Amazon: Dash Button - Einkauf per Knopfdruck

Einkaufen auf Knopfdruck – das ist kein Wunschdenken mehr, sondern bereits Realität. Amazon hat den Schritt in das Einkaufszeitalter ohne Mausklick getan. Sogenannte "Dash Buttons" machen es möglich. Was sich dahinter versteckt und wie einkaufen auf Knopfduck geht, erfahren Sie im VerbraucherFenster.

DE_Ariel_Dash Button_Washing Mashine.jpg

Dash Button auf einer Waschmaschine

Bestellen auf Knopfdruck ist Realität geworden: Der Mausklick am PC war gestern, heute wird der Amazon Dash Button gedrückt und morgen ist die Ware im Haus.

Noch sind wir einen Schritt von der Vision entfernt, dass der Kühlschrank Alarm schlägt, wenn die Milch zur Neige geht und gleich den Einkaufszettel für die Online-Bestellung bereithält. Aber wir können uns dieses neue Zeitalter schon ein bisschen vorstellen, indem wir Dash Buttons in der Wohnung verteilen.

Dash Button - was ist das?

Dash Buttons erinnern von der Form her an USB-Sticks. Sie werden dort befestigt, wo man sie braucht: An der Waschmaschine, im Badezimmerschrank, neben dem WC-Rollenhalter oder an Wuffis Dosenvorrat.

Bestellen über WLAN

„Button“ bedeutet im Englischen einfach Knopf, und „Dash“ steht für den schnellen Sprint beim Laufen, aber auch für das Armaturenbrett - da können ja auch diverse Knöpfe gedrückt werden. Beim Dash Button ist es genau einer pro Gerät. Der wird mittels Amazon-App auf dem Smartphone auf ein ganz bestimmtes Produkt programmiert - beispielsweise die Bestellung von Waschmittel. Und weil der Dash Button via WLAN mit dem Internet verbunden ist, löst der Knopfdruck eine Bestellung aus. Das gewünscht Produkt wird sofort bei Amazon bestellt. So ist man auf der sicheren Seite, dass die neue Lieferung da ist, bevor die alte Packung verbraucht ist.

Jeder Knopf ist fest für nur ein Produkt programmiert. Will der Nutzer eine Marke wechseln, muss er sich einen neuen Dash Button bestellen. Die Knöpfe werden per WLAN verbunden, die Batterie soll fünf bis zehn Jahre halten.

Kinderleicht und sogar kindersicher

Damit der technikbegeisterte Nachwuchs, der den Dash Button als Spielzeug entdecken könnte, nicht gleich mehrfach den Button drückt und damit  zig- Packungen Waschmittel auf einmal ordert, bleibt das Gerät bis zur Lieferung der jeweils letzten Bestellung blockiert. Ein Dash Button kann laut Amazon immer dann einen neuen Kauf auslösen, sobald der letzte zugestellt worden ist. Zur Sicherheit bekommt man auch eine Nachricht auf dem Smartphone, sodass man jede Bestellung noch stornieren kann.

Was kosten Dash Buttons und was kann man damit bestellen?

Pro Knöpfchen werden 4,99 Euro fällig. Dafür bekommt man dann bei der ersten Bestellung die 4,99 Euro Kaufpreis für den Dash Button gutgeschrieben. Die Voraussetzung zur Nutzung der Dash Buttons ist die kostenpflichtige Mitgliedschaft bei Amazon Prime. Das kostet 49 Euro pro Jahr.
Derzeit kann man beispielsweise Waschmittel, Toilettenpapier, Kondome, Pflegeprodukte für die Zähne, Rasierklingen, Staubbeutel, Tintenpatronen für den Drucker, Kaffee oder Tierfutter per Knopfdruck bestellen.
In den USA führte Amazon die Knöpfe im Frühjahr 2015 ein. Hier sind Haushaltsartikel aus Papier, Waschmittel und Getränke unter den am häufigsten bestellten Waren.

Gibt es auch Nachteile?

Sogar mehrere. So kritisieren Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unter anderen die nicht transparenten Preise. Der Kunde kann beim Drücken auf den Bestellknopf nicht erkennen, wie viel das Produkt aktuell kostet und ob es bei der Konkurrenz nicht billiger ist. Gerade wer mehrere der vernetzten Dash Buttons zuhause im Einsatz hat, könnte schnell den Überblick verlieren. Ein Kunde, der nur selten Preise vergleicht, könnte so einen höheren Preis zahlen als ein Sparfuchs.
Außerdem, so die Verbraucherschützer, würden Verträge im Netz nur wirksam geschlossen, wenn der Nutzer einen Button mit der Aufschrift „zahlungspflichtig bestellen“ oder ähnlich anklickt. Dies sei bei den Dash Buttons nicht der Fall.

Ein berechtigter Kritikpunkt ist die mit der Benutzung von Amazons Diensten verbundene Datensammelei: Kaufabstände, Packungsgrößen oder Bevorzugung einer Marke und vieles mehr können so leicht erfasst werden.

Ein Blick in die Zukunft

Mit Amazon "Dash Replenishment" können sogar Geräte automatisch tägliche Verbrauchsmaterialien nachbestellen: Bauknecht, Brother, Bosch und Siemens Hausgeräte, Grundig, Kyocera und Samsung integrieren den Dienst bereits in ihre vernetzten Geräte.

In den USA lässt Amazon Nutzer inzwischen auch Artikel per Sprachbefehl über seinen vernetzten Lautsprecher „Echo“ bestellen.

Pro und Contra abwägen

Die Frage nach dem Sinn, Produkte einzeln und ohne Vergleichsmöglichkeit zu bestellen, muss letztlich jeder für sich entscheiden. Sie hängt ja auch mit der persönlichen Wohn-, Arbeits- und Lebenssituation zusammen und mit der Bereitschaft, Persönliches von sich freizugeben.

Fotos: Quelle Amazon

Stand: August 2017