„Black Friday“ und „Cyber Monday“ – Lohnen sich die Schnäppchentage für den Geldbeutel?

Jedes Jahr Ende November und Anfang Dezember purzeln im Handel die Preise. Dann ist „Black Friday“, „Cyber Monday“ oder „Cyber Week“. Was hat es mit den Rabatttagen zu Beginn des alljährlichen Weihnachtsgeschäftes auf sich? Kann man da tatsächlich ein Schnäppchen machen?

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Frau mit Einkaufstüten zum Weihnachtsgeschäft

Was sind überhaupt der „Black Friday“ oder der „Cyber Monday“?

Der Begriff Black Friday kommt aus den USA und findet immer am Tag nach Thanksgiving statt, dem amerikanischen Erntedankfest. An diesem Tag nehmen sich die meisten Amerikaner frei und nutzen ihn traditionell, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Viele Geschäfte locken dann mit speziellen Sonderangeboten und starken Rabatten, teilweise bis zu 90 Prozent. Auch viele Onlineshops nutzen den Black Friday für spezielle Verkaufsaktionen.

Seit 2006 gibt es den Black Friday auch im deutschen Einzelhandel – zunächst nur im Internet aber mittlerweile auch in den Fußgängerzonen und Einkaufspassagen.

Am darauffolgenden Montag haben dann die Schnäppchenjäger, die den schwarzen Freitag versäumt haben, ein weiteres Mal die Möglichkeit, Preisnachlässe zu bekommen – diesmal allerdings hauptsächlich bei Onlinekäufen. Denn dann ist „Cyber Monday“!

Der Versandhausriese „Amazon“ beispielsweise hat in diesem Rabatte-Zeittraum sogar direkt eine ganze „Cyber Week“ ausgerufen, und lockt mit purzelnden Preisen.

Das Besondere an diesen Rabatttagen: Im Vergleich zu den klassischen Schlussverkäufen, die erst kurz vor oder nach den Festtagen stattfinden, sorgen der Black Friday und der Cyber Monday bereits schon zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts für scheinbar verlockende Angebote.

Warum eigentlich „Black Friday“?

Warum die Rabattschlacht den Namen „Black Friday“ trägt, ist nicht ganz geklärt. Eine naheliegende Erklärung dafür lautet, dass der Black Friday in den USA als umsatzstärkster Tag im Jahr die Händler schwarze Zahlen schreiben lässt.

Tipps für den Einkauf während der Schnäppchentage

Ruhe bewahren
Bevor Sie sich vom Shoppingfieber anstecken lassen, empfiehlt es sich zunächst einmal durchzuatmen. Vermeintliche Countdowns, Hinweise zu angeblich bereits abnehmenden Beständen und scheinbar unschlagbare Angebote können einen ganz schön unter Druck setzen. Dabei handelt es sich um einfache Marketingstrategien. Überlegen Sie daher vor dem Kauf noch einmal genau, ob Sie das Produkt wirklich benötigen. Häufig ist lediglich das Schnäppchenfieber Grund für einen Spontankauf.

Was will ich?
Gleiches gilt auch, wenn Sie bereits seit längerem ein bestimmtes Produkt im Auge haben. Entsprechen die angebotenen Waren tatsächlich Ihren Vorstellungen und was wollen Sie wirklich? Greifen Sie vielleicht nur zu dem günstigen Produkt aufgrund des attraktiven Angebots, aber nicht, weil Sie wirklich Interesse oder Bedarf an dem Teil haben? Laut Stiftung Warentest gibt es häufig Auslaufmodelle oder Ladenhüter im Angebot. Waren, die sich gut verkaufen lassen, sinken hingegen selten im Preis.

Tatsächliche Preise und Angebote checken
Viele der vermeintlichen Rabattprozente berechnen sich an der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller (UVP) des jeweiligen Produktes. Diese UVP ist meist recht hoch angesetzt und wenige Händler halten sich tatsächlich daran – zumindest dann nicht, wenn es um den normalen Marktpreis geht. Bei der Rabattvergabe sieht es hingegen schnell anders aus. So werden aus Rabatten, die in Wirklichkeit bei zehn bis 20 Prozent liegen, schnell Angebote zum halben Preis.

Preise vergleichen
Wer an den Schnäppchentagen etwas Zeit hat, ist gut damit beraten Angebote zu vergleichen, zum Beispiel auf Preisvergleichsportalen mit den Preisen anderer Händler. Am besten vergleicht man die Ergebnisse von mindestens zwei Vergleichsportalen. Ist das angebliche Schnäppchen tatsächlich eins?

Preisradar für maximales Budget
Auf den Preisvergleichsportalen gibt es außerdem die Möglichkeit, nach vorheriger Anmeldung, einen sogenannten „Preisalarm“ oder „Preisradar“ für den maximalen Preis für die gewünschte Ware einzurichten. Das Portal benachrichtigt Sie dann, sobald es ein Angebot mit Ihrem Wunschpreis gibt. So haben Sie auch an anderen Tagen die Möglichkeit Produkte zu günstigen Preisen zu ergattern.

Stimmt es, dass vor Beginn des Weihnachtsgeschäftes die Preise angezogen werden?

Laut einer Untersuchung von Stiftung Warentest wird es nicht unbedingt teurer. Manche Produktgruppen werden im Dezember sogar noch etwas günstiger. Im neuen Jahr liegen zudem die Preise vieler Waren nochmal niedriger als im Dezember. Generell gibt es auch immer wieder über das Jahr verteilt günstige Angebote.

Die Möglichkeit auf Preisvergleichsportalen die Preisentwicklung zu beobachten, kann zudem dabei helfen kurzzeitige Preissteigerungen zu erkennen.

Vorsicht bei Fake Shops im Internet

Der Kaufrausch während der Rabatttage und des Weihnachtsgeschäftes wird gerne auch von Kriminellen ausgenutzt. Darum ist bei auffallend günstigen Angeboten von Onlineshops immer Vorsicht geboten. Die Betrüger bitten Ihre Kunden durch Vorkasse oder Kreditkarte zur Kasse, doch die Ware wird nie verschickt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Onlinekäufe grundsätzlich per Rechnung, Paypal oder Lastschrift bezahlen.

Werfen Sie außerdem einen ausführlicheren Blick auf die Website des Shops. Fehlende Impressen und Geschäftsbedingungen oder eine schlechte deutsche Übersetzung der Website sollten Sie hellhörig werden lassen. Im Zweifel besser nicht zuschlagen, auch wenn das Angebot verlockend klingt.

Fehlkauf oder aus dem Shoppingwahn erwacht? Nutzen Sie das Widerrufsrecht!

Wenn der Rausch während des Shoppingfiebers größer war als die Vernunft und eine Stornierung beim Händler nicht mehr möglich ist, bleibt Ihnen noch der Widerruf, um von dem Kauf zurückzutreten. Beim Onlinekauf ist dies meist ohne Angaben von Gründen bis zu 14 Tage nach Produktlieferung möglich. Allerdings: Im Zweifel müssen Sie die Rücksendekosten tragen. Ein Blick auf die Website des Händlers gibt Aufschluss über den Ablauf eines Widerrufs.

Oder warum nicht mal nichts kaufen?

Viele konsumkritische Organisationen regen einen „Buy Nothing Day“ als Gegenveranstaltung zum Black Friday an. Der 24-stündige Konsumverzicht am vermeintlich größten Schnäppchentag soll ein Protest gegen umweltschädliche und unmenschliche Produktions- und Handelsbedingungen sein. Statt ständigem Kaufen, so die Bewegung, sollte der Fokus viel mehr auf dem Reparieren und Tauschen von Dingen liegen. Letzteres schont zudem den Geldbeutel und erspart vielleicht sogar eine Menge Stress!(Sie)

Stand: November 2019