Erstklassige Kleidung aus zweiter Hand

Der Erwerb von gebrauchter Kleidung wird immer beliebter! Auf Flohmärkten, in Secondhandläden oder online kann man echte Schätze für kleines Geld finden. Nachhaltiger Nebeneffekt: Unser Klamottenkonsum geht damit weg von der Überproduktion.

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Kleidung auf einer langen Kleiderstange

Klamottenkiste? Denkste!

Wer sich mit dem Kauf von Secondhandkleidung beschäftigt, wird feststellen, dass es unterschiedlichste Läden für Mode aus zweiter Hand gibt. Meist spielt die Zielgruppe und Preisklasse eine entscheidende Rolle und bietet der jeweiligen Kundschaft eine Auswahl an Kleidung.

Neben inhabergeführten Vintage-Läden, die teilweise echte Designerkleidung von namhaften Herstellern zwar nicht als Schnäppchen, aber immer noch deutlich unter dem Neupreis, anbieten und ihre Ware von Privatpersonen ankaufen, gibt es Sozialkaufhäuser oder Shops von Wohltätigkeitsorganisationen wie Oxfam, Humana oder Deutsches Rotes Kreuz (DRK), deren Kleiderauswahl auf Spenden beruht und für kleines Geld zu erstehen ist. Zudem gibt es Geschäfte, die nur Kinder- oder Frauenkleidung anbieten.

Bei allen Shops wird die Ware zuerst begutachtet und in der Regel gewaschen und gebügelt, bevor sie auf der Kleiderstange landet. Manch ein Secondhandshop rechnet nicht einzelne Kleidungsstücke ab, sondern nennt direkt Kilo-Preise.

Auch ein Flohmarktbummel kann eine tolle Gelegenheit sein, an günstige, aber gut erhaltene Kleidung zu kommen. Hier lässt sich manches Schnäppchen machen.

Geduld wird belohnt

Stöbern gehört bei einem Besuch im Secondhandladen oder auf dem Flohmarkt dazu. Da kann es schon mal vorkommen, dass Jacken nicht nach Größen, sondern nach Farben sortiert sind oder angebotene Kleidung wahllos in einer Kiste liegt. Eine Garantie, dass man ein Teil findet, was passt und gefällt, gibt es nicht.

Tipp für den Flohmarktbesuch: Früh am morgen findet man meist die besten Stücke – es lohnt sich also, auch am Wochenende den Wecker ein bisschen früher zu stellen. Sparfüchse können sich um diese Uhrzeit nochmal eine Runde umdrehen - kurz vor Flohmarktschluss kann man nämlich preislich noch mal einiges rausschlagen. Viele Händler haben keine Lust, ihre Kleidung nach dem Flohmarkt wieder mit nach Hause zu nehmen und geben kurz vor Ende Preisnachlässe.

Kleine Anpassungen in Kauf nehmen

Wenn die Teile nicht direkt gut sitzen, zu lang oder zu weit sind, Material, Muster oder Schnitt aber überzeugen – kann bei Secondhandkleidung über nachträgliche Anpassungen in der Änderungsschneiderei nachgedacht werden. Schließlich kauft man die Kleidungsstücke günstig ein, sodass eingespartes Geld hier investiert werden kann. Je nach Wunsch und Umfang der Näharbeiten kosten die Änderungen in der Schneiderei zwischen fünf und 25 Euro. Wer geschickt mit Nadel, Faden und Nähmaschine ist, hat leichtes Spiel. Tutorials, wie man Hosen kürzt oder Röcke enger macht, finden sich zudem im Internet.

Der Kreativität freien Lauf lassen

Manch ein Kleidungsstück benötigt vielleicht bloß ein Accessoire, um es besser in Szene zu setzen. Ist beispielsweise der Blazer oder der Pullover zu groß, kann er mit einem Gürtel zu einem Kleid gebunden werden. Hosen oder Ärmel sehen auch gekrempelt gut aus und findet sich ein Kleidungsstück vergangener Jahrzehnte mit störenden Schulterpolstern, so können auch diese ohne viel Aufwand entfernt werden. Mit neuen Knöpfen oder durch abgeschnittene Hosenbeine lässt sich Kleidung schnell und einfach upcyceln.

Vor dem Kauf einen Mängelcheck machen

Da die Kleidung gebraucht ist, können immer mal Flecken, Löcher oder abgerissene Knöpfe vom Verkäufer übersehen worden sein. Vor dem Kauf sollte die Kleidung daher immer noch einmal gut inspiziert werden. Nach dem Kauf wird die Kleidung in jedem Fall vor dem Tragen aus hygienischen Gründen gewaschen. 

Secondhand geht auch im Web

Auch im Internet gibt es einige Plattformen, auf denen Secondhandkleidung gewerblich oder von privat angeboten wird. Der Vorteil: Hier kann man nach bestimmten Teilen oder Marken direkt suchen und bekommt angezeigt, welche Kleidung aktuell angeboten wird. Allerdings ist es nicht möglich die Sachen vorher genau anzuschauen oder anzuprobieren. Wird das gewünschte Teil gerade nicht angeboten, kann man Suchanfragen speichern und sich von der Website benachrichtigen lassen, sobald ein Kleidungsstück mit der passenden Beschreibung zum Verkauf eingestellt wird.

Tipp fürs Online-Shopping: Wer sich bei der Größe nicht sicher ist, kann den Verkäufer bitten, die Kleidung auszumessen. Als Referenzgröße können dann gutsitzende Lieblingspullis und –hosen dienen. (Sie)

Stand: November 2021