Sommerräder einlagern: Wer zahlt im Schadensfall?

Wohin mit den Sommerreifen bzw. -rädern nach dem Reifenwechsel? Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, angefangen von der eigenen Garage über den Keller im Mehrfamilienhaus oder Eigenheim bis hin zu so genannten „Reifenhotels“ der Autowerkstätten oder Reifenhändler. Wofür man sich auch immer entscheidet - man sollte sich auch mit der Frage beschäftigen, ob die Reifen oder Räder gegen eventuellen Verlust durch Diebstahl, Brand oder Beschädigung versichert sind.

RS8856_Autoreifen © RenierArt - Fotolia.com_.jpg

Autoreifen im Regal
Autoreifen im Regal

Im Herbst wird es Zeit, sich über die Winterbereifung des Autos Gedanken zu machen. Der ausgewählten Lagerstätte für die Sommerbereifung sollte man schon aus Schadenersatz- bzw. Versicherungsschutzgründen besondere Aufmerksamkeit widmen. Denn wenn während der Lagerzeit die - vielleicht sogar noch neuen - Reifen oder Radsätze verbrennen oder gestohlen werden, entsteht oft ein beträchtlicher finanzieller Schaden. Schließlich kann ein Satz Reifen viele Hundert Euro kosten, bei kompletten Radsätzen geht der Verlust zum Teil in die Tausende.

Lagerung zu Hause – auch versichert?

Hier gilt: Prüfen Sie Ihre Versicherungsunterlagen! Versicherungsfachleute raten, die Verträge der Hausratversicherung – sofern vorhanden – unter die Lupe zu nehmen oder die Versicherung zu fragen, ob und wenn ja unter welchen Bedingungen lagernde Sommerreifen und  –räder mitversichert sind. Nicht in allen Fällen ist nämlich lagerndes Zubehör von Kraftfahrzeugen eingeschlossen. Und falls doch, so hängt es häufig von den Lagerungsbedingungen ab, ob die Versicherung einen möglichen Schaden reguliert.

Wer für sein Auto eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen hat, ist oft - aber nicht immer - besser abgesichert. Nicht alle Versicherungen schließen die Risiken einer Reifen- bzw. Radsatzlagerung mit ein. Aufschluss gibt ein prüfender Blick in die Vertragsunterlagen. Doch auch bei der Teilkaskoversicherung gilt: Auf die Lagerungsbedingungen kommt es an. So bestehen manche Versicherer beispielsweise darauf, dass die Räder oder Reifen stets unter Verschluss gehalten werden.

Lagerung im „Reifenhotel“

Wer sich die Mühe des Transportes und den Lagerplatz sparen will, kann das Angebot vieler Autowerkstätten oder Reifenhändler annehmen und seine Sommerräder dort einlagern lassen. Neben den oben erwähnten Erleichterungen bietet diese Lagerungsmöglichkeit den (vermeintlichen) Vorteil, dass – so vermuten viele Kunden - die Räder gegen Diebstahl, Beschädigung oder Brand über den Leistungsanbieter versichert sind.

Grundsätzlich hat der Reifenhändler bzw. die Kfz-Werkstatt für die eingelagerten Gegenstände eine so genannte Obhutspflicht. Kommen während der Lagerungsdauer die Reifen zu Schaden oder werden gestohlen, muss zunächst mal der Betrieb dafür gerade stehen. Allerdings besteht seitens des Kunden nur Anspruch auf die Erstattung des Zeitwertes. Daher wird in aller Regel die Werkstatt eine schriftliche Vereinbarung mit dem Kunden treffen, in der Typ und Fabrikat der Reifen bzw. Räder sowie das Reifenalter und der Abnutzungsgrad oder eventuell vorhandene Beschädigungen dokumentiert werden. Diese Vereinbarung dient gegenüber einer eventuell vorhandenen Versicherung des Betriebs (siehe unten) als Nachweis und hat auch für den Kunden den Vorteil, dass dieser im Zweifel einen Nachweis über den Besitz und den Zustand der eingelagerten Reifen bzw. Räder in Händen hält.

Problem: Die Betriebshaftpflichtversicherung des Reifenhändlers oder Kfz-Betriebs deckt einer Information des Portals „reifenpresse.de“ zufolge weder das Diebstahlsrisiko noch das Vernichtungsrisiko durch Brand ab. Diese Risiken würden, so die Aussage, nur durch eine separate Betriebsinhaltsversicherung gedeckt.  Doch selbst wenn diese Versicherung besteht, müssen die Kunden im Schadensfall zunächst ihre eigene Kfz-Versicherung in Anspruch nehmen. Die Betriebsinhaltsversicherung leistet nämlich nur den von den Teilkaskoversicherungen nicht übernommenen Restbetrag, also beispielsweise die Summe einer eventuellen Selbstbeteiligung. Leistet die Kaskoversicherung des Kunden gar nicht oder hat der Kunde gar keinen Kaskovertrag, muss allerdings die  Betriebsinhaltsversicherung für den Schaden vollständig aufkommen.

Besteht die Betriebsinhaltsversicherung nicht und kann der Betrieb den Schaden nicht aus eigener Tasche begleichen, hat der Kunde das Nachsehen und muss sich mit dem von der Teilkaskoversicherung gegebenenfalls übernommenen Erstattungsbetrag zufrieden geben. Existiert diese nicht oder sind dort Verluste oder Beschädigungen ausgeschlossen, geht der Kunde schlimmstenfalls leer aus.

Fazit

Autobesitzern, die ihre Reifen zu Hause lagern möchten, wird empfohlen, einen kritischen Blick in ihre Hausrat- und/oder Kfz-Teilaskoversicherungsunterlagen zu werfen. Decken diese Versicherungen einen eventuellen Schaden nicht, bleiben die Besitzer darauf sitzen.

Denjenigen Autofahrern, die den Einlagerungs-Service von Reifenhändlern oder Kfz-Werkstätten in Anspruch nehmen wollen, ist zu raten, sich zuvor das „Reifenhotel“ ihrer Wahl sorgfältig auszusuchen. Man sollte sich dann nach dessen Einlagerungsbedingungen erkundigen und im Falle der Inanspruchnahme der Dienstleistungen auf eine schriftliche Vereinbarung wie oben beschrieben bestehen. Diese ist wichtig, um im Schadensfall einen Nachweis über die eingelagerten Reifen bzw. Räder in Händen halten zu können.