Digitale Münzen – Was sind eigentlich Bitcoins?

Der Bitcoin-Hype – wer vor einigen Jahren für ein paar hundert Euro die digitale Kryptowährung gekauft hat, ist mittlerweile Millionär. Der Kurs der digitalen Münze ist über 15.000 Prozent gestiegen. Doch was sind eigentlich Bitcoins, wie bekommt man sie, was für eine Technik steckt dahinter und wo kann man mit Bitcoins bezahlen?

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Bitcoin Münze

Was bedeutet Bitcoin?

Bitcoin ist eine digitale Kryptowährung, die im Jahr 2008 von einem Internet-Nutzer unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ vorgestellt wurde. Der Name besteht aus „Bit“ (kleinste Speichereinheit im Computer) und „Coin“ (englisch für „Münze“. Oft wird der Bitcoin mit einer Fantasiemünze illustriert (siehe Bild). Im Vergleich zur klassischen Währung sind hierbei jedoch keine Geldscheine oder Münzen im Umlauf. Der Erfinder legte außerdem fest, dass die maximal verfügbare Menge an Bitcoins 21 Millionen betragen wird. Das schützt die Währung vor einer Inflation.

Was bedeutet Kryptowährung?

Insgesamt existieren derzeit schon über 1.500 (investing.com) Kryptowährungen. Dabei ist die Bezeichnung Kryptowährung vom Begriff „Kryptographie“ abgeleitet und bedeutet, dass die Daten und Informationen verschlüsselt oder geschützt sind. Ziel dieser Währungen ist es, ein dezentrales Bezahlungsmittel zu etablieren. Denn anders als bei üblichen Währungen, die über eine zentrale Notenbank reguliert werden, gibt es bei Kryptowährungen keine zentrale Überwachung.

Was ist die Technik dahinter?

Die Blockchain ist die Technologie hinter dem Bitcoin und bei vielen Experten auch die Technologie der Zukunft. Blockchain, übersetzt Blockkette, weil unzählig viele Datenblöcke aneinander gehängt werden. In jedem Block sind Transaktionen zusammengefasst, ähnlich wie in einem Buchhaltungssystem. Der Trick dabei ist, dass die Daten der Blockchain nicht zentral abgelegt werden, sondern jeder Nutzer hat eine eigene und vollständige Kopie. Das Prinzip ist: Jeder Teilnehmer überprüft jeden Teilnehmer. Wer einen Datenblock (zum Beispiel seinen Kontostand) verändern wollte, der würde scheitern. Denn alle anderen würden diese Manipulation erkennen und nicht genehmigen. Das System wird mit wachsender Teilnehmerzahl immer stabiler.

Die Blockchain ist aber nicht nur für den Bitcoin interessant, sondern auch für viele Unternehmen. Denn es gibt auch Blockchains mit denen bereits Smart Contracts abgebildet werden, ähnlich wie in einem Vertrag. So können Abläufe deutlich beschleunigt werden, da die zentrale Verwaltung überflüssig wird.

Wie bekommt man Bitcoins?

Hat man sich dazu entschieden echte Bitcoins zu kaufen, ist der Besitz eines Wallets (Brieftasche) zwingend notwendig. Hierbei unterscheid man zwischen drei verschiedenen Arten:

  • Online-Wallet auf einer Internetplattform
  • Software-Wallet als Programm auf dem PC
  • Hardware-Wallet, ähnelt eine USB-Stick

Diese elektronische Brieftasche ist vergleichbar mit einem Girokonto. Von dort aus können Zahlung gesendet und empfangen werden. Will man unterwegs mit Bitcoins zahlen, muss man seine Bitcoin-Brieftasche entweder dabei haben (Handy, Laptop) oder den Betrag per Internet abbuchen lassen. Bitcoins kauft man entweder mit herkömmlicher Währung (zum Beispiel „Euro“) an Bitcoin-Börsen. Dort kann man zu einem späteren Zeitpunkt die Bitcoins auch wieder zum Verkauf anbieten. Aktuell ist ein 1 BTC (Bitcoin) ca. 7700 Euro wert. Gekauft werden können sowohl ganze Bitcoins, aber auch Bruchteile davon.

Mining

Eine zusätzliche Methode um an Bitcoins zu gelangen, ist das Bereitstellen von Rechenleistung für Transaktionen. Dieser Prozess wird analog zum Goldschürfen Mining genannt. Rund um die Uhr transferieren Nutzer Bitcoins über das Bitcoin-Netzwerk. Das Bitcoin-Netzwerk wickelt diese Transaktionen ab, indem es alle Transaktionen eines bestimmten Zeitraums sammelt und in der Blockchain ablegt. Es ist der Job des Miners in Form von Rechenleistung, diese Transaktionen zu bestätigen und in ein Kontenbuch einzutragen. Entlohnt wird er dafür in Bitcoin (die Bitcoin-Transaktionsgebühr).

Wo kann man mit Bitcoins bezahlen?

Durch die starken Kursschwankungen ändert sich der Wert des Bitcoin enorm schnell. Ein Beispiel: Ein Auto, das heute 3 Bitcoin kostet, könnte morgen für 2 und in einer Woche für 6 Bitcoin zu haben sein. Es können Verluste für den Verkäufer, als auch für den Käufer entstehen. Dennoch gibt es auf der Seite Coinmap (Link wird hinterlegt: http://coinmap.org) eine geographische Karte mit Restaurants, Geschäften, Dienstleistern etc. die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren. Weiterhin haben einige Webshops einen Button mit „Bitcoin accepted here“ auf ihrer Webseite platziert.

Müssen Gewinne versteuert werden?

Der Bitcoin-Preis ist im vergangenen Jahr förmlich explodiert, da die Nachfrage den Preis bestimmt. So ließen sich beachtliche Gewinne erzielen, wenn man seine Bitcoins wieder in traditionelle Währungen umgetauscht hat. Grundsätzlich gelten nach Angaben des Bundesfinanzministeriums für Bitcoin die Regeln für sogenannte Spekulationsgeschäfte. Das heißt: Kursgewinne sind steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als ein Jahr lag. Ist die Jahresfrist abgelaufen, sind die Gewinne steuerfrei. Das gilt umgekehrt auch für Verluste. Eine detaillierte Beschreibung mit dem Umgang von Umsatzsteuerlichen Behandlung entnehmen Sie dem EuGH-Urteil vom 22. Oktober. 2015. Sie finden es unter Downloads.

Keine Geldanlage für den Verbraucher

Verbraucherschützer sehen den Hype um Bitcoin & Co. kritisch. Kryptowährungen als Geldanlage sollten nicht verkauft und beworben werden, fordert die Verbraucherzentrale und  will damit die Anleger vor Investitionen in diese hochspekulativen Produkte schützen. "Kryptowährungen, hinter denen im Kern eine Geldanlage steht, sollten nicht aktiv im Beratungsgespräch Privatanlegern verkauft werden", sagte Dorothea Mohn, Leiterin des Finanzmarktteams des Verbraucherzentrale Bundesverbandes der Deutschen Presse-Agentur. "Sie sollten aber auch nicht beworben werden, wie das heute der Fall ist."

Durch die starken Kursschwankungen, teilweise bis zu 25 Prozent pro Tag, ist das Handeln von Bitcoins hochriskant. Wer trotzdem einen Teil seines Vermögens in Kryptowährungen investieren möchte, sollte kleinere Beträge wählen. Jedem muss dabei allerdings klar sein, dass dies ausschließlich unter spekulativen Gesichtspunkten erfolgt und im schlimmsten Fall sogar ein Totalverlust der Geldanlage möglich ist.

Stand: Juni 2018