nur Anlagemünzen hoher Reinheit (Krügerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker) werden nach ihrem Goldwert bemessen, der Wert anderer Münzen beruht auf ihrem Sammlerwert oder – bei offiziellen Zahlungsmitteln – auf ihrem Nennwert.

Sind Goldzertifikate eine Alternative? Nicht wirklich. Zum einen sind sie als Geschenk nicht so repräsentativ wie ein Stück echtes Gold „zum Anfassen“, zum anderen sollte man sich auf dem Markt auskennen. Wird beispielsweise der Herausgeber der Zertifikate insolvent, ist das investierte Geld verloren.

Für andere Edelmetalle wie Silber oder Platin gelten im Prinzip dieselben Aussagen wie für Gold.

Hinweis: Anders als bei Gold fällt für den Kauf von Silber-, Palladium- und Platinbarren 19 Prozent Umsatzsteuer an, was die Kosten beim Kauf erhöht.

Sparbücher, Prepaid-Karten

Sparbücher werden trotz gegenwärtig niedriger Zinsen gern an Jugendliche verschenkt. Denn das Geld liegt längerfristig dort und wird nicht gleich ausgegeben. Es ist darauf zu achten, dass das Sparbuch direkt auf den Jugendlichen ausgestellt wird. Nur so können auch bestimmte Konditionen für Jugendliche ausgenutzt werden. Sind bereits andere Sparkonten vorhanden, kann die spätere Zusammenlegung der Gelder allerdings zu Auflösungsgebühren führen.
Prepaid-Karten, also eine bestimmte Art von unternehmensgebundenen Kreditkarten, die mit einem bestimmten Betrag aufgeladen werden, sind prinzipiell auch Gutscheine. Die Plastikkarte wird aber meist als viel flexibler empfunden. Die mit einem bestimmten Betrag aufgeladenen Karten können von den Beschenkten je nach Bedarf auf einmal oder nach und nach aufgebraucht werden.

Prepaidkarten von Mobilfunkunternehmen eignen sich beispielsweise, wenn man für die Telefonkosteneines Jugendlichen einen finanziellen Beitrag leisten möchte.

Virtuelle Währungen

Bitcoins oder Loancoins sind virtuelle Währungen und mit Vorsicht zu genießen. Sie machen nur Freude, wenn der Beschenkte gut informiert ist, denn sie sind nicht selbsterklärend. Und ihre Einsatzmöglichkeiten sind beschränkt, da es nicht viele Akzeptanzstellen gibt. Verluste sind außerdem nicht auszuschließen, wenn man mit virtuellen Währungen nicht vertraut ist.

Fazit

Sämtliche alternativen geldwerten Geschenke zu Bargeld haben ihre Vor- und Nachteile. Wenn man sich nicht sicher ist, ob der zu Beschenkende damit etwas anfangen kann, ist unter Umständen Bargeld doch die bessere Variante. Damit die Übergabe des Geldgeschenks nicht ganz so profan ist, kann man das Geld ja phantasievoll verpacken oder raffiniert falten.

Stand: August 2017