Goldrichtig entscheiden: Was Anleger beim Kauf von physischem Gold beachten sollten

Der Wert von Gold ist heftigen Schwankungen unterworfen und daher eine riskante und spekulative Geldanlage. Gold ist daher als Geldanlage nur bedingt geeignet. Wer einen Teil seines langfristig investierten Vermögens in Gold anlegen möchte, hat dazu verschiedene Möglichkeiten, sollte aber auch einiges beachten.

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Goldmünzen

Erhebliche Preisschwankungen

In den letzten 20 Jahren schwankte der Goldpreis zwischen rund 300 und 1750 Euro. Gold ist also alles andere als eine sichere Geldanlage. Wer in Gold investiert, sollte daher allenfalls einen kleinen Teil seines Vermögens verwenden und ansonsten andere Anlageformen wählen.

Goldbarren und Goldmünzen: Ankauf, Verkauf, Kosten

Anlagemünzen und Barren aus Gold sind meist die naheliegendste Lösung, wenn es darum geht, Gold zu kaufen. Schließlich hält man dann das Gold ja in den Händen.

Goldmünzen bestehen in aller Regel aus Feingold (999er Gold).  Bei einer Münze handelt es sich um eine (ehemalige) Währung, bei einer Medaille nicht.

Banken und Edelmetallhändler verkaufen Goldmünzen, teilweise aber nur an einen kleinen Kundenkreis und unter Umständen ohne Rückkaufsmöglichkeit.

Tipp: Fragen Sie beim Kauf nach, ob Sie die Goldmünzen bzw. Barren an gleicher Stelle auch wieder verkaufen können und wie lange diese Zusage gilt.

Der Verkaufspreis an den Kunden ist immer höher als der Ankaufspreis vom Kunden – schließlich wollen die Anbieter am Handel auch verdienen. Der Unterschied beträgt bei einer Unze in der Regel rund fünf Prozent. Je leichter die Münze, desto größer sind die Unterschiede. Bei einer Viertel Unze beträgt der Unterschied oft schon über zehn Prozent. Wer möglichst viel Gold fürs Geld erhalten will, sollte besser wenige größere Münzen kaufen als viele kleine.

Achtung: Die Tätigkeit als Goldhändler bedarf keiner besonderen Zulassung. Leider bedeutet das auch, dass einige unseriöse Anbieter am Markt sind. Achten Sie also darauf, wo Sie einen Goldkauf oder -verkauf durchführen.

Die meisten neu herausgegebenen Münzen werden zu einem Preis herausgegeben, der nahe an dem Wert des in den Münzen enthaltenen Goldes liegt. Es gibt Münzen, die eine ganze Unze (31,1 Gramm) wiegen, aber auch Münzen mit geringerem Gewicht. Im April 2021 lag der Preis je Unze bei um die 1.450 Euro. Der Preis ändert sich an jedem Börsentag. Einige Anbieter verlangen zusätzlich noch Kosten für die Lieferung.

Bei einigen Goldmünzen ist die verkaufte Auflage sehr klein, oft sind die Münzen dann im Verhältnis zum Goldgehalt deutlich teurer. Man spricht dann von Sammlermünzen.

Achtung: Medaillen aus Gold haben oft keinen Sammlerwert und erlösen häufig nicht den höheren Sammlerwert, sondern nur den geringeren Goldwert beim Verkauf.

Goldsparpläne – meist eine wenig lohnende Investition

Nicht jedem ist es möglich, einen großen Betrag auf einmal in physisches Gold anzulegen. Als Alternative gibt es Goldsparpläne, mit denen regelmäßig eine kleinere Summe in Gold investiert wird. Für die Lagerung sorgt der Verkäufer.  

Die Preise sind bei einem Sparplan höher, weil kleine Mengen gekauft werden. Einige Anbieter berechnen hohe Vermittlungsprovisionen. Zusätzlich können weitere Kosten entstehen wie Bearbeitungsgebühren beim Kauf, Lagergebühren und Versicherungskosten.

Ob und unter welchen Voraussetzungen das angesparte Gold an die Anleger ausgehändigt wird, hängt von den getroffenen vertraglichen Vereinbarungen ab, wie zum Beispiel die vereinbarten Transportkosten, das Erreichen einer Mindestgrammzahl oder die Abholung am Lagerort. Letzteres wird unter anderem dann schwierig, wenn nicht klar geregelt ist, wo sich das Gold tatsächlich befindet. Es könnte irgendwo auf der Welt sein, was die Aushändigung erschwert.

Tipp: Goldsparpläne sind also insgesamt eher kritisch zu sehen. Wer nur 100 Euro monatlich erübrigen kann, ist meist besser beraten, mit der Anlage zu warten, bis größere Summen angespart sind, um dann einen einzelnen Goldkauf zu tätigen.

Goldschmuck – es kommt auf die Legierung an

Goldschmuck gibt es nicht in Form von Feingold, sondern als Legierung, also einer Mischung aus Gold mit anderen Metallen. Die häufigste Legierung ist 585er Gold, was einem Goldanteil von 58,5 Prozent entspricht. Der Preis des Goldschmucks beinhaltet nicht nur den Wert des Edelmetalls, sondern auch die Kosten für die Verarbeitung und natürlich die Gewinnmarge des Händlers oder Juweliers.

Weil der Goldpreis starken Preisschwankungen unterliegt, ist es wichtig, sich vor dem Kauf oder Verkauf genau zu informieren, was aktuell ein Gramm Gold kostet. Der Preis für ein Gramm Gold betrug im April 2021 rund 46 Euro. Ein Schmuckstück aus 585er Gold kostete zu diesem Zeitpunkt also rund 27 Euro pro Gramm Gold.

Hinweis: Einige Legierungen sind ebenfalls wertvoll. Es kommt darauf an, aus welchen Metallen die Mischung besteht. Fragen Sie bei Kauf und Verkauf genau nach.

Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V.

Stand: Mai 2021