Von Ostern bis Oktober

Der Winter ist vorbei, jetzt sollten Autofahrer die Winterräder einlagern und die Sommerbereifung montieren. Wie und wo lagern Sie die Winterpneus am besten? Sind Ihre Sommerreifen noch fit? Sollten die Räder ausgewuchtet werden?

Fotolia_122394605_S Industrieblick - Fotolia.com_.jpg

Reifenwechsel
Reifenwechsel

Ab ins Sommerlager

Eis und Schnee sind verschwunden, jetzt kommen die Winterräder runter und die Sommerpneus drauf. Aber wohin mit den Winterrädern? Am einfachsten haben es diejenigen Autofahrer, die ihre Räder von Reifenhändlern oder Kfz-Betrieben nach dem Räderwechsel einlagern lassen. Zum Service gehört in der Regel, dass die Räder nach der Demontage gründlich gereinigt, auf mögliche Schäden und Verschleiß untersucht und anschließend in geeigneten Lagerstätten eingelagert werden. Das hat natürlich seinen Preis, erspart dem Autobesitzer aber nicht nur mühsames Transportieren und Schleppen der oft schweren Räder. Auch wertvoller Platz in Keller und Garage wird dadurch eingespart, und die Reifen werden sachgerecht gelagert.

Wer sparen will oder muss, kann die Räder auch zu Hause einlagern. Bevor die Winterräder in die Sommerpause verabschiedet werden, ist jedoch Frühjahrsputz angesagt. Das heißt: Das Salz muss runter! Die fällige Wäsche kann mit dem Hochdruckreiniger – beispielsweise auf dem Waschplatz einer Autowaschanlage – oder von Hand ganz klassisch mit Schwamm und Bürste erledigt werden. Wichtig: Lassen Sie die Räder vor dem Einlagern gründlich trocknen!

Achten Sie darauf, dass der Lagerplatz kühl, trocken und lichtgeschützt ist, damit die Winterreifen über die Sommerzeit nicht unnötig altern. Wer es mit seinen Rädern besonders gut meint, stapelt sie auf so genannten Felgenbäumen, die im Zubehörhandel erhältlich sind. Ansonsten gilt: Reifen auf Felgen sollten stets liegend und übereinander gestapelt, Reifen ohne Felgen stehend gelagert werden. Letztere sollten, damit die Lauffläche durch das längere Stehen keine Dellen bekommt, hin und wieder ein Stück gedreht werden.

Profil prüfen!

Bevor Sie die Sommerräder montieren (lassen), sollten Sie sicherheitshalber die Reifen auf mögliche Schäden und die Profiltiefe prüfen. Defekte Reifen sowie Pneus mit einer Profiltiefe von unter drei Millimetern gehören nicht mehr aufs Fahrzeug sondern zum Entsorger.

Gleiches gilt für Reifen, die älter als zehn Jahre sind. Die  vierstellige DOT-Nummer, die auf der Flanke des Reifens zu sehen ist, verrät das Produktionsdatum. Beispiel: DOT 4610 bedeutet, dass der Reifen in der 46. Kalenderwoche des Jahres 2010 produziert wurde. Auch einseitig abgefahrene Reifen sind nicht mehr zu gebrauchen. In diesem Fall sollten Sie auch die Fahrwerksgeometrie (Spur und Sturz) prüfen und gegebenenfalls einstellen lassen.

Neu bleibt treu

Sind die alten Sommerreifen nicht mehr zu gebrauchen, sind neue „Gummis“ fällig. Viele Händler und das Kfz-Gewerbe bieten eine reichhaltige Auswahl an Fabrikaten an. Achten Sie beim Reifenkauf auf Qualität, denn nicht wenige der so genannten „Schnäppchen“ entpuppen sich bei Reifentests immer wieder als minderwertig. Insbesondere Fernost-Produkte konnten bislang nicht wirklich überzeugen. Billige Reifen haben entweder  schlechtere Fahreigenschaften, und/oder sie sind laut oder verschleißen frühzeitig.

Sparen Sie also nicht an der falschen Stelle, es lohnt sich meist nicht. Es müssen jedoch auch nicht immer und unbedingt die teuersten Premium-Reifen sein. Je nach Fahrzeugmodell und -einsatz sind auch Reifen aus dem mittleren Preissegment durchaus empfehlenswert. Schauen Sie sich vor dem Kauf die aktuellen Tests der Automobilclubs und Autozeitschriften an oder lassen Sie sich im qualifizierten Fachhandel beraten.

Wuchten lassen

Nach der Vorjahressaison und der anschließenden langen Winterpause ist es sinnvoll, die Räder bei einem Reifenfachbetrieb oder in der Kfz-Werkstatt auswuchten zu lassen. Selbst kleine Unwuchten, die beispielsweise durch stärkere Bremsmanöver sowie Überfahren von Bordsteinkanten entstanden sind, können große Wirkung an der Radaufhängung bzw. am Fahrwerk entfalten und auf Dauer vorzeitigen Verschleiß und damit teure Reparaturen  verursachen. Insofern lohnt sich diese Mehrausgabe.

Von hinten nach vorne und von links nach rechts?

Vorausgesetzt, Ihre Reifen wurden vor der Winterpause markiert, ist es sehr einfach, die Räder den entsprechenden Positionen auf den Achsen zuzuordnen. Dennoch gilt: Die besten Räder gehören auf die Hinterachse, unabhängig von der Antriebsart. Und keinesfalls sollten beim Achsentausch die Räder von links nach rechts getauscht werden, damit die Laufrichtung erhalten bleibt. Dies ist insbesondere bei laufrichtungsgebundenen Reifen zwingend erforderlich. Auf diese Weise nutzen sich die Reifen gleichmäßig ab und können bei Bedarf gleichzeitig ersetzt werden.

Wie fest ist fest?

Das richtige Drehmoment gilt es bei der (Selbst-)Montage zu beachten, sonst drohen entweder Schäden durch zu festes Anziehen der Radmuttern, oder letztere können sich bei zu schwachem Anziehen schlimmstenfalls lösen. Richtiges Werkzeug ist deshalb von Nöten. Ideal ist ein Drehmomentschlüssel, mit dem die Radmuttern vorschriftsmäßig angezogen werden. Das korrekte Drehmoment ist in der Regel in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs nachzulesen. Wenn Sie sich mit der Rädermontage nicht auskennen, nicht das passende Werkzeug haben oder auf der sicheren Seite sein wollen, lassen Sie die Räder vom Fachmann montieren.

Zu guter Letzt: pump it up!

Damit Sie sicher unterwegs sind, Ihre Reifen nicht vorzeitig verschleißen und das Auto nicht unnötig Sprit verbraucht, muss der Luftdruck kontrolliert und auf den richtigen Wert eingestellt werden. Diesen finden Sie entweder in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs oder auf einem Aufkleber, der häufig an der Innenseite des Türholmes oder am Tankdeckel zu finden ist. Und vergessen Sie – falls vorhanden – das Reserverad nicht.

Stand: April 2017