Bitcoin & Co. – Was sind Kryptowährungen?

Der Wettlauf um Kryptowährungen ist in vollem Gange. Immer mehr Unternehmen versuchen ihr eigenes Zahlungsmittel auf dem Markt zu etablieren. Doch was sind eigentlich Kryptowährungen, wie bekommt man sie, welche Technik steckt dahinter und wo kann man damit bezahlen?

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Bitcoin-Münze

Was bedeutet Kryptowährung?

Insgesamt existieren derzeit schon über 5.000  Kryptowährungen. Die Bezeichnung Kryptowährung ist von Kryptographie abgeleitet und bedeutet, dass die Daten und Informationen verschlüsselt oder geschützt sind. Ziel dieser Währungen ist es, ein dezentrales Zahlungsmittel zu etablieren. Denn anders als bei üblichen Währungen, die über eine zentrale Notenbank reguliert werden, gibt es bei Kryptowährungen keine zentrale Überwachung.

Mit der Technik befassen sich längst auch große Unternehmen, denn die Technologie der Kryptowährungen ist sehr interessant. Demnach wollen Facebook und seine Partner mit dem Projekt Libra ein eigenes Zahlungssystem auf den Markt bringen. Als potentielle Kunden hat Facebook zunächst jene 1,7Mrd. Menschen im Visier, die über keine Bankverbindung verfügen. Zum Versenden von Libra ist kein Bankkonto notwendig, ein Smartphone genügt, um damit bezahlen zu können.

Was bedeutet Bitcoin?

Bitcoin ist die erste und weltweit führende Kryptowährung. Der Name besteht aus „Bit“ (kleinste Speichereinheit im Computer) und „Coin“ (englisch für „Münze“. Oft wird der Bitcoin mit einer Fantasiemünze illustriert. Im Vergleich zur klassischen Währung sind hierbei keine Geldscheine oder Münzen im Umlauf.

Was ist die Technik dahinter?

Die Blockchain ist die Technologie hinter dem Bitcoin und bei vielen Experten auch die Technologie der Zukunft. Blockchain heißt übersetzt Blockkette, weil unzählig viele Datenblöcke aneinandergehängt werden. In jedem Block sind Transaktionen zusammengefasst, ähnlich wie in einem Buchhaltungssystem. Der Trick dabei ist, dass die Daten der Blockchain nicht zentral abgelegt werden, sondern jeder Nutzer hat eine eigene und vollständige Kopie. Das Prinzip ist: Jeder Teilnehmer überprüft jeden Teilnehmer. Wer einen Datenblock zum Beispiel seinen Kontostand - verändern wollte, der würde scheitern. Denn alle anderen würden diese Manipulation erkennen und nicht genehmigen. Das System wird mit wachsender Teilnehmerzahl immer stabiler.

Die Blockchain ist aber nicht nur für Währungen interessant. Denn es gibt auch Blockchains mit denen bereits Smart Contracts abgebildet werden, ähnlich wie in einem Vertrag. So können Abläufe deutlich beschleunigt werden, da die zentrale Verwaltung überflüssig wird.

Wie bekommt man Kryptowährungen?

Hat man sich dazu entschieden echte Bitcoins zu kaufen, ist der Besitz eines Wallets (Brieftasche) zwingend notwendig. Hierbei unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Arten:

  • Online-Wallet auf einer Internetplattform
  • Software-Wallet als Programm auf dem PC
  • Hardware-Wallet, ähnelt eine USB-Stick

Diese elektronische Brieftasche ist vergleichbar mit einem Girokonto. Von dort aus können Zahlungen gesendet und empfangen werden. Will man unterwegs mit Bitcoins zahlen, muss man seine Bitcoin-Brieftasche entweder dabei haben (Handy, Laptop) oder den Betrag per Internet abbuchen lassen. Bitcoins kauft man entweder mit herkömmlicher Währung (zum Beispiel „Euro“) an Bitcoin-Börsen. Dort kann man zu einem späteren Zeitpunkt die Bitcoins auch wieder zum Verkauf anbieten. Aktuell ist ein 1 BTC (Bitcoin) ca. 8000 Euro wert. Gekauft werden können sowohl ganze Bitcoins, aber auch Bruchteile davon.

Mining

Eine zusätzliche Methode um an Bitcoins zu gelangen, ist das Bereitstellen von Rechenleistung für Transaktionen. Dieser Prozess wird analog zum Goldschürfen Mining genannt. Rund um die Uhr transferieren Nutzer Bitcoins über das Bitcoin-Netzwerk. Das Bitcoin-Netzwerk wickelt diese Transaktionen ab, indem es alle Transaktionen eines bestimmten Zeitraums sammelt und in der Blockchain ablegt. Es ist der Job des Miners in Form von Rechenleistung, diese Transaktionen zu bestätigen und in ein Kontenbuch einzutragen. Entlohnt wird er dafür in Bitcoin (die Bitcoin-Transaktionsgebühr).

Wo kann man mit Bitcoins bezahlen?

Durch die starken Kursschwankungen ändert sich der Wert des Bitcoins enorm schnell. Ein Beispiel: Ein Auto, das heute drei Bitcoins kostet, könnte morgen für zwei und in einer Woche für sechs Bitcoins zu haben sein. Es können Verluste für den Verkäufer, als auch für den Käufer entstehen. Auf der Seite Coinmap gibt es eine geographische Karte mit Restaurants, Geschäften, Dienstleistern etc., die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren. Weiterhin haben einige Webshops einen Button mit „Bitcoin accepted here“ auf ihrer Webseite platziert.

Keine Geldanlage für Verbraucher

Verbraucherschützer sehen den Hype um Bitcoin & Co. kritisch. Kryptowährungen als Geldanlage sollten nicht verkauft und beworben werden, fordert die Verbraucherzentrale und  will damit die Anleger vor Investitionen in diese hochspekulativen Produkte schützen.

Durch die starken Kursschwankungen, teilweise bis zu 25 Prozent oder mehr pro Tag, ist das Handeln von Bitcoins hochriskant. Wer trotzdem einen Teil seines Vermögens in Kryptowährungen investieren möchte, sollte kleinere Beträge wählen. Jedem muss dabei allerdings klar sein, dass dies ausschließlich unter spekulativen Gesichtspunkten erfolgt und im schlimmsten Fall sogar ein Totalverlust der Geldanlage möglich ist. 

Tipps

  • Überprüfen Sie, ob die Webseite des Anbieters ein Impressum besitzt.
  • Lassen Sie sich nicht auf undurchsichtige Geschäftsmodelle ein. Unterschreiben Sie nur, was Sie auch verstehen.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie von einem Anbieter unaufgefordert kontaktiert werden.
  • Ignorieren Sie Aufforderungen, neue Interessenten für eine Geschäftsidee anzuwerben. Lassen Sie sich nicht von hohen Provisionen oder Renditen blenden.
  • Liegt der Firmensitz im Ausland, gilt die Gesetzgebung im Land des Firmensitzes. Kommt es mit einem Anbieter zum Rechtsstreit, kann die Rechtsdurchsetzung schwer werden.
  • Ignorieren Sie unrealistische Angebote. Auffallend hohe Renditen ohne Risiko gibt es nicht. (schl)

(Stand: Juli 2020)