Neobanken und Smartphone Broker

Investieren mit wenigen Klicks, clever traden rund um die Uhr und nichts bezahlen – das verbinden viele mit Begriffen wie Neobanken, Neobroker oder Smartphone-Broker. Gerade jüngere Menschen befassen sich wegen der aktuell steigenden Kurse und gut laufenden Aktienmärkte damit, ihr Geld in Fonds anzulegen.

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Hand reicht Geldscheine in Bildschirm

Wenn jüngere Menschen erfolgreich Geld anlegen wollen, werden sie zunehmend andere Strategien entwickeln müssen als ihre Eltern. Sie brauchen Mut zum Risiko. Die Niedrigzinsphase trifft sie besonders. Das gute alte Sparbuch haben viele Banken und Sparkassen schlicht aus dem Sortiment genommen. Smartphone und Tablet sind hingegen immer zur Hand. Kein Wunder also, dass Neobanken für diese Gruppe interessant sind.

Neobanken: Eine Definition gibt es nicht

Neobanken sind zwar meist Banken, die als Wertpapierhandelsbanken zugelassen sind, aber im Vergleich zu Vollbanken eine geringere Bandbreite an Dienstleistungen anbieten. Neobanken bieten ihre Dienstleistungen ausschließlich online an. Sie setzen voraus, dass ihre Kunden ein Smartphone, Tablet, Notebook oder PC besitzen und im Umgang damit geübt sind. Neobanken können auch als Vermittler tätig sein und  vermitteln dann die Dienstleistungen einer ganz traditionellen Vollbank.

Neobanken oder Smartphone-Broker, die als Wertpapierhandelsbanken zugelassen sind, bieten nur den Handel von börsengehandelten Wertpapieren und Aktien an sowie Sparpläne auf diese Papiere. Es wird ein Referenzkonto als Girokonto benötigt, das eine Neobank, soweit nur Wertpapierhandelsbank, nicht anbieten kann.

Kooperationen mit anderen Banken

Guthaben auf Girokonten, Tagesgeldkonten oder sogenannten Anlagekonten sind Einlagen, für die eine Bank eine Zulassung benötigt. Da Neobanken meist keine Zulassung für das Einlagengeschäft haben, kooperieren sie mit anderen traditionellen Vollbanken.

Eingeschränkte Angebote

Auch im Wertpapiergeschäft sind die Angebote der Neobanken oft stark eingeschränkt. So haben Neobanken häufig nur eine sehr begrenzte Auswahl an Börsenplätzen, teilweise nur einen einzigen Börsenplatz. Außerdem bieten Neobanken und Smartphone-Broker nicht immer alle Ordertypen, wie zum Beispiel eine Trailing-Stop-Loss-Order, für jeden Handelsplatz an.

Neue Angebote bei Vollbanken

Der Wettbewerb um finanzkräftige Anleger ist groß. Teilweise haben Vollbanken zuletzt begonnen, ihre Preise zu senken und machen ähnliche Angebote wie Neobanken. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Markt in Zukunft entwickelt. So ist es zum Beispiel nicht ausgeschlossen, dass einige Vollbanken die Neobanken mit ihren Dienstleistungen übernehmen werden.

Orientierung im Markt

Wer nach einer Bank sucht, um Geld anzulegen, sollte prüfen, welche Leistungen diese anbietet. Typischerweise unterscheiden sich reine Wertpapierhandelsbanken in folgenden Punkten:  

  • Anzahl der Börsenplatze, über die gekauft oder verkauft werden kann
  • Angebotene Ordertypen
  • Angebote und Preise weiterer Dienstleistungen, wie zum Beispiel die Abwicklung von Einladungen zu Aktionärshauptversammlungen


Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V.

Stand: November 2021