Die Kreditkarte

Weltweit gibt es vier Kreditkarten: MasterCard, VISA, American Express und Diners. Die meisten Karteninhaber nutzen eine VISA oder MasterCard. Diese werden von den Banken herausgegeben, die Kreditkarten von American Express und Diners geben die Kartengesellschaften aus. Die Karten gibt es mit verschiedenen Zusatzleistungen und unterschiedlichen Konditionen. Eine genaue Prüfung der Kosten und sonstigen Bedingungen lohnt sich also.

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Kreditkarte

Die Kreditkarte – ein Alleskönner mit Tücken

Die Kreditkarte wurde in den USA entwickelt. Der Name deutet schon darauf hin, dass diese Karte in ihrer klassischen Form als Kreditmittel genutzt wird. Dem Kunden wird eine Kreditlinie bei der Kartengesellschaft eingeräumt. Die Umsätze werden meist monatlich in Rechnung gestellt. Der offene Betrag kann in einer Summe oder in Raten beglichen werden. Dafür erhält die Kartengesellschaft eine Bearbeitungsgebühr. Bei Überschreitung des Zahlungstermins fallen Zinsen an.

Wer den Kredit nicht in einer Summe, sondern in Raten zahlt, muss ebenfalls Zinsen zahlen. Diese  können bis zu 15% der Kreditsumme betragen. Vor Abschluss eines Vertrages empfiehlt es sich, die Höhe der Bearbeitungsgebühr und vor allem die Kreditkonditionen genau zu prüfen.

Bezahlen mit der Kreditkarte

Das Bezahlen mit der Kreditkarte im Handel funktioniert ähnlich einfach wie mit der Bankkarte. In einigen Ländern werden zur Zahlung nur – und dann auch nur ganz bestimmte – Kreditkarten akzeptiert. Vor Reiseantritt muss man sich informieren, welche Karten im Reiseland akzeptiert werden.

Beim Einkaufen im Internet wird zur Bezahlung häufig die Kreditkarte genutzt – die Eingabe der PIN ist nicht erforderlich. Der Zahlungsvorgang zwischen Kartenherausgeber und Händler wird durch Angabe der Kartennummer ausgelöst und dem Kunden zu einem späteren Zeitpunkt in Rechnung gestellt. Im Falle eines Kreditkartenmissbrauchs muss der Karteninhaber unverzüglich bei dem Kartenherausgeber reklamieren und den Missbrauch melden. Liegt kein Zahlungsauftrag des Verbrauchers vor, muss er den Schaden nicht tragen. Die Beweislast liegt beim Kartenaussteller (§§ 675u, 675w BGB). 

An dieser Regelung sollte auch in Zukunft festgehalten werden, da die Daten der Kreditkarte (vor allem Name und Kartennummer) bei deren Nutzung von einer Vielzahl von Menschen eingesehen werden können und müssen. Es kann daher nie ganz ausgeschlossen werden, dass auch Betrüger an diese Daten kommen. Gerade der Internethandel klagt darüber, dass zunehmend fremde Kreditkartennummern angegeben werden.

Geldabheben mit der Kreditkarte

Wer Geld mit seiner Kreditkarte am Geldausgabeautomaten (GAA) abheben möchte, sollte sich vorher über die Kosten informieren. Im In- und Ausland ist das Geldabheben am GAA mit der Kreditkarte meist erheblich teurer als mit der Bankkarte. Einige Banken und Sparkassen haben zudem die Nutzung der GAA für bestimmte Kreditkarten gesperrt. Generell gilt: Gebühren prüfen und vor Reiseantritt die Bedingungen im Reiseland erfragen.

Welche ist die Richtige?

Zusätzlich erschwert wird die Kartenauswahl durch eine Vielfalt von angebotenen Zusatzleistungen wie zum Beispiel „Road Miles“, „Miles&More“, Tankstellenrabatte, Versicherungen wie Auslandskranken- und Reiserücktrittsversicherungen, KFZ-Schutzbrief, Reisebuchungsservice oder Clubrabatte.

Bei der Auswahl einer Kreditkarte kommt es nicht in erster Linie auf einen geringen Kartenpreis an. Entscheidend sind die Gesamtkosten, ggfs. die Guthabenverzinsung und die gewünschten Zusatzleistungen. Das gesamte Paket sollte zum Zahlungsverhalten des Karteninhabers passen.

Grundsätzlich gilt bei der Kartenauswahl:

  • Zunächst prüfen, ob und wofür man überhaupt eine Kreditkarte braucht. Kreditkarten sind zum Beispiel erforderlich für Zahlungen während eines Urlaubs im außereuropäischen Ausland, bei Käufen über das Internet oder bei der Nutzung von Mietwagen.
  • Prüfen, mit welcher Kartenversion man seine Ausgaben am besten im Blick hat und nicht in eine Schuldenfalle tappt.
  • Unbedingt Gesamtkosten vergleichen: Jahresgebühr, Zahlungsziele, Kreditzinsen und ggfs. Guthabenverzinsung.
  • Prüfen, welche Zusatzleistungen wirklich benötigt bzw. genutzt werden können und ob diese ihr Geld wert sind.

Die Kreditkarte über die Hausbank (VISA oder MasterCard)

Die meisten Kreditkarten in Deutschland geben die Banken aus. Die Kartengesellschaft (VISA oder MasterCard) bucht den mit der Karte getätigten Umsatz (plus Bearbeitungsgebühr) einmal im Monat vom Girokonto des Karteninhabers ab. Kreditzinsen fallen erst an, wenn das Konto keine ausreichende Deckung aufweist und der Überziehungskredit in Anspruch genommen wird. Das Kreditrisiko trägt die Bank. Sie prüft deshalb vor Abschluss des Kartenvertrages die Bonität – also die Kreditwürdigkeit – und die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden.

Die Kreditkarten haben ein Limit – es darf nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag (Kreditlinie) verfügt werden. Eine durchaus sinnvolle Begrenzung, die aber bei unvorhergesehenen Ausgaben im Ausland – zum Beispiel bei Abbruch einer Fernreise aufgrund von Krankheit und vorzeitiger Rückkehr mit einem Linienflug – zum Problem werden kann. Bei Auslandsreisen empfiehlt es sich daher, vor Reiseantritt eine befristete Erhöhung der Kreditlinie zu beantragen, wenn dieses Risiko nicht schon durch entsprechende Versicherungen abgedeckt ist (Versicherungsbedingungen genau prüfen!).

Die Bank als Lizenznehmerin der Kartengesellschaft verdient gleich mehrfach – an der jährlichen Kartengebühr, an den möglicherweise anfallenden Überziehungszinsen und prozentual am Umsatz des Karteninhabers.

Die Kreditkarte über die Kartengesellschaft (American Express oder Diners)

Beim Abschluss eines Kartenvertrages direkt mit der Kartengesellschaft muss immer ein zusätzliches Guthabenkonto eingerichtet werden. Dennoch kann es zu Überziehungen kommen. Hier müssen sowohl die Verzinsung des Guthabens als auch die Kreditkonditionen genau geprüft werden.

Die Kreditkarte über einen Hersteller oder Händler

Beim Abschluss eines Kartenvertrages mit einem anderen Anbieter, zum Beispiel einer Handelskette oder einem Autohersteller, ist häufig die Einrichtung eines zusätzlichen Girokontos bei dessen Firmenbank Voraussetzung.

Neben der üblichen Prüfung der Konditionen, vor allem Guthaben- und Kreditzinsen, muss regelmäßig darauf geachtet werden, dass das Girokonto zum Zahlungstermin ausreichend Deckung aufweist.

Die Kreditkarte mit reiner Kreditfunktion

Bei diesen Kreditkarten muss der getätigte Kartenumsatz erst nach Rechnungserhalt innerhalb einer bestimmten Frist (Zahlungstermin) überwiesen werden.

Zunehmend bieten Banken auch Kreditkarten mit Revolvingfunktion  (to revolve = sich drehen, verändern) an. Dabei wird monatlich nur ein kleiner Teil des Rechnungsbetrages abgebucht und der große Rest wird in einen teuren Kredit umgewandelt. Nutzt man dieses Angebot, ist eine hohe Zinsbelastung von bis zu 17 % die Folge. Wer hier die Übersicht verliert und mehr ausgibt, als er hat und in angemessener Zeit zurückzahlen kann, läuft Gefahr, sich zu verschulden.

Prepaid-Kreditkarten

Seit 2005 werden Jugendlichen Prepaid-Karten als sogenannte „Kreditkarten“ angeboten. Die Jugendlichen sollen so die Möglichkeit eines weiteren Zahlungsmittels – zusätzlich zur Bankkarte – erhalten, das auch für das Internet nutzbar ist. Die Karte muss vorher aufgeladen werden. Verfügungen können nur im Rahmen des Guthabens vorgenommen werden. Es handelt sich daher nicht um Kreditkarten im eigentlichen Sinn. Ein Kredit kann damit nicht aufgenommen werden.

Weitere Informationsquellen

Informationen aus anderen Quellen

Hier finden Sie eine Übersicht über die Rufnummern, die zur Sperrung von Bank-und Kreditkarten angerufen werden können


Beratungsangebote der Verbraucherzentrale Hessen

  • Persönliche Beratung in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen.
  • Telefonische Beratung 0900-1-972010.
    1,75 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise können abweichen.
  • Auskunfts- und Servicetelefon:
    Informationen über das Beratungsangebot und das Beratungsstellennetz der Verbraucherzentrale Hessen unter (069) 97 20 10 900.
  • Homepage: http://www.verbraucher.de

Stand: August 2017