Unterbodenwäsche besser nur mit Dampfstrahler

Eis und Schnee sind von gestern – Streusalz und Straßenschmutz müssen runter vom Autolack und raus aus Ritzen und Fugen. Innen riecht es außerdem muffig, und die Scheiben sind trüb. Das heißt: Frühjahrsputz ist angesagt! Aber worauf kommt es bei der Wagenpflege an und was sollte man besonders beachten?

Autowäsche Tomasz Zajda - Fotolia.com_.jpg

Autowäsche

Außenreinigung "oben und unten"

Die Reste von Streusalz und hartnäckige Verschmutzungen müssen im Frühjahr runter vom Lack. Bevor man sein Auto jedoch in die Waschanlage fährt, sollte es gründlich vorgereinigt werden. Die meisten Waschanlagen bieten dafür eine Vorwäsche mit Hochdruckreiniger an. Der Grund: Wenn die feinen Schmutzpartikel vor der „Bürstenmassage“ nicht mit dem Dampfstrahler entfernt werden, wirken sie wie Schleifpapier und hinterlassen hässliche Kratzer im Lack.

Auch eine Unterbodenwäsche ist grundsätzlich sinnvoll, da sich Streusalz und Schmutz an vielen zum Teil schwer zugänglichen Stellen des Fahrzeugunterbodens festsetzen und dort zu Rostbildung führen können. Doch Vorsicht: Die Düsen der automatischen Unterbodenwäsche von Waschanlagen spritzen das Wasser mit hohem Druck unkontrolliert auf den Unterboden und auf viele Teile der Radaufhängung, Achsen und Bremsanlage. Dies kann unter Umständen zu Schäden an Mechanik und Elektronik führen. Andererseits werden einige Stellen kaum oder gar nicht erreicht. Daher raten einige Experten dazu, die Unterbodenwäsche besser mit dem Dampfstrahler und mittlerem Druck von Hand vorzunehmen. Wenn Sie sich mit dieser Arbeit nicht auskennen, beauftragen Sie gegebenenfalls eine Autowerkstatt. Dann haben Sie im Schadensfall Gewährleistungsansprüche.

Motorwäsche

Ein Blick unter die Motorhaube offenbart: Auch hier hat der Winter seine Spuren hinterlassen. Oberflächliche Verunreinigungen sind vor allem unansehnlich. Bei älteren Autos können sie bei dauerhafter Einwirkung auf die elektrischen Bauteile zu Störungen führen. Aber: Der Motorraum beziehungsweise der Motor von modernen Autos ist in der Regel gut gekapselt und gegen Korrosion geschützt. Eine Motorwäsche ist dann nicht nur unnötig, sondern kann sogar durch das Abwaschen des Korrosionsschutzes und das Eindringen von Wasser in die empfindliche Elektronik mehrt Schaden als Nutzen bringen.

Wenn Sie eine Motorwäsche machen wollen und sich diese Arbeit nicht selbst zutrauen, oder es aus Umweltschutzgründen nicht zulässig ist (Ölrückstande können ins Grundwasser gelangen!), lassen Sie sie in der Werkstatt machen. Das kostet nicht die Welt und sorgt dafür, dass nicht aus Unachtsamkeit oder Unkenntnis die Elektronik in Mitleidenschaft gezogen wird.

Lackpflege

Nach der Wäsche von Karosserie, Unterboden und gegebenenfalls des Motorraums empfiehlt sich eine Lackinspektion. Der Streusplitt oder andere kleine Steinchen haben möglicherweise kleine Steinschlagschäden im Klar- bzw. Decklack hinterlassen. Schlimmstenfalls sind diese „Geschosse“ sogar durch alle Lackschichten bis auf das Blech durchgedrungen. Diese kleinen Schäden sollten so bald wie möglich mit einem passenden, in der Autowerkstatt erhältlichen Lackstift ausgebessert und mit Klarlack überlackiert werden, damit keine Folgeschäden wie Roststellen entstehen können. Ist schon eine Roststelle vorhanden, sollten Sie diese nur selbst behandeln, wenn Sie in solchen Dingen erfahren sind. Ansonsten sind diese Schäden ein Fall für die Fachwerkstatt bzw. den Lackierbetrieb.

Tipp: Damit das Ergebnis keine optische Enttäuschung wird, tupfen Sie kleine Steinschlagschäden mit einem sehr feinen Pinsel oder einer in Lack getauchten Stecknadel aus und verzichten Sie auf den groben Pinsel, der dem Lackstift in der Regel beiliegt. 

Nach den Ausbesserungsarbeiten wird der Lack, sofern erforderlich, aufpoliert oder zumindest mit Hartwachs versiegelt. So konserviert, ist das Auto in der Regel für mehrere Monate gegen Witterungseinflüsse gut geschützt.

Innenreinigung

Nach den Außenarbeiten wird der Innenraum der Frühjahrskur unterzogen. Zunächst werden alle Fußmatten herausgenommen und gründlich gesäubert. Unter den Fußmatten, im Kofferraum und unter den Sitzen wird mit dem Staubsauger loser Schmutz und Staub entfernt. Feuchte Stellen müssen gründlich getrocknet werden. Dafür eignet sich beispielsweise Zeitungspapier. Stoff- und Lederpolsterung werden einer Sichtkontrolle unterzogen und gegebenenfalls mit den entsprechenden Mittel wie Polsterreinigungsschaum oder Lederpflege behandelt.

Scheiben putzen

Durch den Betrieb der Klimaanlage beziehungsweise der Lüftung lagert sich an den Innenseiten der Autoscheiben ein schmutziger Belag an, der die Sicht behindern kann. Mit Mikrofasertuch oder haushaltsüblichem Glasreiniger und einem sauberen Geschirrtuch beseitigt man den Schmutzfilm im Handumdrehen. Das oft empfohlene Küchenpapier ist nicht immer geeignet, da es nicht selten Schlieren auf dem Glas hinterlässt.

Stand: Oktober 2019