Wann muss der Führerschein umgetauscht werden?

Der Führerschein in Deutschland sieht bisher unterschiedlich aus: graues oder rosafarbenes Papier oder Plastikarte, mit und ohne Gültigkeitsdauer. Damit ist jetzt Schluss: EU-weit soll der Führerschein ein einheitliches Aussehen bekommen. Um lange Wartezeiten beim Umtausch zu vermeiden, gibt es Fristen für den Umtausch. Wann müssen Sie Ihren Lappen erneuern?

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Führerschein

Wer glaubt, dass sein Führerschein ein Leben lang gültig ist, irrt. Seit dem 19. Januar 2013 sind neu ausgestellte Führerscheine nur noch 15 Jahre gültig und müssen nach Ablauf dieser Zeit verlängert werden. Die Millionen Führerscheininhaber, die ihre Fahrprüfung vor dem 19. Januar 2013 abgelegt haben, müssen nun einen neuen Führerschein beantragen. Damit es keine Flut an Anträgen auf einmal gibt, werden die Führerscheine nach einem bestimmten Fristenplan ausgetauscht.

Warum muss der Führerschein umgetauscht werden?

Der Führerschein soll EU-weit ein einheitliches Format haben, das zugleich auch fälschungssicher ist. Deshalb müssen ältere Führerscheine abgegeben und ein neuer beantragt werden. Sinnvoll ist ein regelmäßiger Austausch des Führerscheins – ähnlich wie beim Personalausweis – auch schon wegen des enthaltenen Passfotos. Manchem älteren Führerscheinbesitzer schaut in seinem „Lappen“ sein ehemals jugendliches Gesicht entgegen. Da die Ähnlichkeit mit dem heutigen Aussehen in der Regel relativ gering ist, ist auch das Überprüfen bei einer Führerscheinkontrolle erschwert.

Alle Führerscheine werden auch in einer Datenbank erfasst, um Missbrauch vorzubeugen.

Wie der Umtausch ablaufen soll, wird in einer EU-Richtlinie geregelt.

Der Umtausch dauert einige Jahre. Erst ab 2033 sehen alle gültigen Führerscheindokumente gleich aus.

Warum gibt es unterschiedliche Fristen je nach Geburtsjahr oder Ausstellungsjahr?

In Deutschland sind Millionen von Führerscheinen umzutauschen:

  • Ca. 15 Millionen Führerscheine, die vor dem 31.12.1998 auf grauem bzw. rosafarbenem Papier ausgestellt wurden.
  • Ca. 28 Millionen Führerscheine im Scheckkartenformat, die zwischen dem 1.1.1999 und 18.1.2013 ausgegeben wurden.

Damit diese große Umtauschaktion möglichst ohne lange Wartezeiten gut organisiert ablaufen kann, gibt es je nach Geburtsjahr des Führerscheinbesitzers bzw. je nach Ausstellungsdatum unterschiedliche Fristen.

Fristen zum Führerscheinumtausch

Der ab sofort gültige Stufenplan für die Umtauschpflicht ist in der Anlage 8e der Fahrerlaubnis-Verordnung geregelt.

… für Führerscheine, die bis einschließlich 31.12.1998 ausgestellt wurden

Geburtsjahr des Führerscheininhabers

Umtauschfrist

Vor 1953

19.01.2033

1953 - 1958

19.01.2022

1959 - 1964

19.01.2023

1965 - 1970

19.01.2024

1971 und später

19.01.2025

… für Führerscheine, die vom 1.1.1999 bis einschließlich 18.1.2013 ausgestellt wurden

Ausstellungsjahr                                   

Umtauschfrist

1999 - 2001

19.01.2026

2002 - 2004

19.01.2027

2005 - 2007

19.01.2028

2008

19.01.2029

2009

19.01.2030

2010

19.01.2031

2011

19.01.2032

2012 bis 18.01.2013

19.01.2033

Warum gibt es für Führerscheinbesitzer älter als Jahrgang 1953 besondere Regelungen?

Menschen, die vor 1953 geboren sind und einen Führerschein haben, brauchen diesen erst bis zum 19.01.2033 umgetauscht haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie ihren Führerschein 1970 oder 2017 gemacht haben. Den Grund für diese besondere Regelung begründet der Verkehrsausschuss im Bundesrat wie folgt: „Damit soll ihnen erspart werden, ihren Führerschein umtauschen zu müssen, obwohl altersbedingt nicht sicher ist, ob sie nach dem Stichtag des 19. Januar 2033 von ihrer Fahrerlaubnis Gebrauch machen möchten und dafür einen weiter gültigen Führerschein benötigen.“

Kann man auch früher umtauschen?

Wer mag, kann seinen Führerschein auch schon vor dem in der Tabelle genannten Umtauschdatum aktualisieren lassen. Ein freiwilliger früherer Austausch ist jederzeit möglich.

Was brauche ich für den Umtausch? Was kostet es?

Um den neuen Führerschein zu beantragen ist ein persönliches Erscheinen bei der Führerscheinstelle erforderlich. Für die Beantragung ist der Personalausweis oder der Reisepass, ein biometrisches Passfoto und der aktuelle Führerschein mitzubringen. Die Beantragung eines neuen Führerscheines kostet 25 Euro. Wer kein aktuelles biometrisches Passfoto mehr hat, muss noch für ein paar Euro ein solches Bild machen lassen.

Wer sich von seinem alten Führerschein nicht trennen mag, kann ihn – nachdem er durch Stanzen entwertet und damit für ungültig erklärt wurde - mit nach Hause nehmen.

Wie lange ist der neue Führerschein gültig?

Der neue Führerschein ist auf 15 Jahre befristet. Nach dieser Zeit ist wieder eine Verlängerung der Gültigkeit mit einem aktuellen Foto persönlich zu beantragen.

Auch die seit dem 19.01.2013 ausgestellten PKW-Führerscheine der Klasse B sind nur noch 15 Jahre gültig und müssen nach Ablauf dieser Zeit erneuert werden.

Und was ist mit dem Motorradführerschein (Klasse A)?

Was für den Autoführerschein gilt, gilt auch für den Motorradführerschein: Seine Gültigkeit ist auch auf 15 Jahre begrenzt und muss folglich fristgerecht verlängert werden. Für den Umtausch älterer Motorradführerscheine gelten die gleichen Regelungen bezüglich der Tauschfristen wie beim Auto.

Was passiert, wenn der Führerschein nicht fristgerecht umgetauscht wird?

Wer den Führerschein nicht fristgerecht umgetauscht hat, muss bei einer Kontrolle mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro rechnen. (fra)

Stand: Oktober 2019