Zeitumstellung auf Sommerzeit: Höheres Risiko für Wildunfälle in der Dämmerung!

Mit der Umstellung auf die Sommerzeit am letzten Märzwochenende erhöht sich das Risiko für Wildunfälle, denn dann rollt der Berufsverkehr gerade während der Dämmerung auf den Straßen – und in dieser Zeit ist auch das Wild unterwegs. Wie können Sie Wildunfälle vermeiden? Bezahlt die Versicherung jeden Wildunfall?

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Zeitumstellung auf Sommerzeit

Am 31. März 2019 werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Damit fällt der Berufsverkehr in die Dämmerung, in der das Wild besonders aktiv ist. Das Wild wird oft von den Streusalzresten am Straßenrand angelockt, da die Tiere im Frühling für Wachstum und Vermehrung verstärkt Mineralien aufnehmen müssen. Oft wechseln unerfahrene Jungtiere bei ihrer Suche nach einem neuen Revier über die Straßen, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten. Daher heißt es für Autofahrer, in den nächsten Tagen und Wochen besonders aufmerksam zu sein und ausreichend Abstand zum Vordermann einzuhalten.

Was tun, wenn ein Wildtier auf die Straße läuft?

Ist das Tier noch weit genug entfernt: Runter vom Gas, abblenden und hupen. Falls es zu spät und ein Zusammenprall unvermeidbar ist: Voll bremsen, aber keinesfalls ausweichen! Es besteht ansonsten die Gefahr, bei einem Ausweichmanöver einen schweren Unfall mit dem Gegenverkehr oder einen Zusammenstoß mit einem Hindernis am Straßenrand zu verursachen. Die Folgen eines solchen Crashs können dramatisch sein und weit über die Folgen hinausgehen, die beim Zusammenprall mit dem Wildtier entstehen.

Übrigens: Einem Tier können weitere folgen! Daher vorsichtig weiterfahren, wenn ein Tier die Fahrbahn überquert hat.

Wie verhalte ich mich, wenn es zu einem Unfall gekommen ist?

An der Unfallstelle

  • Unfallstelle absichern, Polizei rufen und wenn Personen verletzt sind, Erste Hilfe leisten.
  • Verletzte Tiere nicht berühren (Verletzungs- und Infektionsgefahr)
  • Tote Tiere dürfen keinesfalls mitgenommen werden. Das ist strafbar!

Wildunfall der Polizei und Versicherung melden

  • Die Teil- oder Vollkaskoversicherung kommt in der Regel für den durch einen Wildunfall verursachten Schaden auf. Um Probleme bei der Schadensregelung zu vermeiden, ist der Wildunfall unverzüglich bei der Polizei oder der Forstbehörde zu melden, ebenso bei der Versicherung.
  • Für die Schadensregulierung mit der Versicherung ist eine Wildschadensbescheinigung erforderlich, die von der Polizei oder der Forstbehörde ausgestellt wird. Nur bei Kleinschäden kann darauf verzichtet werden.

Ist jeder Wildschaden an meinem Auto versichert?

  • Haarwild oder Federwild
    Die Teilkaskoversicherung übernimmt in der Regel die Kosten für Schäden am Fahrzeug, die durch einen Zusammenstoß mit Haarwild entstanden sind. Zum Haarwild gehören Wildtiere wie Reh, Hirsch, Wildschwein, Fuchs oder Hase. Unfälle mit Federwild wie Fasan oder Rebhühner sind dagegen nicht bei allen Versicherungen abgedeckt.
    Es gibt aber auch Versicherungen, die einen Versicherungsschutz für Unfälle mit sämtlichen Tieren anbieten. Hier besteht dann auch Schadensersatz bei Unfällen mit Schafen oder Pferden.
    Aufgrund der Vielzahl der Teilkasko-Tarife ist also bei einem Unfall mit einem Tier ein Blick in die eigene Versicherungspolice nötig. Bei „Teilkasko-light“-Versionen besteht möglicherweise kein Versicherungsschutz, bei Unfällen mit Haarwild bzw. Federwild sind Zusatzbeiträge nötig.
     
  • Schäden durch Ausweich- oder Bremsmanöver
    Entsteht bei einem Wildunfall bei einem Ausweichversuch, also ohne direkten Kontakt mit dem Wildtier, ein Schaden am Auto, so übernimmt die Teilkaskoversicherung als so genannte "Rettungskosten" den Schaden. Der geschädigte Autofahrer muss dann den Nachweis erbringen, dass Wild auf der Fahrbahn bzw. dem Fahrbahnrand war und damit eine unmittelbare Gefahr eines Zusammenstoßes mit dem Fahrzeug bestanden hat. Hierfür ist es gut, Zeugen benennen zu können oder Fotos vom Schadensort zu haben. Auch Hinweise auf das Wild wie Haare oder Blutreste sind hilfreich.

    Wichtig ist auch, dass das Ausweich- oder Bremsmanöver objektiv sinnvoll gewesen ist. So ist bei kleineren Tieren wie Hase oder Marder ein selbstgefährdendes Ausweichen nicht zulässig.

    Wer nicht nachweisen kann, dass der Schaden am Fahrzeug durch den Zusammenprall mit Wild oder infolge eines Ausweich- oder Bremsmanövers passiert ist, reguliert den Schaden über die Vollkaskoversicherung. Dies hat allerdings zur Folge, dass eine Rückstufung in eine ungünstigere Schadensfreiheitsklasse erfolgt. Deshalb sollte man bei Klein- oder Bagatellschäden vorher durchrechnen, ob sich eine Schadensanzeige bei der Versicherung überhaupt lohnt.

Stand: März 2019